1. bw24
  2. Welt

„Unfassbar“: 800 Kilo schwere Edelstahlkugel voll Gin aus dem Bodensee verschwunden

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sina Alonso Garcia

Kommentare

Die Schweizer Catering- und Eventfirma Fishgroup lagert seit Monaten eine Edelstahlkugel mit 230 Litern Gin im Bodensee. Nun, da die Lagerzeit vorbei ist und die Kugel geborgen werden sollte, fehlt von ihr plötzlich jede Spur.

Romanshorn - Jedes Jahr versenkt die Schweizer Catering- und Eventfirma Fishgroup eine Edelstahlkugel mit selbst produziertem Gin im Bodensee. 100 Tage soll der Gin dort lagern, um ein besonders Aroma zu erlangen. Auch im August 2022 wurde die 800 Kilogramm schwere Kugel in 23 Metern Tiefe versenkt. Als Taucher der Firma die Kugel nach Ablauf der Lagerzeit nun wieder ans Tageslicht befördern wollten, machten sie eine schier unglaubliche Entdeckung: Der Gin-Koloss befand nicht mehr an Ort und Stelle. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, geht das Unternehmen davon aus, dass die Kugel gestohlen wurde.

Kugel mit Gin
Die Fishgroup, ein Schweizer Unternehmen für Catering und Eventmanagement, stellt jedes Jahr eine Sonderausgabe Gin her, die 100 Tage lang im See gelagert wird und dadurch ein besonderes Aroma erlangen soll. © picture alliance/dpa/Fishgroup/Diana Strohmeier

„Es ist für uns unfassbar, dass so etwas passiert und es so dreiste Menschen gibt, die so etwas tun“, schreibt die Fishgroup auf ihrer Webseite. Besonders ärgerlich: Die meisten Flaschen des Edel-Gins für 99 Franken das Stück (umgerechnet rund 100 Euro) sind schon im Voraus verkauft worden. „Die Anzeige bei der Polizei ist bereits gemacht“, so das Unternehmen. „Wir melden uns bei allen, die bereits eine oder mehrere Flaschen bestellt und bezahlt haben. Natürlich versuchen wir alles, damit wir die Kugel wieder erhalten.“

230 Liter Gin im Wert von 41.800 Euro: Kugel-Diebstahl im Bodensee verursacht hohen finanziellen Schaden

Wie die Kantonspolizei Thurgau bestätigte, ist die Anzeige der Fishgroup bereits eingegangen. Polizeitaucher seien laut eines Sprechers schon vor Ort gewesen, um sich selbst ein Bild zu machen. Für die Eventfirma aus Romanshorn ist der Diebstahl ein finanziell schwerer Verlust: Der Inhalt der Kugel entsprach umgerechnet 418 Flaschen Gin - multipliziert mit dem Verkaufspreis von 100 Euro ist man bei insgesamt 41.800 Euro, die nun spurlos verschwunden sind.

Es ist wie ein Baby, das einem entrissen wurde.

Cello Fisch (Inhaber der Fishgroup)

Wie Fishgroup-Inhaber Cello Fisch laut SWR mitteilte, sei die mit feinem Gin gelagerte Kugel Anfang August samt Betonsockel etwa 300 Meter vom Schweizer Ufer entfernt vor Romanshorn versenkt und mit einer schwarzen Plane bedeckt worden. Als die Taucher die Kugel im Dezember bergen wollten, hätten sie nur noch den Abdruck im Seegrund gesehen. Wie die Diebe die 800 Kilogramm schwere Kugel aus dem Wasser holen und an Land bringen konnten, ist Cello Fisch ein Rätsel. Für ihn liegt der Verdacht nahe, dass Spezialequipment verwendet wurde.

Nach Gin-Diebstahl: Der Schock sitzt tief - „wie ein Baby, das einem entrissen wurde“

Noch immer sitzt der Schock bei Fisch und seinen Kollegen nach dem Verschwinden ihres „Ginial“ tief. „Es ist wie ein Baby, das einem entrissen wurde“, so der Firmenchef gegenüber dem Tagblatt. 2022 war bereits das dritte Jahr, in dem die Gin-Manufaktur die Kugel im See versenkte. Zwar ist der finanzielle Verlust durch den Kugel-Diebstahl nicht unerheblich, dennoch betont Fisch: „Natürlich fehlt das Geld. Zum Glück sind wir aber nicht nur auf den Gin angewiesen.“

Viele Kunden zeigen sich nach der Schocknachricht solidarisch und unterstützen die Fishgroup durch den Kauf von speziell angefertigten Flaschen und Säcken, in denen der Gin eigentlich verkauft worden wäre. Diese können jetzt zum Herstellungspreis erworben werden. Ärgerlich für Fisch und seine Firma: „Da es ein unüblicher Versicherungsfall ist, haften wir selber für den verlorenen Umsatz.“

Auch interessant

Kommentare