Widerspruch aus den eigenen Reihen

Corona: 500.000 Tote in den USA wegen seines Rats? Trump attackiert Top-Immunologen - „Typ ist Katastrophe“

  • Moritz Bletzinger
    vonMoritz Bletzinger
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Das Coronavirus schlägt in den USA nach wie vor heftig um sich. Donald Trump schießt jetzt heftig gegen Top-Immunologe Anthony Fauci. Er sei „eine Katastrophe“.

  • Donald Trump* attackiert den Top-Immunologen und Regierungsberater Anthony Fauci heftig.
  • Der US-Präsident bezeichnet den Mediziner als „Katastrophe“ und behauptet, dessen Rat hätte zu vielen Toten führen können.
  • Die Kritik an Fauci lässt auch republikanische Parteifreunde von Donald Trump nicht kalt.

Washington D.C. - Im vollen Wahlkampfmodus* angelangt, scheut Donald Trump aktuell scheinbar keinen Konflikt. So streitet er sich nicht nur heftig mit Präsidentschaftskonkurrent Joe Biden*, sondern auch mit Politikern aus dem eigenen Lager. Den republikanischen Senator Ben Sasse beleidigte er bei einer Veranstaltung in Nevada heftig.

Ein Streit schwelt auch schon länger in der Beziehung zwischen Donald Trump und dem US-amerikanischen Top-Immunologen Anthony Fauci (Siehe auch Video oben). Der Millionär geht den Mediziner nun so heftig an, dass sogar Republikaner das so nicht stehen lassen wollen.

Coronavirus: Trump schimpft heftig über Top-Immunologen Fauci - „Der Typ ist eine Katastrophe“

Der Typ ist eine Katastrophe“, soll Donald Trump laut New York Times und CNN in einem Telefonat über Fauci geschimpft haben, „wenn er im Fernsehen auftritt, gibt es immer eine Bombe, aber es gibt eine größere Bombe, wenn man ihn feuert.“ Anthony Fauci ist Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten und Mitglied der Coronavirus-Arbeitsgruppe im weißen Haus.

Nicht nur scheint ihm der Experte ein Dorn im Auge zu sein, Trump gibt ihm durch die Blume sogar Schuld am verheerenden Ausmaß der Corona-Pandemie in den USA. „Die Leute haben es satt, Fauci und diese Idioten zu hören, all diese Idioten, die Fehler gemacht haben“, mutmaßt er wütend, „wenn ich auf Fauci gehört hätte, hätten wir 500.000 Tote.

Coronavirus in USA: Trump-Attacke gegen Fauci geht auch Republikanern zu weit

Trumps Parteikollege und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, Lamar Alexander, ließ diese heftigen Worte nicht so stehen. „Dr Fauci ist einer der meist angesehenen Beamten dieses Landes. Er hat unter sechs Präsidenten gedient“, lobt er den Gesundheitsexperten, „wenn sich mehr Amerikaner an seinen Rat gehalten hätten, hätten wir jetzt weniger Covid-19-Fälle und es wäre sicherer, wieder in die Schule und Arbeit oder zum Essen zu gehen.“

USA: Donald Trump leugnet Angriff auf Anthony Fauci nicht - „Alles, was ich von Tony verlange ...“

Donald Trump widerspricht den veröffentlichten Aussagen indes nicht. Freundschaftliche Worte gegenüber Fauci, wie bei einem Wahlkampfauftritt in Arizona*, hat der Präsident aber ebenfalls nicht mehr übrig. Damals hielt er fest: „Manchmal sagt er Dinge, die ein wenig danebenliegen und sich leider aufschaukeln, aber er ist ein netter Kerl, den ich mag. Ich will ihm nicht wehtun, er ist seit ungefähr 350 Jahren da.“

Was für viele Beobachter bereits etwas despektierlich klang, hat nun auch die Freundschaft verloren. Heute twitterte Donald Trump: „Alles, was ich von Tony verlange, ist, dass es bessere Entscheidungen trifft. Er hat gesagt: ‚Keine Masken und lassen wir China rein‘.“ Einige Stunden nach diesem Posting warf Trump seine Maske vor einer Rede in Nevada* als Geschenk in die Menge. (moe) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Matt York/AP/dpa

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