1. bw24
  2. Welt

Missbrauchsskandal: Paukenschlag im Erzbistum Köln - Kardinal Woelki bietet Papst Amtsverzicht an

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Michelle Brey

Kommentare

Kardinal Woelki hat am Aschermittwoch seinen Amtsverzicht angeboten.
Kardinal Woelki hat am Aschermittwoch seinen Amtsverzicht angeboten. © Andreas Arnold

Er gilt als umstritten, nun bietet Kardinal Woelki dem Papst nach eigenen Angaben seinen Amtsverzicht als Kölner Erzbischof an.

Köln / München - Der umstrittene Kardinal Rainer Maria Woelki hat dem Papst nach eigenen Worten seinen Amtsverzicht als Kölner Erzbischof angeboten. Papst Franziskus werde darüber zu gegebener Zeit entscheiden, erklärte das Erzbistum am Mittwoch. Zugleich ordnete der Papst demnach an, dass Woelki seinen Dienst in Köln wie geplant wieder aufnimmt. Somit übt Erzbischof Woelki sein Amt zunächst weiter aus.

Kardinal Woelke bietet Papst seinen Rücktritt an - und verfasst Brief an die Gläubigen

„Immer und immer wieder habe ich in den vergangenen Monaten - betend und arbeitend - mein Handeln und die Situation in unserem Erzbistum reflektiert und meditiert“, erklärte Woelki in einem zeitgleich veröffentlichten Brief an die Gläubigen zum Aschermittwoch. Bezüglich seines angebotenen Amtsverzichts sei der Papst frei, zu entscheiden, „was dem Wohl der Kirche von Köln am meisten dient“. Die Gläubigen bat Woelki in der Zwischenzeit um Geduld und darum, ihm „noch eine Chance zu geben“.

Er bat die Kirchenmitglieder um Offenheit und plädierte für einen Neuanfang. „Dafür möchte ich in den kommenden Wochen und Monaten die Begegnung mit möglichst vielen von Ihnen suchen“, schrieb Woelki. Gleichzeitig bedauerte er die schwierige Situation im Erzbistum: „Es tut mir leid, dass diese Zeit für viele Menschen in unserer Kirche eine so belastete Zeit ist.“

Nach Missbrauchsskandal: Woelki nahm sich Auszeit - und nennt nun Hintergründe

Nach Kritik an seiner Kommunikation bei der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals im größten deutschen Bistum* hatte sich Woelki im September die Auszeit genommen, obwohl er in einem juristischen Gutachten persönlich entlastet worden war. Als Grund für die fünfmonatige Auszeit, die er ab Oktober genommen hatte, nannte Woelki eine Art Burn-out.

„Tatsächlich war für mich im Oktober letzten Jahres ein Maß an körperlicher und mentaler Erschöpfung erreicht, das eine Auszeit notwendig machte. Es wird nicht wenige unter Ihnen geben, die um die Notwendigkeit einer solchen Zeit wissen, weil Sie selbst oder Ihnen nahestehende Menschen schon einmal die Erfahrung einer solch langfristigen Überbeanspruchung gemacht haben.“ Während seiner Auszeit war vor allem Kritik an der Höhe von Woelkis Gehalt* laut geworden. Zudem gab es Hoffnung, dass der Kardinal womöglich nicht zurückkehrt und sich damit die Situation entspannt. (mbr mit dpa und AFP) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare