Pandemie

Berlin: Partynacht mit Folgen – Corona-Ausbruch im Club Berghain

Berliner Club Berghain
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Eine Besucherschlange vor dem Berliner Club Berghain. (Archivfoto)
  • VonNadja Austel
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Die erste Club-Nacht nach dem Corona-Lockdown bleibt in Berlin nicht ohne Folgen – und das trotz 2G-Regelung.

Berlin – Nach dem Corona*-Lockdown stieg im Szene-Club Berghain in Berlin die erste Partynacht. Zwei Wochen später werden 19 Infektionen unter den Clubbesuchern bekannt. Verbandssprecher der Clubcommission, Lutz Leichsenring, sieht darin keinen Grund zu großer Sorge.

Für den Besuch des Techno-Clubs hatte die 2G-Regeln gegolten: Nur geimpfte oder genesene Gäste erhielten Einlass. Trotzdem mussten im Zuge der bekanntgewordenen Infektionen insgesamt 2500 Besucher kontaktiert werden. Leitzenring sieht darin ein Zeichen dafür, dass das Alarmierungssystem funktioniere. „Wir glauben, dass es zur Normalität gehört. Es ist ein Risiko, mit dem wir jetzt leben“, sagte Leichsenring am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Berlin: Corona im Club Berghain

Auf die Schwere der Krankheitsverläufe komme es an. Wenn es nicht um Infektionen, sondern um schwere Verläufe ginge, würde er anders klingen, so Leichsenring. Jeder habe die Möglichkeit, sich durch eine Impfung vor einem schweren Verlauf zu schützen. Es gehe um selbstbestimmtes Handeln.

Der berühmte Techno-Club hatte mit einem Video selbstironisch auf die 2G-Regel aufmerksam gemacht. Von Travestiekünstler Ades Zabel alias Edith Schröder wurde darin die Frage geklärt, unter welchen Bedingungen Gästen Einlass gewährt wird.

Die Clubcommission, der Dachverband der Szene, ist laut Leichsenring für die 3G-Regel, die neben Geimpften und Genesenen auch offiziell getestete Gäste hereinlässt. Wichtig ist, so Leichsenring, dass beim Einlass etwa der digitale Impfpass gescannt wird, dass sich die Leute ein- und auschecken und niemand mit Symptomen des Coronavirus* hineingeht. 

Corona: Berliner Club-Landschaft setzt auf Lüftungsanlagen

Die Clubs hätten außerdem ihre Lüftungsanlagen aufgerüstet. Das Berliner Nachtleben stand wegen der Pandemie etwa anderthalb Jahre mehr oder weniger still. Mittlerweile seien laut Leichsenring etwa 70 Prozent der Clubs wieder im Betrieb.

Der Corona-Ausbruch im Berghain war allerdings nicht der erste im Bezirk. Auch in Friedrichshain-Kreuzberg seien Infektionen in zweistelliger Höhe nach 2G-Veranstaltungen bekannt geworden, so eine Sprecherin des Bezirks. Es handelt sich dabei nicht um ein Phänomen, das nur in Berlin beobachtet werden kann. Auch in Münster gab es einen Corona-Ausbruch in einem Club mit 2G-Regel. Beim Tanzen mussten die Gäste hier keine Maske tragen.

Auch beim Eishockeyklub EHC München kam es zu einem massenhaften Ausbruch des Coronavirus trotz größtenteils vollständigem Impfschutz.* (na/dpa)

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