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Alternative zu Photovoltaik: Mini-Windturbine erzeugt so viel Strom wie 16 Solarmodule

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Von: Franziska Schuster

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Eine Windanlage von Aeromine Technologies.
Eine Windanlage von Aeromine Technologies. © Screenshot aerominetechnologies.com

Flügellose Windturbinen sind nicht nur leise, sondern sollen auch weitaus mehr Strom erzeugen. Aeromine Technologies hat ein System entwickelt, das eine erneute Energiewende bringen könnte.

Wyandotte - Seit Beginn der Energiekrise in Deutschland und Europa wächst der Druck auf Politik und Wirtschaft, Alternativen zur Energiegewinnung zu finden und deren Entwicklung voranzutreiben. Deutschland soll möglichst schnell vom russischen Gas unabhängig werden. Auch Privathaushalte bleiben von den steigenden Stromkosten nicht verschont. Vor allem der Ausbau erneuerbarer Energien rückt daher nun wieder vermehrt in den Mittelpunkt der Diskussion. Der Plan des Bundeskabinetts: Der Großteil aller Energie für Strom, Verkehr und Heizung soll in zehn Jahren aus Wind- und Sonnenenergie stammen.

Eine Wende in der Energiegewinnung könnte das amerikanische Cleantech-Unternehmen „Aeromine Technologies“ bringen. Mit ihrer Mini-Windturbine will der Konzern eine kompakte, leise und besonders effiziente Windkraftanlage entwickelt haben. Erste Tests sind vielversprechend: Eine der Mini-Windturbinen erzeugt so viel Strom wie 16 Solarmodule.

Unabhängig von Wind, Wetter und Sonne: Aeromine-Systeme effizienter als Solar- und Windkraftanlagen

Solarzellen und Windturbinen sollen Deutschland unabhängiger von anderen Energieträgern machen. Das Wetter in Deutschland sowie genügend Platz für die Anlagen spielen dabei jedoch eine entscheidende Rolle. Flügellose Windturbinen wären daher eine gute Lösung. Es besteht ein geringerer Platzbedarf und auch die Wetterverhältnisse sind bei der Stromerzeugung nicht mehr ausschlaggebend. Wie t3n.de berichtet, könnte eine Mini-Windturbine von Aeromine die Lösung aller Probleme sein.

Mini-Windturbine von Aeromine Technologies
Eine Grafik zeigt, wie die Windturbine funktioniert. Die Luft wird oben verdichtet und zu einer Turbine geführt. © aerominetechnologies

Die Turbinen benötigen deutlich weniger Platz, erzeugen 50 Prozent mehr Strom im Vergleich zu Solarpaneelen und produzieren sogar nachts Strom. Das neu entwickelte Verfahren setzt auf nur wenige bewegliche Teile. Die Teile verstärken den Luftstrom und leiten ihn zu einer kleinen Turbine. Bei herkömmlichen Windanlagen bewegt der Wind die Flügel des Windrads, die wiederum Generatoren antreiben und so Strom produzieren. Dabei wächst die Energiemenge proportional zur Fläche, die der Wind durchstreicht. Windkraftanlagen müssen daher entsprechend groß sein und benötigen viel Platz. Für Privathaushalte sind Windkraftanlagen, etwa in „Mini-Format“, daher nicht rentabel und ineffizient. Verbraucher suchen seit Beginn der Energiekrise vermehrt nach Alternativen zu Strom, Gas und Öl, um sich vor Preisexplosionen zu schützen.

Das System von Aeromine könnte dies künftig ändern. Das Besondere des Systems: es macht sich die Auftriebsmechanik von Flugzeugflügeln zu nutzen. Senkrechte Flügel fangen dabei durch ihre Form den Wind sozusagen ein, verstärken ihn und leiten ihn zu einer Turbine weiter. Die Anordnung der Flügel ist hierbei entscheidend, denn diese verhilft dem Stromgenerator, einen viel größeren Windanteil zu nutzen, als dies etwa bei Windkrafträdern geschieht.

BASF-Werk testet Mini-Windturbine in den USA

Für Privathaushalte wäre Aeromine die ideale Lösung. Durch seine geringe Größe braucht das System nur zehn Prozent der Dachfläche, die Solarzellen benötigen würden. Somit kann die Mini-Windturbine ohne Weiteres auf Flachdächern angebracht werden.

BASF testet derzeit eine Anlage auf einem Werk in Wyandotte, Michigan (USA). Denn die Turbinen sollen zunächst nur gewerblichen Kunden zur Verfügung stehen, heißt es in einer Mitteilung von Aeromine. Lagerhäuser, Vertriebszentren, Fabriken und Bürogebäude, aber auch Mehrfamilienhäuser und große Einzelhandelsgeschäfte sollen als Einsatzgebiete dienen. Jedoch könnte es nur eine Frage der Zeit sein, ehe die Anlagen auch auf unseren Wohnhäusern einen Platz finden.

Auch in Baden-Württemberg startet ein besonderes Pilotprojekt zur Energiegewinnung. Über einer Nebenfahrbahn der A81 bei Singen wird eine Photovoltaikanlage errichtet

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