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„Sehr selten“: China-Quallen erobern deutsche Badeseen

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Von: Tanja Kipke

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Völlig ungefährlich für den Menschen: Die Süßwasserqualle aus Ostasien breitet sich in Bayerns Seen aus.
Völlig ungefährlich für den Menschen: Die Süßwasserqualle aus Ostasien breitet sich in Bayerns Seen aus. © Imago/Jürgen Held/Nature Picture Library (merkur.d-Collage)

Der Hitze-Sommer bringt so einige Überraschungen mit sich: In bayerische Seen wurden Süßwasserquallen aus Ostasien entdeckt. Die Nesseltiere sind selten, aber ungefährlich.

München – Wer in Bayerns Seen schwimmen geht, ist nicht allein. Zahlreiche Tiere bewohnen die bayerischen Seen, von Egel über Krebse bis hin zu Schlangen. Wirklich gefährlich ist keines dieser Wassergeschöpfe. Durch die anhaltenden Hitzewellen und das sich dadurch erwärmende Wasser erobert jetzt eine seltene Tierart die Badeseen in Bayern. Die Süßwasserqualle, die sich über Ostasien, vor allem von China aus, verbreitet hat, wurde mehrfach in Badeseen der Region gesichtet, wie Merkur.de berichtet.

Süßwasserquallen wegen Hitze-Sommer in bayerischen Seen gesichtet

„Es muss nicht Rimini sein, auch bei uns in Bayern kann man vom Badestrand aus Quallen beobachten“, schreibt der Landesfischereiverband Bayern e.V. zu den Sichtungen der China-Quallen. Das „seltene Schauspiel“ sei bisher zum Beispiel im Haselfurther Weiher bei Landshut, im Haager Weiher bei Freising oder im Weicheringer See bei Ingolstadt beobachtet worden. Auch der Chiemsee und der Schönbrunner See im Landkreis Lichtenfels sind von den Mini Nesseltieren betroffen.

Bei Quallen denken viele sofort an die giftigen Feuerquallen, dessen Berührung schmerzhafte Reaktionen auslöst. Die Süßwasserqualle ist hingegen ein harmloser Verwandter. Sie wird laut Fischereiverband nur bis zu zwei Zentimeter groß und ist für den Menschen völlig ungefährlich. Die Quallen bestehen zu 99,3 Prozent aus Wasser, man findet sie meist im späten Sommer oder Herbst in den Gewässern.

Mehrere Seen in Bayern sind wegen Blaualgen für Badegäste gesperrt. Auch in einem Fluss wird nun eindringlich vor dem Baden gewarnt.

Video: Fische, Frösche und Krebse - Diese Tiere schwimmen mit Ihnen im Badesee

Quallen am besten gegen Abend zu sehen: Beobachtungen dem LMU München melden

Dass die Quallen in Bayerns Seen vorkommen, ist nicht ganz ungewöhnlich. „Sehr selten“ ist es hingegen, dass man sie auch sehen kann, erklärt Frank Reißenweber vom Landratsamt Coburg dem BR. Diese Mini Quallen entwickeln sich aus Polypen, die laut dem Biologen in den meisten Süßwassergewässern zu finden sind. Die Quallen bilden sich jedoch erst bei einer dauerhaft warmen Wassertemperatur von 22 bis 24 Grad. Die ständigen Hitzewellen in Bayern haben offenbar in einigen Seen zu solchen Temperaturen geführt. (tkip)

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