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Frau reist extra 800 Kilometer zur „einfachsten“ Fahrprüfung – und fällt durch

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Von: Franziska Schuster

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Führerschein: Deutsche Regierung und EU-Kommission planen Änderungen (Symbolfoto).
Die Britin Constance Kampfner war sich sicher, die „einfachste Fahrprüfung“ im Vereinigten Königreich zu schaffen - doch auch in Schottland fiel sie durch (Symbolfoto). © Armin Weigel/dpa

Constance Kampfner wollte unbedingt ihre Fahrprüfung bestehen. Für den zweiten Versuch fuhr sie von London nach Schottland, um die ihrer Meinung nach einfachste Prüfung im Vereinigten Königreich zu bestehen - und fiel trotzdem durch.

London - So hatte sich das Constance Kampfner aus London sicherlich nicht vorgestellt: Da sie bei ihrer ersten Führerscheinprüfung durchgefallen war, reiste die Britin auf die 800 Kilometer entfernte Isle of Mull vor der Westküste Schottlands. Der Grund für die lange Reise: Angeblich bestünden dort höhere Chancen, die Fahrprüfung zu bestehen. 90 Prozent aller Fahrschülerinnen und Fahrschüler schafften dort die Prüfung, hieß es. Constance Kampnfer gehörte jedoch zu den anderen 10 Prozent - denn selbst die „einfachste“ Fahrprüfung konnte die junge Frau nicht meistern.

Britin reist für Führerscheinprüfung nach Schottland - „Ich musste einfach meine Chancen optimieren“

Sicherlich erinnert sich jeder an seine Führerscheinprüfung: Aufgeregt, nervös und ungeduldig wollte man die gefürchtete Fahrt einfach nur hinter sich bringen. Die Führerscheinprüfung wird in Deutschland immer wieder angepasst. Der Fragenkatalog änderte sich 2022 erneut. Ein Bestehen ist nicht selbstverständlich. Rund 40 Prozent aller Fahrschülerinnen und Fahrschüler rasseln bei ihrem ersten Versuch durch die Prüfung. So auch die Fahrschülerin Constance Kampfner aus London.

Um ihre Chancen zu verbessern, beim zweiten Versuch erfolgreich zu sein, machte sich die Londonerin auf die Suche nach der einfachsten Fahrprüfung. Eine kurze Google-Suche, schon spuckte die Suchmaschine einen Ort aus: Auf schottischen Insel Mull seien die Chancen auf eine bestandene Führerscheinprüfung besonders gut. Und noch etwas überzeugte Constance Kampfner, in Schottland endlich den Führerschein in Händen zu halten: Leere Straßen, zum Teil sogar nur einspurig und lediglich ein Kreisel klangen für die junge Frau vielversprechend. „Ich war zuversichtlich. Vor allem, nachdem ich erfahren hatte, dass der einzige Kreisverkehr auf Mull nicht auf der Strecke liegen würde und dass man nirgendwo parallel parken konnte“, sagte Constance Kampfner im Gespräch mit der britischen Times.

Die zehnstündige Reise, zu der auch eine Fährüberfahrt gehörte, schreckte sie nicht ab. Sie wollte unbedingt die Prüfung bestehen und mit dem begehrten Schein nach Hause kommen. „Ich war fest entschlossen, meine Fahrprüfung beim zweiten Mal zu bestehen - ich musste einfach meine Chancen optimieren.“ Selbst wenn man die Prüfung schafft, kann der „Lappen“ schnell wieder weg sein. Wer in Deutschland einen Führerschein auf Probe hat, den können bestimmte Verstöße um die Erlaubnis bringen.

Trotz weiter Anreise: Fahrprüfer lässt Britin abermals durchfallen

Doch selbst die einfachsten Straßenverhältnisse halfen der Britin nicht. Der Fahrprüfer teilte ihr mit, dass sie nicht bestanden hatte. „Er hatte ein paar Mal erwähnt, dass ich für seinen Geschmack zu weit in der Mitte der Straße fuhr, aber ich hatte es als freundlichen Rat verstanden“, erinnert sich Constance Kampfner. „Stattdessen wurde es mir zum Verhängnis.“ Ob sie einen weiteren Versuch wagt und wo sie diesen eventuell durchführen wird, verrät Constance Kampfner der Times nicht.

Weitere Fahrstunden könnten sicherlich nicht schaden. Autofahren üben ohne Führerschein ist auch in Deutschland möglich. Es ist jedoch nicht alles erlaubt, bei Verstößen drohen Strafen.

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