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Einstiger Spitzenkoch Jens Heber arbeitet jetzt an Rewe-Imbisstheke - für 32 Stunden die Woche

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Von: Armin T. Linder

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Statt edler Luxus-Kücke kredenzt ein ehemaliger Spitzenkoch jetzt an der Rewe-Imbisstheke schnelle Snacks. Und er ist glücklich mit dem Job.

Berlin - Der Einzelhandel sucht immer motiviertes Personal - und er gab auch in den schwierigen Corona-Jahren nicht selten Menschen einen Job, die in ihrer bisherigen Branche nicht oder kaum arbeiten konnten. Für Aufsehen sorgte etwa, dass ein Schlager-Star die Rewe-Uniform überstreifte.

Rewe: Ehemaliger Top-Koch arbeitet jetzt an Imbisstheke

Ebenfalls bei Rewe ist Jens Heber (36) untergekommen, berichtet tz.de. Der ehemalige Spitzenkoch arbeitet nun im Rewe-Markt an der Genslerstraße in Berlin an der Imbisstheke. Das berichten B.Z. und Bild. Corona traf auch Heber, sorgte aber gleichzeitig für Gedankengänge, ob er als Koch seine Zukunft sieht. Die Antwort lautete „nein“.

Der Job-Wechsel hat viel mit den Arbeitsbedingungen in der Gastronomie zu tun, dies sei „der einzige Arbeitgeber, bei dem Überstunden selbstverständlich sind“, so Heber. Die Branche sei für die Familienplanung „eine Vollkatastrophe“. Jetzt hat er eine geregelte 32-Stunden-Woche, verdient dem Bericht zufolge sogar genauso viel wie einst in Vollzeit als Koch. „Ich kann jetzt auf die Minute planen“, lobt der Vater einer kleinen Tochter die Vorzüge. Dafür nimmt er auch die oft monotone Arbeit in Kauf.

Rewe-Mitarbeiter Jens Heber war einst Sous Chef

Heber hatte mit 17 Jahren eine Ausbildung zum Koch begonnen, arbeitete in Trier als stellvertretender Küchenchef. Er war dermaßen angesehen, dass sein damaliger Arbeitgeber 2018 bei Facebook mit ihm und dem gereimten Satz „Heber am Weber“ mit ihm ein neues Grill-Angebot bewarb: „Ab sofort verwöhnt Euch unser Sous Chef Jens Heber bei verschiedenen Events oder Privatveranstaltungen mit leckeren Grillspezialitäten von unserem neuen Weber Gasgrill!“, hieß es zu einem Foto, auf dem Heber lächelt.

Doch glücklich wurde er auf Dauer nicht. Von Trier ging es nach Berlin. Jetzt bekommt er alles besser unter einen Hut. Und wahrscheinlich wissen nur die wenigsten Rewe-Kunden, wer ihnen dort den Leberkäse auf das Brötchen drapiert. Rewe, Leberkäse, da war doch mal was? Ein Foto schlug im Netz hohe Wellen. (lin)

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