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Café lässt keine Kinder mehr rein – Szene bringt Fass zum Überlaufen

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Von: Fabian Raddatz

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Das Café Kaffeebeere im niedersächsischen Esens.
„Wir haben offen“ steht vor dem Café im niedersächsischen Esens – aber das gilt nicht mehr für Kinder unter zehn Jahren. Sie müssen draußen bleiben. © Kaffeebeere/facebook

Ein Café in Niedersachsen will künftig keine Kinder unter 10 Jahren mehr reinlassen. Das sorgt für mächtig Ärger – doch es gibt auch Verständnis.

Esens – Kein Zutritt für Kinder unter 10 Jahren: Ein Café im ostfriesischen Esens (Landkreis Wittmund) will künftig keine kleinen Kinder mehr bewirten, berichtet kreiszeitung.de. Das sorgt in der niedersächsischen Kleinstadt an der Nordsee für mächtig Ärger, wie der NDR schreibt.

Es sei eine Szene vor zehn Tagen gewesen, die das Fass zum Überlaufen gebracht habe, erklären die Betreiber Elena und Martin Helwig: Ein Kind sprang seinem Vater von einer Treppe aus immer wieder in den Nacken. Als der Vater dann noch sagte, es sei doch nichts passiert, reichte es dem Betreiber. Er schloss kurzerhand sein Café – obwohl noch Gäste anwesend waren.

Café in Niedersachsen lässt Kinder unter 10 Jahren nicht mehr rein

Seitdem dürfen sich Kinder nur noch auf der Terrasse an der Straße aufhalten. Denn da müssten Eltern auf sie aufpassen. Er habe nichts gegen Kinder, so der Betreiber – im Gegenteil. Was ihn stören würde, wären die Eltern, die ihre Kinder nicht richtig beaufsichtigen würden.

Kinder nicht mehr hereinlassen, das dürfe laut Erich Wagner nur das letzte Mittel sein. Wagner ist der Ostfriesland-Chef des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) Niedersachsen. Er sagt, es müsse die Maxime sein, dass die ganze Familie zusammen bewirtet wird.

Café schließt Kinder aus: Verständnis für den Betreiber

Doch es käme immer häufiger vor, dass Eltern ihren Kindern keine Aufmerksamkeit schenken würden. Das führe dazu, dass den Kindern langweilig werde und sie sich im Restaurant selbstständig machen. Das könne dann wiederum gefährlich Folgen haben, so Wagner zum NDR.

Auch das ohnehin ausgedünnte Service-Personal würde zunehmend genervt reagieren und den Chef bitten, etwas gegen das Kinder-Chaos zu unternehmen. Viele Geschäfte würden mittlerweile Spielecken oder zumindest Buntstifte anbieten. Wagner äußerte dahingehend auch Verständnis für den Café-Betreiber in Esens.

Kinderschutzbund: Ausschluss von Kindern ist diskriminierend

Anders sieht es der Kinderschutzbund: Die Entscheidung des Betreibers, Kinder nicht mehr hereinzulassen, sei problematisch. Kinder sind Teil der Gesellschaft, so der Schutzbund. Nur wenn das Geschäft große Sicherheitsbedenken habe oder ein klares Konzept als Café für Ältere oder Ruhesuchende vorlegen würde, dann sei der Ausschluss von Kindern nicht diskriminierend.

Die Reaktionen in Esens seien laut NDR gemischt – einige der Gäste reagierten mit Verständnis, andere zeigten sich über die neue Regel verärgert.

Café in Niedersachsen lässt Kinder unter 10 Jahren nicht mehr rein: nicht die Ersten

Das Café in Esens ist nicht der einzige Betrieb, der keine Kinder mehr reinlässt: Auch beim Restaurant „Schipperhus“ an der Ostsee müssen die Kleinen draußen bleiben. Dort heißt es ebenfalls: „Die Eltern sind schuld.“ Und auch auf Rügen sorgte die Entscheidung des Ostseelokals „Omas Küche“, künftig keine Personen unter 14 Jahren reinzulassen, für hitzige Diskussionen.

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