Steigende Fallzahlen

Immer mehr Kinder mit Atemwegserkrankungen im Krankenhaus

Kinderarzt untersucht Kind
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Auffallend viele Kinder machen seit einigen Wochen Atemwegsinfekte durch, die eigentlich erst in den Wintermonaten zu erwarten sind. Betroffen seien vor allem unter Sechsjährige.

Laut Medizinern ist es aktuell schwer, kleine Patienten mit Atemwegserkrankungen stationär in Kinderkliniken aufzunehmen. Denn die Zahl der Erkrankungen steigt rasant.

Berlin/Hannover (dpa) - Eine ungewöhnliche Häufung von Atemwegsinfekten bei Kindern bereits ab dem Spätsommer beunruhigt Mediziner. Betroffen seien vor allem unter Sechsjährige, sagte Jakob Maske, Sprecher des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte, der Deutschen Presse-Agentur. Aufgrund von Kita-Schließungen und anderen Corona-Maßnahmen im vergangenen Winter und Frühjahr seien sie bisher nicht in Kontakt mit bestimmten Erregern gekommen. «Die Infekte werden jetzt nachgeholt.»

Gefährlich sind bestimmte Erreger wie das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) vor allem für Frühgeborene und vorerkrankte Kinder im ersten Lebensjahr. Die Ärzte sorgen sich um ihre Versorgung im Herbst und Winter. Dem Verbandssprecher zufolge ist es schon jetzt sehr mühsam, kleine Patientinnen und Patienten stationär in Kinderkliniken unterzubringen. Hintergrund sei auch, dass zu wenige Kinderkrankenpflegerinnen und -pfleger ausgebildet würden.

Größere RSV-Ausbrüche unter Kindern wurden bereits im Mai aus Israel und in den Sommermonaten aus den USA, Australien und Japan gemeldet. Das RKI mahnte deshalb schon im Sommer an, sich auf ein ähnliches Szenario vorzubereiten. Im September seien doppelt so viele Ein- bis Vierjährige pro Woche mit Atemwegsinfekte in Kliniken eingewiesen worden wie in den Jahren vor der Pandemie, erläuterte das RKI auf dpa-Anfrage.

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