Tragischer Vorfall

Koch trennt Schlange für Delikatesse den Kopf ab - 20 Minuten später beißt sie ihn tot

Der Kopf einer Kobra in Nahaufnahme
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Späte Rache: Eine Speikobra biss einen Koch, nachdem er sie geköpft hatte. Er starb kurz darauf (Symbolbild).
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Sie sollte im Suppentopf landen, doch eine Schlange wehrte sich und biss zu - obwohl der Koch ihr bereits den Kopf abgeschlagen hatte.

Foshan - Auch wenn man sie nur selten zu Gesicht bekommt, auch in Baden-Württemberg sind Giftschlangen heimisch. Für einige Menschen sind die Schlangen besonders gefährlich. Doch in Sachen Tödlichkeit können es heimische Arten wie Kreuzotter, Aspisviper und Co nicht einmal annähernd mit einer Kobra aufnehmen. Während bei uns Schlangen exotisch anmuten, sind sie in China heiß begehrt - als Mahlzeit. Schlangenfleisch gilt in vielen Regionen als eine Delikatesse, besonders Gerichte mit Giftschlangen sind beliebt. Das wurde einem Chefkoch in Foshan in Südchina nun zum Verhängnis. Er bereitete seine eigene Henkersmahlzeit zu - und starb noch in der Küche des Restaurants.

Wie unter anderem die tz* berichtet, wollte der Koch eine Suppe mit dem Fleisch einer Giftschlange zubereiten. Bei dem Reptil handelte es sich offenbar um eine siamesische Speikobra. Für das Gericht köpfte der Koch ein lebendiges Tier. Als er 20 Minuten später den Kopf entsorgen wollte, geschah das Unglück: Der Schlangenkopf biss den Mann in die Hand.

Das Gift wirkte schnell und führte bei dem Koch letztlich zu einem Atemstillstand. „So eine Situation ist sehr selten. Er hatte eine wirklich starke Reaktion auf den Biss der Schlange. Herbeigerufene Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun. Nur ein Gegengift hätte ihm noch helfen können“, so ein Sprecher der Polizei laut Daily Mail.

Geköpfte Giftschlange beißt Mann - wenig später ist er tot: Der Notarzt konnte nichts mehr tun

Dass die Speikobra nach dem Köpfen noch zubeißen konnte, ist nichts Ungewöhnliches, so Schlangen-Experte Yang Hong-chang gegenüber der Daily Mail. Alle Reptilien können bis zu einer Stunde ohne einzelne Körperteile oder ihren ganzen Körper überleben, sagt der Fachmann. „Es ist absolut möglich, dass der Kopf der Schlange noch am Leben war und so die Hand des Kochs beißen konnte. Die Reflexe des Tieres funktionieren weiterhin“, sagt Yang Hong-chang.

Die Giftnatter wird zwischen 120 und 150 Zentimeter lang und ist in Südostasien bis nach Thailand, Kambodscha und Südvietnam sowie in Teilen von Laos verbreitet. In China wird die Schlange häufig für die Verwendung in traditioneller Medizin, wegen ihrer Haut oder als Delikatesse gehandelt.

Das Fangen der Speikobra ist lebensgefährlich: Ihr Gift löst Lähmungen aus und kann - wie im Falle des Kochs - folglich zu Atemstillstand führen. Speit die Schlange ihrem Feind das Gift entgegen und es gelangt in die Augen, kann es außerdem zu schweren Augenschäden kommen.

Auch in Deutschland kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen mit Schlangen

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit eher gering ist, in Deutschland auf eine Schlange zu treffen, kommt es immer wieder zu unglücklichen Begegnungen mit den Reptilien. Eine vermeintliche Kobra löste in Baden-Württemberg erst kürzlich Panik aus. Im Kreis Ludwigsburg wurde eine Sichtung gemeldet. Weniger später dann die Entwarnung: Bei der Schlange handelte es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nur um eine sehr große und ungefährliche Ringelnatter.

Weniger Glück hatte ein zwölfjähriges Mädchen beim Wandern in Österreich. Nach dem Biss einer Kreuzotter kämpfte das Kind mit Atemproblemen und seine Hand schwoll stark an. Das Mädchen schwebte laut den Bergrettern zwar nicht in Lebensgefahr, ein Biss der Kreuzotter kann dennoch sehr gefährlich sein. Besonders ältere Menschen und Kleinkinder reagieren häufig stark auf das Gift. *tz ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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