5.000 Dollar sind ihm nicht genug

Schüler trackt Privatjet von Elon Musk und erpresst den Tesla-Boss

Elon Musk, Chef der Weltraumfirma SpaceX und Tesla-CEO, kommt zur Preisverleihung des Axel Springer Award.
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Ein Schüler trackt den Privatjet von Tesla-Boss Elon Musk. Für die Abschaltung fordert der 19-Jährige eine Gegenleistung.
  • Julian Baumann
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Ein 19-Jähriger trackt den Privatjet von Tesla-Boss Elon Musk. Der Milliardär will das unterbinden, doch der Schüler fordert dafür eine Gegenleistung.

Stuttgart/Florida - Elon Musk, Chef des E-Autobauers Tesla und Gründer der Unternehmen SpaceX und Paypal, ist laut der im Januar veröffentlichten Forbes-Liste inzwischen vor Amazon-Chef Jeff Bezos der reichste Mensch der Welt. Dementsprechend verwundert es auch nicht, dass der Tech-Milliardär seine vielen Geschäftsreisen in einem Privatjet absolviert. Ein 19-jähriger Schüler aus Florida trackt auf seinem Twitter-Kanal sämtliche Bewegungen des Musk-Jets, was dem Tesla-Boss allerdings gar nicht passt.

Der E-Auto-Pionier Tesla ist an der Börse mehr wert wie die großen deutschen Autobauer Mercedes-Benz, VW und BMW zusammen. Obwohl die Traditionskonzerne auf eine deutlich längere Geschichte zurückblicken können, müssen sie sich im Bereich der E-Mobilität am vermeintlichen Marktführer messen lassen. Ausgerechnet ein Schüler deckte nun aber deutliche Sicherheitslücken bei Tesla-Boss Elon Musk auf und versucht, daraus Profit zu schlagen, berichtet der US-Sender CNN.

Tesla-Chef Elon Musk bietet Schüler 5.000 Dollar, damit dieser das Tracking seines Jets einstellt

Elon Musk arbeitet nach eigenen Angaben zwischen 80 und 100 Stunden pro Woche. Die Arbeitsstunden verbringt er bei den täglichen Geschäftsreisen wohl mitunter auch in seinem Privatjet. Wer sich fragt, wo sich der reichste Mann der Welt gerade befindet, ob er vielleicht sogar in Deutschland ist, um den Fortschritt der Gigafabrik in Grünheide bei Berlin persönlich zu verfolgen, kann das auf dem Twitter-Kanal „Elon Musk‘s Jet“ tun. Dort dokumentiert der Schüler Jack Sweeney akribisch genau die Abflug- und Ankunftszeiten sowie Flugrouten des Privatjets. Das wird laut CNN durch einen von Sweeney programmierten Bot bewerkstelligt.

Der Twitter-Kanal von Jack Sweeney blieb natürlich auch Elon Musk selbst nicht lange verborgen, der ebenfalls dafür bekannt ist, auf dem Kurznachrichtendienst besonders aktiv zu sein. Der Tesla-Boss zeigte sich von dem Tracking seines Jets nicht gerade begeistert. „Können Sie das abschalten?“, schrieb Musk bereits am 30. November in einer Direktnachricht an Sweeney, die inzwischen nicht mehr einsehbar ist. Der Account des Schülers stelle ein „Sicherheitsrisiko“ dar, so Musk weiter. Laut CNN bot der Tech-Milliardär dem Schüler aus Florida 5.000 US-Dollar, um zu helfen, „verrückte Menschen“ vom Tracking seines Privatjets abzuhalten. Damit gab sich Jack Sweeney aber nicht zufrieden.

Schüler fordert 50.000 Dollar von Musk für sein Studium und ein eigenes Tesla-Modell

Vom reichsten Mann der Welt mit einem geschätzten Vermögen von 268,1 Milliarden US-Dollar (Quelle: Forbes) kann man für die Einstellung des Trackings mehr als 5.000 Dollar erwarten, dachte sich Schüler Jack Sweeney möglicherweise. Zumindest war ihm die Summe nicht hoch genug. Er forderte von dem Tesla-Boss laut CNN 50.000 Dollar, mit denen er zum einen sein Studium finanzieren und sich zum anderen einen eigenen Tesla kaufen könne - beispielsweise ein Model 3. Die letzte Antwort von Elon Musk auf Twitter kam am 19. Januar. Es fühle sich nicht richtig an, „für die Abschaltung zu zahlen“, schrieb er.

Jack Sweeney ist nach eigenen Angaben ein großer Fan von Musks Weltraumunternehmen SpaceX und habe auch ein großes Interesse an der Luftfahrt. Die angebotenen 5.000 Dollar für die Abschaltung seines Trackingprogramms seien für den Spaß, den er dadurch habe, nicht genug. „[Das Geld] ersetzt den Spaßfaktor nicht“, so Sweeney laut CNN. Statt einer Bezahlung bot der 19-Jährige dem Milliardär eine andere Möglichkeit an und fragte nach einem Praktikum bei Tesla. Darauf hat Elon Musk bislang aber nicht geantwortet.

Der 19-jährige Schüler bot dem Tesla-Boss zudem nach eigenen Angaben eine technische Beratung an und erklärte ihm, wie er Trackingprogrammen mit einem Blockingsystem entgegenwirken kann. „Es sieht so aus, als hätte er den Rat angenommen“, sagte Jack Sweeney laut CNN. Der Schüler erkenne Anzeichen, wonach Musk inzwischen eben auf ein solches Blocking-Programm zurückgreifen würde. Sweeney kann den Privatjet des Tesla-Bosses aber weiterhin tracken, sagte er. „Es ist nur ein bisschen komplizierter.“

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