1. bw24
  2. Welt

Fund am Atlantik: Forscher entdeckt gigantischen Riesen-Kalmar

Erstellt:

Von: Johannes Nuß

Kommentare

An Südafrikas Küste in Kapstadt hat ein Naturforscher einen gigantischen Riesen-Tintenfisch entdeckt. Normalerweise leben die Tiere in großen Tiefen.

Kapstadt – Da staunte der britische Naturforscher Tim Dee nicht schlecht: In der vergangenen Woche hat der Brite an der Küste Kapstadts, genauer gesagt am beliebten Scarborough Beach, einen gigantischen, toten Kalmar entdeckt. Das Tier ist unglaubliche 4,20 Meter groß, heißt es in übereinstimmenden Medienberichten, wie kreiszeitung.de berichtet. Das ist außergewöhnlich, denn diese Tiere leben aller Erkenntnis nach in ungeahnten Tiefen der Weltmeere, heißt es in einem Video, das der Stern veröffentlicht hat. Es gibt darum von ihnen es kaum Aufnahmen, auf denen sie lebend zu sehen sind. Japanischen Forschern ist es 2013 gelungen, einen Riesenkalmar zu filmen.

Naturforscher entdeckt 4,30 Meter großen Riesenkalmar an der Küste von Kapstadt

Noch ist unklar, woran das riesige, wirbellose Tier verendet ist. Experten vermuten aber, dass es bei der Nahrungssuche womöglich in eine Schiffsschraube geriet und dadurch getötet wurde. „Sein Papageienschnabel im ersten Bild, sein Auge im zweiten. Spezielle Tiefseequallen. Wohin gings, du Moby Dick?“, fragt der Naturforscher, der auch Dokumentationen für die BBC dreht, in einem dramatischen Tweet bei Twitter. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass an der Küste Südafrikas ein Riesenkalmar tot aufgefunden wird.

Ein Kind steht an einer Steinküste hinter einem Riesenkalmar.
Der britische Naturforscher Tim Dee hat an einem Strand in der Nähe von Kapstadt einen toten Riesenkalmar entdeckt. © Tim Dee/twitter

„Obwohl es auch andere große Kalmare gibt, bin ich ziemlich sicher, dass es sich um einen echten Riesenkalmar handelt“, sagt Zoologe Mike Vecchione gegenüber der Webseite Metro.uk zu den Bildern. Damit bezieht sich der Zoologe laut Metro.uk auf die Spezies „Architeuthis dux“. Diese Tiere leben in Tiefen von 300 bis 1000 Metern. Dort wachsen sie mit ihren zehn Armen auf eine Größe von mehr als zehn Metern Länge an. Ähnlich wie die gigantischen Megalodons, die eigentlich als ausgestorben gelten, aber immer mal wieder angeblich gesichtet werden.

Bilder zeigen das typische Riesenauge des Riesenkalmars vor der südafrikanischen Küste

Auf den Bildern, die Tim Dee auf Twitter veröffentlicht hat, sind die charakteristischen Riesen-Augen des Kalmargiganten zu sehen. Aufgrund dieser riesigen Augen ist es den Tieren möglich, in den Tiefen der Weltmeere allein mit ihrer Sehkraft zu jagen. Sie zählen zu den größten Augen im Tierreich.

Doch, warum ist der Riesenkalmar verendet und bei Kapstadt angespült worden? Meeresbiologe Dylan Clarke hat eine Vermutung, was der Grund gewesen sein könnte. Denn sobald es Abend wird, steigen die Riesenkalmare aus den weiten Tiefen der Meere auf und begeben sich auf Futterjagd.

Beim Auftauchen sei das Tier möglicherweise von einer Schiffsschraube verletzt worden. Über die Meeresbewohner, die im Pazifik und Atlantik heimisch sind, ist nicht allzu viel bekannt – darum ranken sich um sie allerlei Legenden. Der Kadaver soll nun von Forschern untersucht werden.

Wer einmal ein Exemplar dieser riesigen Tintenfische sehen möchte, der ist im Frankfurter Senckenberg-Museum an der richtigen Adresse. Dort wurde im vergangenen September eine Tiefseeausstellung eröffnet. In dieser Tiefseeausstellung des Senckenberg-Museums in Frankfurt am Main ist unter anderem ein Riesenkalmar zu sehen.

Auch interessant

Kommentare