Todesopfer gemeldet

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Retter orten 24 Autos in Fluten - möglicherweise Menschen eingeschlossen

Die Hochwasser-Lage in NRW bleibt extrem angespannt, Häuser stürzen nahe Köln ein. Einige Einwohner sind in ihre Behausungen zurückgekehrt - trotz Warnung. Der News-Ticker.

  • Die Hochwasser-Katastrophe entspannt sich auch am Freitag nicht.
  • Mindestens 43 Todesopfer sind allein in NRW zu beklagen.
  • Am Freitag rollte die Flut nach Erftstadt (siehe Erstmeldung).
  • Dieser News-Ticker wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 16. Juni, 22.00 Uhr: Weite Teile Nordrhein-Westfalens sind schwer von der Hochwasser-Katastrophe betroffen, besonders schwer traf es dabei den Kreis Rhein-Erft. An der B265 in Erftstadt machten die Einsatzkräfte laut einem Bericht des Kölner Stadtanzeiger eine beunruhigende Entdeckung. Das zur Unterstützung angereiste Bayerische Rote Kreuz ortete per 24 Fahrzeuge auf der überschwemmten Luxemburger Straße. Diese liegen teilweise bis zu 10 Meter tief, derzeit kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich in den Fahrzeugen noch Menschen befinden.

Die Bergungsarbeiten der Fahrzeuge musste am Abend aufgrund der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen werden. Am Samstag werden diese fortgesetzt.

Erftstadt: Helfer der Wasserwacht untersuchen Lastwagen auf der überfluteten Bundesstraße 265

Hochwasser in Deutschland: Tausende Menschen evakuiert - Steinmeier besucht Zentrum der Katastrophe

Update vom 16. Juli, 20.29 Uhr: Mehrere Städte und Kreise in Nordrhein-Westfalen waren von den Überschwemmungen betroffen, einige Ortschaften in der Kölner Region waren bereits am Donnerstag evakuiert worden. Grund dafür war der drohende Bruch einer Talsperre, 4500 Menschen sind derzeit von den Evakuierungen betroffen.

Wie die Bezirksregierung Köln am Freitag über Twitter mitteilte, konnte die vom Dammbuch bedrohte Steinbachtalsperre freigelegt und geöffnet werden. Damit können bis zu sechs Kubikmeter Wasser in der Sekunde abgelassen werden. Zudem pumpt das Technische Hilfswerk weitere Wassermengen ab, wie die Bezirksregierung angab.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier meldete sich am Freitag zu Wort und kündigte seinen Besuch in besonders betroffenen Gebieten in Nordrhein-Westfalen an. So wird sich Steinmeier gemeinsam mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet am Samstag in Erftstadt im Rhein-Erft-Kreis über die aktuellen Entwicklungen informieren. Alleine in NRW wurden bislang 43 Todesopfer bestätigt. „In der Stunde der Not steht unser Land zusammen“, appellierte Steinmeier. Es komme nun darauf an, „mit denen, denen die Flut alles genommen hat“ Solidarität zu zeigen.

Hochwasser in Deutschland: Teile der A1 stürzen in Fluss - Erftstadt Zentrum der Unwetterkatastrophe

Update vom 16. Juli, 16.44 Uhr: Insgesamt 25 Städte und Landkreise in Nordrhein-Westfalen waren laut Angaben der Regierung von den Überschwemmungen betroffen. Ministerpräsident Armin Laschet sprach weiterhin von insgesamt 43 Todesfällen im Bundesland, fürchtet jedoch, dass die Zahl weiter ansteigt. Die stark vom Hochwasser betroffene Stadt Erftstadt meldete am Freitagnachmittag offiziell das erste Todesopfer, wie eine Sprecherin berichtete.

In der Nähe der Ortschaft Erftstadt-Blessem stürzten sogar Teile der Autobahn 1 in den Fluss Erft, wie die dpa berichtet. Demnach sollen etwa 40 Meter des Standstreifens in mehreren Stücken abgebrochen und in den Fluss gefallen sein, auch ein Stück einer Lärmschutzwand stürzte ein.

Drei Wohnhäuser sowie ein Teil einer historischen Burg fielen den Erdrutschen im besonders betroffenen Viertel von Erftstadt zum Opfer. Es wird davon ausgegangen, dass die nachgebenden Erdteile weitere Gebäude in die Tiefe reißen könnten. Zudem wurden massive Unterspülungen von Häusern sowie Teil- und Totaleinstürze gemeldet. Die Lage im 50.000-Einwohner-Ort sei „wegen der Dynamik“ derzeit „ganz besonders kritisch“, meinte NRW-Innenminister Herbert Reul. Zwar sinke der Wasserstand der Erft, diese sei jedoch noch immer viermal breiter als sonst. Was die Hochwasserkatastrophe übrigens mit dem Klimawandel zu tun hat, erklärt ein Meteorologe*.

Hochwasser in Deutschland: NRW-Innenminister Reul appelliert an die Bevölkerung - „Helfer nicht stören“

Update vom 16. Juli, 14.14 Uhr: „Es ist keine Zeit für Besichtigungen jetzt“: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hat eindringlich an die Bevölkerung appelliert, von Hochwasser-Tourismus abzusehen. Das sagte der CDU-Politiker nun in Düsseldorf. „Bitte zu Hause bleiben und die Helfer nicht stören.“

Er könne zwar verstehen, dass Menschen wissen wollten, wie es in überschwemmten Teilen ihrer Stadt aussieht. „Aber das kann man ja alles noch später machen. Wir brauchen jetzt einfach Platz und Zeit und Raum.“

Update vom 16. Juli, 13.25 Uhr: Im Raum Euskirchen sucht die Polizei weiterhin nach 40 vermissten Menschen. Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis werden ebenfalls noch 19 Menschen vermisst, wie die Polizei Köln am Freitag mitteilte. Bei der Hotline für vermisste Personen des Rhein-Sieg-Kreises seien mehr als 300 Nachfragen eingegangen. Viele der Anrufe seien auf das zusammengebrochene Mobilfunknetz zurückzuführen.

Hochwasser in Deutschland: Genaue Anzahl der Todesopfer in Erftstadt noch unklar

Update vom 16. Juli, 13.20 Uhr: Im besonders schwer von der Unwetterkatastrophe betroffenen Erftstadt-Blessem sind nach aktuellem Stand drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. „Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht“, sagte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf. Im bisher durchforsteten östlichen Teil des Ortes gebe es keine Todesopfer, alle dort lebenden Menschen seien in Sicherheit. „Aber das ist noch nicht die ganze Stadt.“ Die Lage in Erftstadt sei „wegen der Dynamik“ zurzeit „ganz besonders kritisch“ und noch sehr unübersichtlich.

Update vom 16. Juli, 11.40 Uhr: Die Situation an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen bleibt weiter angespannt. „Die Lage ist stabil, aber nicht unkritisch“, teilte der Kreis am Freitagvormittag mit. Der Pegelstand habe sich über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um etwa zwei Zentimeter abgesenkt und danach gehalten werden können.

Die Evakuierung der gefährdeten Gebiete sei vollständig abgeschlossen, teilte der Kreis weiter mit. „Wie lange die Situation
anhält, lässt sich zurzeit nicht sagen.“ Die Polizei Köln meldete zwischenzeitlich 24 Tote im Zusammenhang mit dem Hochwasser im Kreis Euskirchen.

Hochwasser in Deutschland: Erste vorläufige Festnahmen in NRW

Update vom 16. Juli, 11.30 Uhr: Bei dem Versuch, Geschäfte in den vom Hochwasser stark betroffenen Städten Eschweiler und Stolberg in Nordrhein-Westfalen zu bestehlen, sind fünf Menschen vorläufig festgenommen worden. In allen Fällen schrieben Beamte eine Anzeige wegen Diebstahls, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Ein 32 Jahre alter Mann versuchte demnach am Donnerstag in Stolberg, einen Gegenstand aus einem Juweliergeschäft zu stehlen. Als Zeugen ihn ansprachen, ließ er seine Beute wieder fallen.

In einem Supermarkt in Stolberg waren zwei Frauen im Alter von 28 und 24 Jahren und ein 35-jähriger Mann unterwegs, um Lebensmittel und Spielzeug zu stehlen. In Eschweiler wollte ein Mann Beute in einer Apotheke machen. In allen Läden war der Eingangsbereich jeweils durch die Hochwasserlage beschädigt, sagte der Polizeisprecher. Beamte nahmen die Personalien der Personen auf, die daraufhin wieder entlassen wurden. Die 28 Jahre alte Frau in Stolberg werde einem Haftrichter vorgeführt.

Bereits am Donnerstag berichtete die Polizei von versuchten Diebstählen in Geschäften in Stolberg. Eine Hundertschaft der Polizei
war im Einsatz, um die verlassenen Wohnhäuser und Geschäfte vor Plünderungen zu schützen.

Hochwasser in Deutschland: Zahl der Toten steigt weiter an

Update vom 16. Juli, 10.35 Uhr: Die Zahl der Unwettertoten ist in Nordrhein-Westfalen auf mindestens 43 gestiegen. Das hat das
NRW-Innenministerium am Freitag auf Anfrage mitgeteilt. Bislang war die Zahl auf mindestens 30 beziffert worden.

Update vom 16. Juli, 10.15 Uhr: In der schwer vom Hochwasser getroffenen Stadt Stolberg bei Aachen ist auch am Freitagvormittag die Trinkwasserversorgung kritisch. Sie sei zurzeit eingeschränkt, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Bürgerinnen und Bürger sollten Trinkwasser vor dem Gebrauch abkochen. Zur Sicherstellung der Versorgung seien in allen Ortsteilen Trinkwasserbehälter aufgestellt worden, wo sich die Betroffenen bedienen könnten. Im Übrigen kümmere sich die Stadt um die Koordination von Geld- und Sachspenden. Nähere Infos dazu sollten später folgen.

Am Donnerstag wurde aufgrund des Hochwassers das Trinkwassernetz beschädigt, wodurch es zu Druckabfällen im Netz gekommen ist.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Menschen waren zurückgekehrt - Todesopfer bestätigt

Update vom 16. Juli, 9.40 Uhr: Beim Einsturz von Häusern in Erftstadt-Blessem sind Menschen ums Leben gekommen. „Es gibt Todesopfer“, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln am Freitag. In der Ortschaft war es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen.

Nordrhein-Westfalen, Erftstadt: Trümmer eingestürzter Häuser liegen im Ortsteil Bessem.

Erstmeldung: Erftstadt - Nach der Unwetterkatastrophe entspannt sich auch am Freitag die Lage in NRW und Rheinland-Pfalz nicht, in Erftstadt-Blessem ist eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung am Freitagmorgen mitgeteilt. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser. Allein in NRW wurden am Donnerstagabend 30 Todesopfer bestätigt. In Rheinland-Pfalz erhöhte sich die Zahl der Toten am Freitagmorgen auf 50.

Hochwasser-Katastrophe in NRW: Erste Häuser in Erftstadt stürzen ein - Notrufe häufen sich

Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Wie der WDR berichtet, sollen viele Menschen trotz Warnung bereits in ihre Häuser zurückgekehrt sein. Viele andere sollen demnach das betroffene Gebiet von Anfang an nicht verlassen haben. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein nicht abstellbarer Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt. Auch Krankenhäuser sollen nach Angaben des WDR ihren Betrieb nicht weiter aufrechterhalten können. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Rhein-Erft-Kreis/dpa

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