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Neue Omikron-Variante: „Diese Mutationen sind wirklich eine Sammlung aus der Hölle!“

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Von: Vincent Büssow

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Ein Mitarbeiter hält in einem Coronatest-Labor der Limbach Gruppe PCR-Teströhrchen in den Händen.
Eine neue Mutation der Omikron-Variante wurde in Indien, Europa und den USA festgestellt (Symbolbild). © Uwe Anspach/dpa

Eine neue Omikron-Variante des Corona-Virus sorgt für Unruhe. Der Forscher, der die Mutation in Europa entdeckt hat, schlägt jetzt Alarm.

Wien – Eine neu entdeckte Variante des Corona-Virus breitet sich aktuell aus, wie fr.de berichtet. Die Sublinie BJ.1 ist eine Mutation der Omikron-Variante, die seit einiger Zeit weltweit dominiert. Der österreichische Molekularbiologe Ulrich Elling hat erklärt, weshalb er die Entwicklung mit „großer Sorge“ betrachtet. Während sich BJ.1 bisher vor allem in Indien ausgebreitet hat, sind mittlerweile erste Fälle in den USA und in Europa bekannt geworden.

Die Variante wurde zuerst am 2. August im indischen Bundesstaat Westbengalen entdeckt, wobei Forscher:innen die Verbreitung auf dem Portal Github dokumentierten. Der Onlinedienst wird in der Wissenschaft genutzt, um sich weltweit zu vernetzen und Entwicklungen der Pandemie im Auge zu behalten. Am 8. August wurde dabei der erste Fall in den USA bekannt, wobei Ulrich Elling selbst am 9. September die ersten zwei Infektionen der neuen Omikron-Variante in Österreich meldete. Demnach seien die Fälle bei Stichproben festgestellt worden.

Neue Omikron-Variante breitet sich aus: Corona-Mutation erhöht Anfälligkeit

Am selben Tag machte der Forscher auf Twitter auf die Variante aufmerksam. Noch seien die Infektionszahlen „sehr gering“, allerdings handle es sich bei den neuen Mutationen um „eine üble Kombination an kritischen Stellen.“ Auf Github, einer Internet-Plattform zum Austausch von Informationen und zum gemeinsamen Arbeiten, drückte Elling seine Befürchtungen um einiges dramatischer aus: „Diese Mutationen sind wirklich eine Sammlung aus der Hölle!“

Grund für die Sorge des Wissenschaftlers sind die Stellen, an denen die Mutationen der Omikron-Variante BJ.1 angeordnet sind. Sie drängen sich dicht an die Rezeptor-bindenden Domäne, die es dem Virus ermöglicht, in Zellen einzudringen. Mutiert dieser Teil des Erregers, sind Menschen anfälliger für diesen, auch wenn sie bereits durch Impfungen oder Erkrankungen Kontakt mit Corona hatten.

Corona: Forscher in Österreich untersucht neue Omikron-Variante

Ulrich Elling hofft, dass dieses Mutationspaket auf Kosten der Infektiosität der neuen Omikron-Variante geht, diese also seltener zu Erkrankungen führt. Derzeit versuche er, einen aktiven Fall zur weiteren Untersuchung auszumachen. Der Molekularbiologe appelliert daran, die Variante genau im Blick zu behalten. Basierend auf der Verbreitung vergangener Corona-Varianten ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis BJ.1 auch in Deutschland entdeckt wird.

Erst vor Kurzem meldete die Universität von Tel Aviv einen Durchbruch in der Pandemie-Forschung: Zwei Corona-Antikörper neutralisieren sämtliche bekannten Varianten des Virus. (vbu)

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