Abwicklung der Real-Kette beginnt

Übernahme von Real: Diese Filialen und Standorte gehen an Edeka

SB-Warenhauskette Real
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Einige Real-Filialen übernimmt Edeka in sein Einzelhandelsnetz

Real-Übernahme von Edeka: Der größte Lebensmittelhändler Deutschlands baut seine Marktmacht weiter aus – wird jedoch teilweise vom Bundeskartellamt gebremst.

Bonn – Am 17. März 2021 stimmte das Bundeskartellamt der Übernahme von bis zu 51 Real-Filialen durch den Handelskonzern Edeka zu. Damit ist ein weiterer Schritt zur Abwicklung der Real-Kette getan. Die frühere Metro-Tochter war in wirtschaftliche Schieflage geraten und 2020 von der russischen Investorengruppe SCP aufgekauft worden. Diese hat nun mit der Veräußerung der ursprünglich mehr als 270 Real-Filialen begonnen. Käufer sind neben Edeka auch Kaufland und Globus. Mitte des Jahres 2022 soll Real komplett abgewickelt sein.

Edeka und die Real-Übernahme: Liste der Filialen

Während der Großflächen-Discounter Kaufland die Erlaubnis zum Erwerb von 92 ehemaligen Real-Standorten erhielt, bekam die Supermarktkette Globus grünes Licht für die Übernahme von 24 Real-Filialen. Der Handelsriese Edeka darf 45 Filialen ohne Auflagen in sein Einzelhandelsnetz übernehmen.

Dies sind in alphabetischer Reihenfolge nach Städten:

  • Aschaffenburg, Horch-Straße
  • Augsburg-Ost, Reichenberger Straße
  • Bamberg, Kirschäckerstraße
  • Bannewitz (bei Dresden), An der Zschauke
  • Bayreuth, Riedinger Straße
  • Bochum-Langendreer, Hauptstraße
  • Bremen, Duckwitzstraße
  • Bremen-Habenhausen, Steinsetzer Straße
  • Bremen-Vahr, Vahrer Straße
  • Darmstadt, Eschollbrücker Straße
  • Dettingen/Erms, Im Schwöllbogen
  • Duisburg, Berliner Straße
  • Dülmen, Auf dem Quellberg
  • Düren, Heerweg
  • Düsseldorf, Schlüterstraße
  • Filderstadt, Plieninger Straße
  • Flensburg, Schleswiger Straße
  • Freiburg, Gundelfinger Straße
  • Goslar, Gutenbergstraße
  • Groß-Gerau, Mainzer Straße
  • Henstedt-Ulzburg, Gutenbergstraße
  • Horb, Hahnerstraße
  • Kaiserslautern, Mannheimer Straße
  • Karlsruhe-Bulach, Ortenbergstraße
  • Kirchheim am Neckar, Max-Eyth-Straße
  • Kronach, Weissenbrunner Straße
  • Leipzig, Miltitzer Straße
  • Leverkusen, Stixchesstraße
  • Ludwigshafen, Prälat-Caire-Straße
  • Lübeck, Alexander-Fleming-Straße
  • Mutterstadt, An der Fohlenweide
  • Neumarkt, Dreichlinger Straße
  • Neuruppin, Babimost-Ring
  • Potsdam-Drewitz, Nuthestraße
  • Rees, Grüttweg
  • Saarbrücken-Dudweiler, Fischbachstraße
  • Salzgitter Lebenstedt, Konrad-Adenauer-Straße
  • Schleswig, Flensburger Straße
  • Schorfheide, An der B 167
  • Schwedt, Landgrabenpark
  • Teltow, Oderstraße
  • Weingarten, Franz-Beer-Straße
  • Wiesbaden, Äppelalle
  • Wiesbaden, Mainzer Straße
  • Wülfrath, Zur Fliethe

Real-Übernahme von Edeka: Auflagen für sechs weitere Standorte

Edeka ist ein genossenschaftlich organisierter Verbund von Unternehmen und der führende Anbieter im Lebensmitteleinzelhandel Deutschlands. Der Sitz der Hauptzentrale, die auch den Discountfilialisten Netto Marken Discount steuert, befindet sich in Hamburg. Mit einem Vertriebsnetz von ca. 11.200 Lebensmittelmärkten in Deutschland und einem Umsatz von 55,7 Mrd. Euro im Jahr 2019 ist die Marktmacht des Handelsriesen groß. Aus diesem Grund verknüpfte das Kartellamt die Übernahme von sechs weiteren Real-Filialen mit Auflagen. So muss Edeka Teilflächen der Standorte für mindestens zehn Jahre an mittelständische Wettbewerber abgeben oder im Gegenzug andere Filialen in der Umgebung schließen. Damit stärkte das Kartellamt die Position des Mittelstandes in Höhe eines Umsatzvolumens von etwa 430 Millionen Euro.

Unter diesen Voraussetzungen gab das Amt grünes Licht für die Übernahme folgender weiterer Real-Märkte:

  • Böblingen-Hulb
  • Memmingen, Fraunhofer Straße
  • Nürtingen, Eichendorfstraße
  • Ratingen, Am Sandbach
  • Rhede-Vardingholt, Gronauer Straße
  • Würzburg, Nürnberger Straße

Real-Übernahme von Edeka: Kartellamt erteilt Absage für 21 Filialen

Edeka hatte zu Beginn der Verhandlungen sogar Interesse an insgesamt 72 Standorten angemeldet. Die Wettbewerbswächter vom Bundeskartellamt hatten bei 21 Real-Filialen jedoch so große Bedenken, dass hier die Übernahme nicht zustande kam. Denn: Wird die Marktmacht eines einzelnen Lebensmittelhändlers zu groß, kann dieser einen enormen Einfluss auf die Preisgestaltung der Waren nehmen. Schließlich ist der Einzelhandel für die deutschen Hersteller und Lieferanten von Lebensmitteln mit 75 Prozent der bedeutendste Absatzkanal. Auch auf Konsumentenseite sind konkurrierende, möglichst mittelständische Einkaufsmöglichkeiten nötig, um bei zu hohen Preisen eine Alternative zu bieten.

Ziel der Bonner Wettbewerbshüter war es, mit ihrer Entscheidung die Position der Konsumenten und deren Recht auf angemessene Preise, Qualität und Auswahl der Lebensmittel zu verbessern. Für den Edeka-Verbund hat dies zur Folge, dass der Konzern auf etwa 30 Prozent der geplanten Übernahmen verzichten muss.

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