Discounter erhöht Preise

Nach Bauern-Protesten: Fleisch wird für Lidl-Kunden jetzt teurer

Leute schieben am 22.02.2007 vor einem Lidl-Markt in Ludwigsburg ihre Einkaufswagen und ein Kunde schaut sich ein Werbeplakat an.
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Bei Lidl ist Fleisch ab jetzt teurer - der Discounter reagiert auf den Protest der Landwirte.
  • Julian Baumann
    vonJulian Baumann
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Die Discounter-Kette Lidl aus Neckarsulm reagiert auf die Bauernproteste und erhöht Preise. Der Verkaufspreis von Schweinefleisch steigt um einen Euro pro Kilogramm.

Neckarsulm - Die großen Discounter wie Lidl, Aldi oder Kaufland befinden sich in einem erbitterten Konkurrenzkampf um die Gunst der Kunden. Deshalb werden viele Waren im Sortiment zu immer noch niedrigeren Preisen angeboten. Um das zu ermöglichen, sinkt auch der Einkaufswert bei den Herstellern immer weiter, was viele Landwirte in Existenznöte bringt. Bereits vor einiger Zeit fand eine bundesweite Protestaktion statt. Landwirte blockierten aus Protest Lidl, Aldi und Edeka (BW24* berichtete). Auch im Landkreis Esslingen* versuchten sie mit Traktoren, den Zufahrtsweg zu einer Lidl-Filiale zu blockieren.

Der Discounter aus dem baden-württembergischen Neckarsulm reagiert nun auf den Protest und erhöht zumindest den Preis von Schweinefleisch, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Lidl: Als Reaktion auf die Proteste - Schweinefleisch wird teurer

Der Protest der Landwirte beschränkte sich nicht nur auf einzelne Filialen der Discounter-Ketten. Zornige Bauern blockierten auch das Lager und die Zentrale von Lidl mit Traktoren und brachen damit eine Protestwelle los*. Die Probleme, die die Landwirte durch die billigen Preise der Supermärkte haben, wurden durch die fatalen Folgen des Coronavirus in Baden-Württemberg auf die Wirtschaft* noch deutlich verstärkt. Bereits nach dieser Protestaktion kündigte Klaus Gehrig, Chef der Schwarz Gruppe (Lidl, Kaufland) an, eine pragmatische und unbürokratische Lösung suchen zu wollen.

Als Reaktion auf die Proteste verkündete Lidl am Donnerstag in Heilbronn, dass der Einkaufspreis für zehn Artikel aus dem Schweinefleischsortiment um einen Euro pro Kilogramm angehoben worden sei, wie die dpa berichtet. Dadurch steigen auch die Preise im Handel im gleichen Umfang. Bereits in der vorherigen Woche habe der Discounter angekündigt, 50 Millionen Euro zusätzlich an die Landwirte der Initiative Tierwohl auszahlen zu wollen.

Lidl: Interessengemeinschaft der Landwirte begrüßt Reaktion - Konkurrent Aldi will nachziehen

Die Preiserhöhungen von Lidl als Reaktion auf die Bauernproteste treffen auf Zustimmung bei der Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) in Damme (Niedersachsen). Er gehe davon aus, dass auch die anderen Händler nachziehen werden, sagte der Geschäftsführer Torsten Staack. Den stark gesunkenen Erzeugerpreisen stünden gestiegene Verbraucherpreise gegenüber. „Von den höheren Verbraucherpreisen ist bei den Bauern bislang nichts angekommen“, sagte Staack. Er fordert, dass die Diskussion auch für die Landwirte zu einer nachhaltigen Preispolitik führt.

Da sich die Bauernproteste nicht nur gegen den Discounter Lidl richteten, müssen nun auch die anderen Händler reagieren. Konkurrent Aldi kündigte bereits an, am Freitag Gespräche - und anderem mit der Protestbewegung „Land schafft Verbindung“ führen zu wollen. *BW24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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