News-Ticker zur Pandemie

Neue Auswertung: So viele Menschen starben in Deutschland 2020 an Corona

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Die Zahl der Coronavirus-Toten in Deutschland 2020 wird veröffentlicht. Corona-Experte Karl Lauterbach hegt Ambitionen. Der News-Ticker zur Pandemie.

Update vom 8. Juli, 21.30 Uhr: Deutschland wird am Freitag offenbar ganz Spanien zum Corona-Risikogebiet* erklären. Und das mitten in der Urlaubszeit. Das schreiben die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bislang waren nur einzelne Regionen wie Andalusien und das Baskenland sogenannte Risikogebiete. Die Mittelmeerinsel Zypern, ebenfalls bei Urlaubern beliebt, soll demnach sogar zum Hochinzidenzgebiet erklärt werden, was eine Quarantäne für Reiserückkehrer zur Folge hätte.

Update vom 8. Juli, 19.30 Uhr: Mehr als 30.000 Menschen in Deutschland starben 2020 am heimtückischen Coronavirus. Das gab das Statistische Bundesamt (Destatis) nach der Auswertung von 982.489 Todesfällen in der Bundesrepublik im Vorjahr bekannt. Demnach sei in 30.136 Todesfällen die Virus-Infektion die Todesursache gewesen, in 6155 weiteren Todesfällen sei Covid-19 zudem eine Begleiterkrankung gewesen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Corona-Experte Karl Lauterbach will Gesundheitsminister werden

Update vom 8. Juli, 18 Uhr: Er gilt als einer der bekanntesten Experten in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Karl Lauterbach von der SPD. Der 58-jährige Rheinländer hat nun bekräftigt, dass er in der Corona-Krise weiter mit dem Amt des Bundesgesundheitsministers liebäugelt. Sollten die Sozialdemokraten nach der Bundestagswahl (26. September) Teil der künftigen Regierung sein.

Er finde die Aufgabe „nach wie vor sehr reizvoll“, sagte Lauterbach dem Spiegel: „Ich bin zudem recht zuversichtlich, dass mich diese Aufgabe nicht überfordern würde.“ Lauterbach erzählte zudem von Drohungen gegen sich in den vergangenen Monaten. „Da bekam ich Hassbriefe und Drohmails, ab da sind es immer mehr geworden“, sagte er dem Nachrichtenmagazin.

Im Video: Wegen Delta-Variante - Karl Lauterbach will Homeoffice verlängern

Corona-Pandemie in Deutschland: Lambda-Variante breitet sich offenbar in Europa aus

Update vom 8. Juli, 17.00 Uhr: Mit der Lambda-Variante ist offenbar die nächste Mutation des Coronavirus in Europa angekommen. Wie spanische Medien berichten, könnte die Mutation C.37 für einen Corona-Ausbruch mit 80 Infektionen in Kantabrien im äußersten Norden Spaniens nahe Bilbao verantwortlich sein.

Wie blick.ch schreibt, wurden zudem erste Infektionen mit der Lambda-Variante in der Schweiz festgestellt. Die Lambda-Mutation hatte sich laut FOCUS Online in den vergangenen Monaten insbesondere in den südamerikanischen Ländern Peru, Argentinien und Chile ausgebreitet. In Deutschland ist noch kein derartiger Corona-Ausbruch mit der Lambda-Variante bekannt.

Corona-Pandemie in Deutschland: Impf-Termine für 16- und 17-Jährige in Hamburg?

Update vom 8. Juli, 13.50 Uhr: In Hamburg sollen überraschend auch 16- und 17-Jährige ein Angebot für einen Termin im Corona- Impfzentrum bekommen. Das sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) dem Hamburger Abendblatt. „Wir legen Wert darauf, dass die Eltern ihr Einverständnis erklären.“ Deswegen soll ein Erziehungsberechtigter die Jugendlichen zur Impfung begleiten. Leonhard verwies darauf, dass es sich bei dieser Altersgruppe um Jugendliche handele, „die anders als durchschnittliche Zwölfjährige viel mehr Kontakte haben und zum Teil auch eigenständig reisen“. Sie seien auch mit Blick auf das Immunsystem sowie die Leber- und Nierenfunktion zum Abbau von Medikamenten weiter entwickelt.

In Deutschland sind inzwischen mehr als 40 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote stieg am Donnerstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 40,8 Prozent, also rund 33,9 Millionen Menschen. Mehr als 47,8
Millionen Menschen (57,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung erhalten.

Corona in Deutschland: DIVI-Präsident Marx blickt „mit Respekt, aber nicht mit Panik“ auf den Herbst

Update vom 8. Juli, 12.55 Uhr: „Ich blicke mit Respekt, aber nicht mit Panik auf den Herbst und eine mögliche vierte Welle“, erklärte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, in einem Interview dem Handelsblatt. Durch den Fortschritt bei den Corona-Impfungen werde sie „grundlegend anders verlaufen als die Wellen zuvor“.

Laut Marx werde es weniger schwere Fälle geben und somit auch weniger Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Derzeit seien in Deutschland etwa 500 Corona-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung, die meisten davon aus der dritten Welle. Der DIVI-Präsident stellte klar: „Es werden kontinuierlich Corona-Patienten auf den Intensivstationen landen, aber eben nicht in überdurchschnittlichen Zahlen wie in der Hochzeit der Pandemie.“ Die Belegung normalisiere sich, ähnlich wie bei der Influenza. „Corona wird deswegen aus intensivmedizinischer Sicht tatsächlich zu einer normalen Grippe“, so Marx.

DIVI-Präsident Gernot Marx blickt „mit Respekt, aber nicht mit Panik“ auf den anstehenden Herbst. (Archivbild)

Die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie hänge laut dem Intensivmediziner-Chef „schlichtweg davon ab, wie viele Menschen geimpft sind.“ Ein Ende der Corona-Maßnahmen halte er ab einer Impfquote von 85 Prozent für möglich - derzeit sind knapp 40 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Marx plädierte daher für einen leichteren Zugang zu den Corona-Impfungen, beispielsweise durch mobile Impfteams oder Impfungen an großen Treffpunkten. „Außerdem sollten wir uns ein Beispiel an Kampagnen wie in den USA nehmen und die Impfung mit einer Verlosung von einem Gewinn von Hunderttausenden Euro verbinden“, so ein weiterer Vorschlag des DIVI-Präsidenten.

Corona in Deutschland: 4000 Menschen trotz vollem Impfschutz an Covid erkrankt

Update vom 8. Juli, 11.45 Uhr: Wenn eine Person bereits vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist und dennoch an Covid-19 erkrankt, nennt man das einen „Impfdurchbruch“. Laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend (7. Juli) wurden in Deutschland seit dem 1. Februar insgesamt 3806 solcher Impfdurchbrüche registriert - bei rund 975.000 registrierten symptomatischen Corona-Infektionen insgesamt im selben Zeitraum.

Das RKI schreibt dazu: „Insgesamt 3.806 Impfdurchbrüche wurden seit 01.02.2021 anhand der nach IfSG übermittelten Meldedaten identifiziert, davon 3.342 nach einer abgeschlossenen Impfserie mit Comirnaty (BioNTech/Pfizer), 117 mit Spikevax (Moderna), 95 mit Vaxzevria (AstraZeneca) und 74 mit COVID-19 Vaccine Janssen. Bei weiteren 178 Impfdurchbrüchen erfolgte anhand der vorliegenden Angaben keine Zuordnung zu den o.g. Impfstoffen.“

Insgesamt mussten laut RKI-Lagebericht 529 Menschen mit einem Impfdurchbruch hospitalisiert werden. Von den betroffenen Personen war keine unter 18 Jahre alt, 49 Patienten waren zwischen 18 und 59 Jahre alt und 480 der Fälle waren im Alter von 60 Jahren oder mehr. Die vom RKI geschätzte Impfeffektivität über alle Corona-Impfstoffe hinweg liegt bei Erwachsenen bei knapp über 90 Prozent. Das bestätige die hohe Wirksamkeit aus den klinischen Studien.

Corona in Deutschland: Inzidenz und R-Wert leicht angestiegen

Update vom 8. Juli, 8.35 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI insgesamt 970 Corona-Neuinfektionen und 31 neue Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist laut RKI erneut leicht angestiegen und liegt nun bei 5,2 (Vortag: 5,1; Vorwoche: 5,1).

Ebenfalls angestiegen ist der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert. Ihn gab das RKI am Donnerstag mit 1,09 an (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 109 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. Zuletzt lag er über viele Wochen deutlich unter 1, stieg aber zuletzt relativ kontinuierlich an. Experten zufolge könnte das an der Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante und an den Lockerungen der Corona-Beschränkungen liegen.

Corona in Deutschland: Delta-Variante dominiert erstmals

Erstmeldung vom 8. Juli: Berlin - Die hochansteckende Delta-Variante des Coronavirus* breitet sich in Deutschland weiter rasant aus. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Mittwochabend (7. Juli) mit. Ihr Anteil an den untersuchten Corona-Fällen liegt laut der jüngsten Auswertung für die vorvergangene Woche (Kalenderwoche 25, 21.-27. Juni) bei 59 Prozent - damit dominiert die Delta-Variante erstmals das Infektionsgeschehen hierzulande.

Gleichzeitig ist das Impftempo in Deutschland in den vergangenen zwei Wochen deutlich zurückgegangen. Am Dienstag (6. Juli) wurden nach Zahlen des RKI insgesamt 699.500 Corona-Impfdosen verabreicht, am Dienstag der Vorwoche (29. Juni) waren es 917.000, an den Dienstagen der drei Wochen davor jeweils mehr als eine Million Dosen. Obwohl die Corona-Lage* derzeit noch entspannt ist, sind Experten und Fachpolitiker mit Blick auf die Ausbreitung der Delta-Variante besorgt.

Viele fordern daher „kreativere Impfangebote“, wie die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Sabine Dittmar, der Welt sagte. Bürger müssten sich auch in Fußgängerzonen, Wohnsiedlungen und bei Veranstaltungen impfen lassen können.

Corona in Deutschland: „Kreativere Impfangebote“ gefordert

Ähnlich sieht es die Ärztegewerkschaft Marburger Bund: „Da ist etwas mehr Kreativität bei den lokalen Behörden gefragt“, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der Rheinischen Post. „Wir müssen Menschen auch direkt ansprechen und nicht warten, bis sie ins Impfzentrum oder zum Hausarzt kommen. Je niedrigschwelliger, desto besser. Entscheidend ist doch, dass wir nun auch all diejenigen erreichen, die bisher - aus welchen Gründen auch immer - noch zögern oder überzeugt werden wollen.“

Gerade in sozialen Brennpunkten sind mobile Impfteams wichtig, wie hier bei einer Aktion im Kölner Stadtteil Chorweiler im Mai. (Archivbild)

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sprach sich in einem Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe für zusätzliche Anreize bei einer Corona-Impfung aus. „Man könnte an eine Verlosung denken, bei der unter den Impfbereiten beispielsweise ein Fahrrad, ein Fremdsprachenkurs oder ein anderer schöner Preis ausgegeben wird“, so sein Vorschlag. Mobile Impfteams und Sonderaktionen seien gerade in sozialen Brennpunkten nötig. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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