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Zweitreichster Mensch der Welt verkauft Privatjet, weil Leute ihn auf Twitter tracken

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Von: Julia Volkenand

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Er hat ein unfassbares Vermögen, aber keinen Jet mehr. Der zweitreichste Mann der Welt musste sein Flugzeug verkaufen, weil er auf Twitter verfolgt wurde.

Stuttgart - Er ist nicht ganz der reichste Mann der Welt, aber er ist ziemlich nah dran. Bernard Arnault ist der CEO und Mitgründer von LVMH und bekleidet damit Platz 2 der Liste der wohlhabendsten Menschen der Welt. Unfassbare 150,6 Milliarden US-Dollar Vermögen soll Arnault besitzen (Stand 4. November). Mehr hat nur Tesla-Chef Elon Musk. Auch die Luxusmarken Louis Vuitton, Dom Pérignon und Tiffany & Co. gehören zu LVMH.

Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein in der Welt der Multimilliardäre. So verkündete Arnault unlängst, dass seine Luxusmarke ihren Privatjet verkaufen mussten, berichtet Bloomberg News. Der Grund dahinter hat es in sich. Denn augenscheinlich versuchten mehrere Personen den Flieger auf Social Media zu orten. Keine schöne Vorstellung.

Milliardär verkauft Privatjet aus Sorge um Sicherheit

Möglich gemacht haben dies wohl mehrere Twitter-Accounts, die öffentlich verfügbare Flugdaten nachverfolgen und veröffentlichen. Immer mehr solcher Accounts wurden im Laufe der Jahre eröffnet und veröffentlichen die Flugdaten der Reichen und Schönen. Es gilt als naheliegend, dass es vor allem Klimaaktivisten sind, die sich für diese Daten interessieren. Mit deren Veröffentlichung soll die Umweltverschmutzung, die durch diese Flüge entsteht, aufgedeckt werden. Auch Elon Musk und Sängerin Taylor Swift sahen sich schon damit konfrontiert, heißt es in einem Bericht von Business Insider.

In Bernard Arnaults Fall sind es sogar zwei speziell angelegte Kanäle, die sich gesondert mit seinem Flugverhalten befassen und seinen Namen verwenden. Fast 100.000 Personen folgen den beiden Accounts insgesamt. Diese Aufmerksamkeit wurde Arnault wohl zu viel, schließlich geht Sicherheit vor.

Fotomontage von Bernard Arnault vor einem Flugzeug.
Louis Vuitton CEO Bernard Arnault verkaufte seinen Privatjet. © Symbolbild/Fotomontage: Aviation-Stock/IP3press/Imago

Nun wolle er Privatjets mieten, bestätigte der 73-jährige Milliardär in einem Interview mit dem Radiosender Classique, der LVMH gehört. „So kann niemand mehr sehen, wohin ich fliege, weil ich die Flugzeuge miete, wenn ich Privatjets benutze“, übersetzte Bloomberg-News die Radiosendung. Bereits im September scheint Arnault auf Miet-Flieger umgestiegen zu sein. Ein Flugdatenaccount jedenfalls bemerkte damals, dass sein Jet keine Flugaktivität mehr verzeichnete und fragte provokativ: „Versteckst du dich Bernard?“

Umweltsünde? Privat-Flieger immer mehr in der Kritik

Arnaults Sohn Antoine verteidigte die Firma seines Vaters und ihre Nutzung von Privat-Jets. Es hatte im Vorfeld Kritik wegen der negativen Auswirkungen der Jets auf die Umwelt gegeben. Für Industrielle sei es unerlässlich, der Erste im Wettkampf um Produkte und Geschäfte zu sein. Dabei helfe ein Privatflieger. Auch Stars wie Taylor Swift und Kendall Jenner gerieten zuletzt vermehrt in die Kritik, weil sie eigene Flugzeuge zum Reisen nutzen.

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