Dramatischer Klimawandel

Eisschmelze in der Arktis nimmt immer weiter zu - Forscher zeigen fatale Folgen auf

Ein Eisbär steht im Nordpolarmeer auf eine Eisscholle.
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Ein Eisbär steht im Nordpolarmeer auf eine Eisscholle.
  • Marc Dimitriu
    VonMarc Dimitriu
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Der Klimawandel schreitet unaufhaltsam voran und mit ihm schmilzt immer mehr Eis in der Arktis. Das hat fatale Folgen für ganze die Erde, aber auch für heimische Tiere.

Spitzbergen - Der Klimawandel* ist vermutlich das größte Problem unserer Zeit. Er bedroht die gesamte Menschheit, aus diesem Grund finden an diesem Freitag, dem 24. September, überall auf der Welt zahlreiche Klima-Proteste der Bewegung Fridays for Futur statt. So auch in Bayern.

Klimawandel hat drastische Auswirkungen auf Mensch und Natur

Die Auswirkungen, wie die Hochwasserkatastrophen in Deutschland, sind derzeit noch selten, auch wenn Studien eine Häufung der Extrem-Ereignisse vorhersagen. Auf die Tierwelt sind die Folgen aber jetzt schon deutlich zu sehen. Besonders hart betroffen vom Klimawandel* sind Eisbären. Die Eisschmelze in der Arktis nimmt ihnen nicht nur den Lebensraum, sie werden auch immer mehr isoliert. Das hat fatale Folgen auf die genetische Vielfalt der Eisbären.

Wie Focus Online in Zusammenarbeit mit dem Wissensmagazin scienxx berichtet, haben Biologen bei den Eisbären von Spitzbergen erste Anzeichen für eine genetische Verarmung gefunden. Ihr Genpool ist laut den Forschern in nur 20 Jahren um drei bis zehn Prozent geschrumpft.

Klimawandel: Meereisschmelze mit fatalen Folgen für Eisbären in der Arktis

Die Bären sind auf das Eis in der Arktis angewiesen, um auf die Jagd zu gehen und Nahrung zu finden. Wegen der Schmelze können sie das vor allem im Sommer kaum noch. Das zweite große Problem ist, dass die einzelnen Individuen in der Regel Einzelgänger sind, die weit umherwandern. Durch die Eisschmelze* werden aber immer mehr Verbindungen gekappt und die Tiere voneinander isoliert. So wird es immer schwieriger, einen Paarungspartner zu finden.

Das hat Folgen für ihren Genpol, da sie nun dazu gezwungen sind, sich vermehrt mit lokalen und auch oft verwandten Tieren zu paaren. So gelangen kaum noch „frische“ Gene von zugewanderten Eisbären in die Population. Die Inzucht steigt. Wie die Magazine berichten, hat eine geringere genetische Vielfalt Auswirkungen auf ihre Gesundheit und schwächt ihre Anpassungsfähigkeit an Umweltveränderungen.

Klimawandel: Forscher entdecken Abnahme der genetischen Vielfalt bei Eisbären

Simo Maduna vom Norwegischen Institut für Bioökonomieforschung und seine Kollegen haben Genanalysen von 626 Eisbären, die rund um Spitzbergen leben, ausgewertet. Den Tieren wurden zwischen 1995 und 2016 DNA-Proben entnommen. „Unsere Studie umfasst damit mindestens zwei Generationen von Eisbären“, erklärten die Forschenden.

Maduna und seine Kollegen stellten fest, dass die genetische Vielfalt der Eisbären von Spitzbergen bereits zwischen drei und zehn Prozent abgenommen hat. „Besonders stark war der Verlust der genetischen Diversität und die Zunahme des Verwandtschaftsgrades bei den Eisbären im Nordwesten Spitzbergens. Dort war der Meereisverlust in den letzten 20 Jahren besonders schwerwiegend“, so die Biologen.

Eisbären vom Aussterben bedroht: Tempo der genetischen Verarmung alarmierend

Das Ausmaß und Tempo der genetischen Verarmung sei alarmierend, wenn man die kurze Studienzeit beachte. „Alarmierend ist dies auch deshalb, weil sich die Eisbären in ihrer bisherigen Geschichte kaum genetisch verändert haben“, betonen die Forscher laut Focus Online. „Aber jetzt sind die Eisbären einem zunehmend stärkeren klimatischen Selektionsdruck ausgesetzt.“

Schon früher hatten Forscher auch in anderen Teilen der Arktis Hinweise auf zunehmende Kreuzungen von Eisbären mit Braunbären gefunden. Ein weiteres Indiz für eine gestörte Partnerfindung. Die Forscher sind sich sicher, dass diese Region schon heute zeige, was in naher Zukunft auch anderen Eisbär-Populationen blühen könnte. Die geringere genetische Vielfalt könnte das Überleben der eigentlich perfekt an die Arktis angepassten Eisbären weiter erschweren. (md)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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