„Süßes, sonst gibts Saures“

Halloween: Die Geschichte der gruseligen Tradition

Gruselig kostümiert gehen Kinder und Jugendliche an Halloween durch die Straße und klingeln an Haustüren.
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Halloween wird auch in Deutschland gefeiert. Doch woher stammt der gruselige Brauch?
  • Julian Baumann
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Süßes oder Saures: In wenigen Tagen steht der wohl gruseligste Tag des Jahres bevor. BW24 erklärt, wo die Halloween-Nacht ihren Ursprung hat.

Stuttgart - Kürbisfratzen, als Monster verkleidete Kinder, die durch die Straßen ziehen und überall gruselige Dekoration. In wenigen Tagen, genauer gesagt am 31. Oktober, feiern die Vereinigten Staaten Halloween. Doch auch in Deutschland wird die gruselige Tradition seit vielen Jahren gefeiert. Demnach wird es auch bei uns bald Zeit, die blutigen Plastik-Messer zu wetzen, die löchrigen Bettlaken überzuwerfen und die Masken aufzuziehen. Zu Halloween 2021 gibt es auch in Baden-Württemberg viele Grusel-Events.

Das Halloween-Fest wird inzwischen mit den USA in Verbindung gebracht, was nicht zuletzt auch an der Horrorfilm-Reihe gleichen Namens mit dem Messerschwingenden Michael Meyers liegen könnte. Ist Halloween damit das US-Pendant zum Kölner Karneval oder zur schwäbisch-alemannischen Fasnet? Tatsächlich hat die gruselige Tradition einen ganz anderen Ursprung, der vielen nicht bekannt sein dürfte.

Die Geschichte von Halloween: Gruseltradition hat ihren Ursprung in Europa

Die Halloween-Nacht ist inzwischen in den USA aber auch in Europa und Deutschland ein besonderes Highlight des Jahres. Als Monster verkleidet ziehen die Kinder mit dem Schlachtruf „Süßes, sonst gibts Saures“ um die Häuser und fordern von den Nachbarn Süßigkeiten. Die älteren Bürger verkleiden sich in dieser letzten Oktobernacht ebenfalls und gehen auf Grusel-Partys. Ihren Ursprung hat die Tradition jedoch tatsächlich nicht in den USA, sondern in Europa. Während bei der schwäbisch-alemannischen Fasnet die „Geister des Winters“ vertrieben werden sollen, hatte das Halloween-Fest einen fast schon gegenteiligen Nutzen.

Zu Halloween verkleiden sich nicht nur Kinder. Auch Erwachsene feiern den gruseligen Brauch.

In der Zeit vor Christus feierten die Kelten in Irland am 31. Oktober mit dem „Samhain“ eines ihrer wichtigsten Feste, schreibt der NDR. Bei dieser feucht-fröhlichen Festlichkeit wurde die Ernte, der Anbruch der kalten Winterzeit und der baldige Anbruch des neuen Kalenderjahres gefeiert. Dass sich auch heute noch Menschen als Monster, Mumien und andere Gruselgestalten verkleiden, liegt daran, dass die Kelten damals glaubten, am 31. Oktober einen besonderen Kontakt zu den Toten herstellen zu können.

Halloween: Woher stammt der „Süßes oder Saures“-Brauch?

Die kleinen Grusel-Freunde weltweit freuen sich am 31. Oktober wohl neben dem Verkleiden am meisten auf die vielen Süßigkeiten, die sie von den Nachbarn erhalten. Die meisten Erwachsenen kaufen im Vorfeld der Halloween-Nacht extra viele Schokoriegel, Bonbons und weiteren Süßkram, um auf den spielerischen Überfall der kleinen Monster entsprechend vorbereitet zu sein. Doch woher stammt dieser Brauch überhaupt? Wie auch das Fest selbst geht die Tradition ebenfalls auf die Kelten und das Samhain zurück. Laut der Mythologie durchstreiften in der letzten Oktobernacht Tote die Straßen, die sich auf die Suche nach denjenigen begaben, die im kommenden Jahr sterben sollten.

Das heutige „Halloween“ geht auf das keltische Fest „Samhain“ aus der Zeit vor Christus zurück (moderne Version des Festes)

Um die Geister der Toten abzuschrecken und das Schicksal abzuwenden, verkleideten sich die Menschen an Samhain selbst als Geister und Monster und durchstreiften bei Nacht die Straßen. Zudem wurden an Häusereingängen kleine Schalen mit Gaben aufgestellt, die die Toten besänftigen sollten. Die Tradition hat sich, in stark kommerzialisierter Form, bis heute bewahrt. Das heutige Halloween geht demnach auf das heidnische Fest Samhain und dessen Bräuche zurück. Der heutige Name stammt jedoch aus dem Christentum.

Halloween: Daher stammt der heutige Name der Grusel-Nacht

Das heidnische Fest Samhain wurde von den Kelten in Irland bereits in der vorchristlichen Zeit gefeiert. Eine Art religiöser Funken sprang jedoch auch zu dieser Zeit mit. In seinem Buch Keltische Mythen: Der Mensch und seine Anderswelt schreibt Autor Ingeborg Clarus von Blutopfern, die in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November dem Unterweltsgott Cenn Crúach (irisch für „der blutige Kopf“) dargeboten wurden, um ihn und die anderen Gottheiten um Fruchtbarkeit zu bitten. So ist zumindest die Annahme, eine genaue Überlieferung ist aufgrund des Alters der Mythologie fraglich. Der heutige, englische Name der gruseligsten Nacht des Jahres geht jedoch auf das Christentum zurück.

Nach der Christianisierung Europas nannte die Kirche das heidnische Fest zum 31. Oktober „All Hallows Eve“, berichtet der NDR. Daraus entstand nach einigem Sprachwandel schließlich die heute Bezeichnung Halloween. Die Christen selbst feiern am 31. Oktober den Reformationstag und gedenken Martin Luther und seiner 95 Thesen. Die Grusel-Nacht Halloween geht demnach auf ein vorchristliches Heidenfest der Iren zurück, trägt jedoch einen Namen, der ihr von der Kirche verliehen wurde.

Inzwischen ist das Fest sehr stark kommerzialisiert. Discounter-Ketten wie Lidl und Kaufland bieten vor und zu Halloween beispielsweise bestimmte Süßigkeiten an und auch der größte Freizeitpark Deutschlands bietet in diesen Tagen ein besonders gruseliges Spektakel und eine ganze Reihe schauriger Attraktionen. Wer jetzt noch keine Karten für den Grusel-Spaß im Europapark hat, geht in diesem Jahr jedoch leer aus. Für die Tage im Oktober gibt es keine Karten mehr, sie sind restlos ausverkauft.

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