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Hoffnung für Kahlköpfe: Haarausfall könnte bald der Vergangenheit angehören

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Von: Franziska Vystrcil

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Ein Mann schaut sich in einem Spiegel besorgt seine Haare an
Wissenschaftler haben das Protein TGA-beta als Auslöser für Haarausfall ausgemacht. © imago images

Wissenschaftler haben den Verantwortlichen für Haarausfall entdeckt: Ein Protein sorgt dafür, dass Haarwurzeln absterben. Mit diesem Wissen wollen die Forscher ein Mittel gegen Haarverlust entwickeln.

Berkeley - Volles, dickes und gesundes Haar - für viele Menschen ein unerreichbarer Traum. Millionen Menschen weltweit leiden unter Haarausfall. Spezielle Shampoos, Tinkturen - die Auswahl an Hilfsmitteln auf dem Markt ist groß, doch nichts scheint wirklich zu helfen. Viele Menschen benutzen auch ihr Shampoo falsch.

Wissenschaftler der University of California in Berkeley könnten das haarige Problem nun sprichwörtlich an der Wurzel packen. Sie haben ein Protein als Ursache des Haarwurzelsterbens ausgemacht. Mit diesem Wissen wollen sie ein Gegenmittel entwickeln - das selbst bei Kahlköpfen wieder Haare sprießen lassen könnte.

Studie macht Hoffnung: Protein hat Einfluss auf unser Haarwachstum

Wie Bild berichtet, hat das Forscherteam das Signalprotein „TGF-beta“ als Schuldigen ausgemacht. Demnach reguliert dieses Protein die Teilung, das Wachstum sowie den Tod von Zellen. TGF steht dabei für „Transforming Growth Factor“, also transformierender Wachstumsfaktor. Die Biologin Qixuan Wang und ihr Team fanden heraus, dass es bei dem Protein auf die richtige Menge ankommt. „TGF-beta hat zwei entgegengesetzte Funktionen. Es hilft Haarfollikelzellen, neues Leben zu produzieren, und später hilft es, die Apoptose, den Prozess des Zelltods, zu steuern“, sagte Qixuan Wang laut einer Mitteilung der Universität. 

Ist zu viel des Proteins vorhanden, kommt es zum Haarausfall und im schlimmsten Fall zum Absterben der Haarwurzeln. Genau bei dieser Erkenntnis will das Forscherteam nun ansetzen: Gelingt es ihnen, die richtige Menge des Proteins zu ermitteln, könnte Haarausfall gestoppt werden. Der komplette Verlust der Haare könnte laut den Wissenschaftlern sogar rückgängig gemacht werden. Auch Stress kann zu Haarausfall führen. Laut einer Studie soll ein bestimmter Song Stress senken.

Jedoch steht das Team derzeit noch vor einem Problem: Noch immer ist unklar, warum sich Haarwurzeln und die Follikel, welche sie in der Haut halten, überhaupt selbst zerstören. Es gibt bereits Hypothesen, dass es sich bei dem Haarverlust um eine vererbte Eigenschaft von Tieren handelt. Viele Arten werfen ihr Fell ab, um sich an heiße Temperaturen anzupassen, oder aber sie versuchen, sich so besser zu tarnen. Belegt wurde bisher jedoch keine der Theorien.

Erkenntnis der Forscher könnte auch bei Wundheilung nützlich sein

Aufgeben wollen Qixuan Wang und ihr Team dennoch nicht. Denn Haarfollikel enthalten Stammzellen, die sich in alle möglichen Zellen umwandeln können. „Selbst wenn sich ein Follikel selbst tötet, tötet es niemals sein Stammzellreservoir. Erhalten die überlebenden Stammzellen das Signal, sich zu regenerieren, teilen sie sich, bilden neue Zellen und entwickeln sich zu neuen Follikeln“, macht die Studienleiterin Hoffnung. Im nächsten Schritt suchen die amerikanischen Wissenschaftler nun nach einem Weg, das Signal des Proteins künstlich auszulösen.

Dies könnte Millionen von Menschen wieder Haare bescheren. Und noch mehr: Auch die Wundheilung könnte auf diese Weise beschleunigt werden, wie ntv berichtet. „Unsere Arbeit könnte möglicherweise Menschen helfen, die an einer Vielzahl von Problemen leiden“, sagt Qixuan Wang.

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