1. bw24
  2. Welt

„Springen Sie nicht in den Gardasee“: Italien ächzt unter Hitze, Dürre und etlichen Bränden

Erstellt:

Kommentare

Touristen stehen in Riva del Garda auf Steinblöcken, die wegen des niedrigen Wasserstands im Gardasee neuerdings an der Wasseroberfläche liegen.
Touristen stehen in Riva del Garda auf Steinblöcken, die wegen des niedrigen Wasserstands im Gardasee neuerdings an der Wasseroberfläche liegen. © IMAGO/Aleksander Kalka/ ZUMA Wire

In Italien herrscht vielerorts Alarmstufe Rot: Gluthitze, Dürre und Brände sorgen für große Probleme. Auch die Gardasee-Region ist betroffen.

Garda - Springen Sie nicht in den Gardasee - der Wasserstand ist so niedrig, dass Sie sich den Kopf anstoßen könnten! Diese und andere Warnungen sind aktuell leider kein Spaß, wie Merkur.de berichtet. Südeuropa ächzt unter einer enormen Hitze. In Italien trifft die aktuelle Hitze-Welle auf anhaltende Trockenheit. Zudem wüten etliche Waldbrände, die die Behörden in Atem halten.

Glut-Hitze, Dürre und Feuer in Italien: „Springen Sie nicht in den Gardasee“

Am Wochenende können die Temperaturen in Italien örtlich bis zu 40 Grad Celsius erreichen. Wegen der geringen Menge an Regen und Schneefall in diesem Jahr herrscht vor allem im Norden Trockenheit und Gewässer führen viel weniger Wasser als üblich. Wer etwa im Gardasee baden will, sollte aufpassen beim Reinspringen, empfahl bereits ein Vertreter des dortigen Gemeindeverbandes laut dpa. Die Bild zitiert Pierlucido Ceresa, den Präsidenten des Gemeindeverbandes, noch drastischer mit dem Ausruf: „Springen Sie nicht in den Gardasee“! Grund: der niedrige Wasserstand.

Temperatur-Prognose für die Gemeinde Garda ab dem 18. Juli 2022

Montag: 33 Grad

Dienstag: 34 Grad

Mittwoch: 35 Grad

Donnerstag 36 Grad

Freitag: 35 Grad

Quelle: wetter.com

Wegen der Notlage entschieden Städte wie Mailand und Venedig zudem unlängst, Brunnen abzudrehen, um Wasser zu sparen. Die Regierung in Rom verhängte bereits den Dürre-Notstand in den fünf Regionen Lombardei, Piemont, Venetien, Friaul-Julisch Venetien und Emilia-Romagna. Weitere Regionen könnten noch folgen. Auf Urlauber dürfte das aber keine direkten Auswirkungen haben.

Was Italien-Urlauber nun beachten sollten, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

In vielen Teilen Italiens gilt außerdem eine erhöhte Waldbrandgefahr. „Ein Viertel der Waldbrände wurden heuer vermutlich durch Zigarettenstummel verursacht. Jedes Risikoverhalten, das einen Waldbrand verursachen könnte, muss unbedingt vermieden werden“, sagt der Forstwirtschaftslandesrat Südtirols, Arnold Schuler.

Italien-Dürre: Feuer in Gardasee-Region

Am nördlichen Teil des bei deutschen Touristen beliebten Gardasees beschäftigen seit knapp einer Woche zahlreiche Brände die Behörden. Die Feuer nahe der Kommune Nago Torbole seien wieder aufgeflammt, sagte ein Sprecher der Autonomen Provinz Trient auf Nachfrage. Die Feuerwehren bekämpften bis zum Mittwoch laut offiziellen Angaben am Berg Monte Baldo in einem Gebiet von rund 45 Hektar mehrere Brände. Am Mittwoch meldeten die Behörden, die Flammen seien unter Kontrolle. Das Gebiet würde aber weiter mit Drohnen überwacht, weil die speziell am Gardasee wehenden Winde aus Süden, auch Ora del Garda genannt, die Feuer wieder anfachen könnten.

Anwohner beobachten Waldbrände nahe Nago in Italien.
Anwohner beobachten Waldbrände nahe Nago in Italien. © IMAGO/Aleksander Kalka/ ZUMA Wire

Neue Hitzewelle trifft Italien

In dieser Situation trifft nun eine neue Hitzewelle Italien: „Die Temperaturen steigen in den kommenden Tagen, und das wird auch in unserem Land der Anfang einer neuen Hitzewelle sein“, sagte der Meteorologe Guido Guidi der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Bereits ab Freitag stiegen die Temperaturen in der Ebene entlang des Flusses Po in Norditalien auf 36 bis 40 Grad Celsius.

Die Gegenden im Norden und vor allem der Fluss Po leiden derzeit unter extremer Trockenheit, weil es zu wenig regnete. Der Wasserstand liegt stellenweise weit unter dem Mittelwert aus den Vorjahren. Die Behörde für die Überwachung des längsten Stroms Italiens fordert deshalb weiter, Wasser aus den großen Seen, wie dem bei Touristen beliebten Gardasee, abzuleiten. Der dortige Gemeindeverband lehnte das in der Vergangenheit jedoch ab.

Von der kommenden Sommerhitze sind laut italienischer Luftwaffe - sie ist für den offiziellen Wetterbericht zuständig - unter anderem auch die Toskana, das die Hauptstadt Rom umgebende Latium, der Osten Siziliens und Sardinien betroffen. Vor allem im Norden sind die Temperaturen laut Oberstleutnant Guidi höher als über den sonst üblichen Werten. Dahinter stecke ein Luftstrom aus Nordafrika, der auch Spanien und Südfrankreich betreffe. Die Auswirkungen seien in Italien zwar nicht so intensiv wie in den beiden anderen Ländern, aber trotzdem deutlich. Die aktuelle Wetterlage dürfte Guidis Prognose zufolge mit wenigen Veränderungen auch in der kommenden Woche so bleiben. (dpa/rjs)

Auch interessant

Kommentare