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Elon Musk macht sich über Twitter lustig, obwohl ihm eine Milliarden-Strafe droht

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Von: Nadja Pohr

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Elon Musk
Über eine mögliche Klage von Twitter kann Elon Musk nur lachen. Für ihn bedeutet das, dass die Plattform Informationen offenlegen müsse, die er nicht bekommen habe. © Patrick Pleul/dpa

Elon Musk ließ den Twitter-Deal platzen und will die Plattform nicht übernehmen. Fehlende Informationen seien der Grund - darüber macht er sich nun auch lustig.

San Francisco - Tesla-Gründer Elon Musk sorgt mit seinem Rückzieher bei der Übernahme des Kurznachrichtendienstes Twitter für Aufruhr. Nur zwei Monate nachdem Musk die Plattform für rund 44 Milliarden Dollar gekauft hatte, ließ er nun über seine Anwälte mitteilen, dass er es sich anders überlegt habe. Die Begründung sei, dass Twitter keine vollständigen Informationen zur Zahl von Fake-Accounts mitgeteilt habe.

Twitter will diesen Korb von Elon Musk jedoch nicht einfach so hinnehmen und kündigte bereits an, juristische Schritte einzuleiten. Der Vorstand des Kurznachrichtendienstes wolle mit aller Kraft versuchen, den Deal unter den vereinbarten Bedingungen und dem besprochenen Preis mit Musk abzuschließen, wie Vorstandschef Bret Taylor auf der Plattform mitteilte. Elon Musk hingegen macht sich über die Drohungen auf seinem Profil lustig - obwohl ihm eine Milliarden-Strafe drohen könnte.

Elon Musk zeigt sich angesichts Twitter-Klage gelassen - Rechtsexperten rechnen ihm wenig Chancen ein

Am Montag (11. Juli) teilte Tesla-Chef Elon Musk ein Bild auf seinem Twitter-Profil. „Sie sagten, ich könnte Twitter nicht kaufen. Dann offenbarten sie die Bot-Infos nicht. Jetzt wollen sie mich vor Gericht zwingen, Twitter zu kaufen. Jetzt müssen sie Bot-Informationen vor Gericht offenlegen“, heißt es darauf. Daneben sind Fotos von Musk zu sehen, wie er zunehmend mehr lacht. Mit seinem Beitrag macht er sich offenbar über die Klage von Twitter lustig, die nicht ihm, sondern der Plattform schaden würde. Dabei rechnen Rechtsexperten dem Multimilliardär wenig Chancen auf einen Sieg ein.

 „Wir werden sehen, ob Elon Musk über dem Gesetz steht“, sagte John Coffee, Professor an der Columbia Law School in New York. Twitter sei durchaus in einer guten Position zu belegen, dass sie Musk sehr wohl mit den notwendigen Informationen versorgt haben und dass er nur nach einem Vorwand suche, den Deal zu beenden, erläuterte eine weitere Expertin. Elon Musk müsse dann mit einer Strafe von mehreren Milliarden Euro rechnen, falls die Übernahme tatsächlich scheitert. Pikant ist auch, dass Musk jahrelang von den Bots, die er nun beseitigen will, profitiert hat. Twitter-Bots sollen über ein Jahrzehnt lang Tesla gepusht haben.

Thema Twitter ist für Elon Musk noch lange nicht durch

So leicht kann Elon Musk Twitter also nicht losbekommen. Zumal Experten auch vermuten, dass sich Musk und Twitter außergerichtlich auf eine höhere Strafzahlung einigen oder den Kaufpreis neu verhandeln, wie das Handelsblatt schreibt. Das geteilte Bild von Musk selbst ist indessen für viele Twitter-User ein Zeichen, dass das Thema beim derzeit reichsten Menschen der Welt noch nicht vom Tisch ist. Andere Nutzer kritisieren, Musk würde sich verhalten „wie das eine Kind, das behauptet, mit Absicht zu verlieren, wenn es verliert.“

Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump lässt kein gutes Haar an Elon Musk - obwohl dieser ihm die Rückkehr zum Kurznachrichtendienst ermöglicht hätte. Musk sei nur „ein weiterer Quatschkopf“, äußerte Trump bei einer Wahlkampf-Veranstaltung in Alaska. „Er hatte einen lausigen Vertrag“, kritisierte er zudem. Trump hätte den Vertrag gesehen. „Kein guter Vertrag.“ Twitter plant jedenfalls noch Anfang dieser Woche, die Klage wegen Vertragsbruchs einzureichen - dann wird sich zeigen, ob Elon Musk weiterhin zu Scherzen aufgelegt ist.

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