Studie der Universität Liverpool

Katzen können Psychopathen sein – Ist Ihr Haustier betroffen?

  • Nail Akkoyun
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Wussten Sie, dass auch Katzen psychopathisches Verhalten zeigen können? Ein Fragebogen kann klären, ob auch Ihr Tier ein Psychopath ist.

Kassel – Katzen* gelten als recht eigensinnige Tiere, selbst psychopathische Züge werden den Samtpfoten nachgesagt. Doch ist da auch etwas dran? Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Liverpool haben einen Fragebogen entwickelt, der genau diese Frage beantworten soll.

Mithilfe von 46 Fragen, denen man in unterschiedlichen Abstufungen zustimmen oder widersprechen kann, soll eine psychopathische Tendenz errechnet werden. Die Fragen sind in Kategorien wie Gemeinheit, Mut beziehungsweise Neugierde, Enthemmung sowie Menschen- und Tierfreundlichkeit aufgeteilt. Zur Berechnung dient die sogenannte „CAT-Tri+“-Methode, heißt es in einem Artikel der Wissenschaftsdatenbank Sciencedirect.com.

Wissenschaftler erstellen Fragebogen für Katzen: Tiere sollen vor Tierheimen bewahrt werden

„Enthemmung und Tierunfreundlichkeit prognostizierten eine bessere Katzen-Besitzer-Beziehung, Gemeinheit und Kühnheit prognostizierten eine schlechtere Beziehung“, schreiben die Forschenden. Bei dem Fragebogen handelt es sich um einen Test, der ursprünglich für Menschen gedacht war, der von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aber auf Katzen angepasst wurde.

Auch Tiere können psychopathische Züge aufweisen. Ein Fragebogen soll beantworten, ob Ihre Katze ein Psychopath sein könnte.

Durch den Fragebogen wird unter anderem ermittelt, wie abenteuerlustig die eigene Katze ist, wie sie auf andere Tiere reagiert und ob sie Kleintiere jagt. Besitzerinnen und Besitzer können sich dabei auf einer Skala von „beschreibt meine Katze gar nicht“ bis „beschreibt meine Katze sehr gut“ entscheiden. Darüber hinaus bildet „nicht zutreffend“ eine weitere Antwortmöglichkeit, etwa weil es sich um eine Hauskatze handelt, die keine Lebendbeute machen kann.

Ziel der Forschung sei es, mehr Tiere vor dem Tierheim zu bewahren, da laut dem Team viele Katzen noch immer an Heime abgegeben werden. Man wolle mit der Studie dazu beitragen, unerwünschtes Verhalten der Katzen zu identifizieren, sodass Besitzerinnen und Besitzer ihre Erziehung und die Umgebung entsprechend anpassen können. So könnten besonders kühne Katzen häufig davon profitieren, wenn ihnen genügend Kratzgegenstände und hohe Hindernisse zur Verfügung gestellt werden, heißt es beispielsweise.

Psychopathische Tendenzen bei der Katze sind üblicherweise kein Grund zur Sorge

Ein psychopathisches Verhalten der eigenen Katze mag zunächst besorgniserregend klingen, sei an sich aber nicht weiter schlimm, da dies natürliche Gründe haben könnte. „Es ist wahrscheinlich, dass alle Katzen ein Element der Psychopathie haben, wie es einst für ihre Vorfahren hilfreich gewesen wäre, wenn es um die Beschaffung von Ressourcen ging: zum Beispiel Nahrung, Territorium und Paarungsmöglichkeiten“, sagte die Mitautorin und Psychologin Rebecca Evans der britischen Zeitung Metro.

Psychopathische Menschen werden in der Psychologie durch fehlende Empathie und eine hohe Manipulationsbereitschaft definiert. Darüber hinaus neigen sie zu hohen Risiken und Narzissmus, also starke Eitelkeit. Trotz dessen wirken sie häufig charmant, heißt es im Online-Lexikon für Psychologie und Pädagogik. Für die Erstellung des Fragebogens untersuchten die Forschenden 2042 Katzenbesitzerinnen und -besitzer sowie deren Katzen. (Nail Akkoyun) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/Imago

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