Daten-Massaker

Bank-Angestellte löscht aus Rache 20.000 Kunden-Daten - weil sie gekündigt wurde

Eine Frau sitzt an einem Laptop.
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Rache ist süß: Das dachte sich wohl eine ehemalige Bank-Angestellte, die zahlreiche Dokumente vom Server ihrer Ex-Firma entfernte.
  • Sina Alonso Garcia
    VonSina Alonso Garcia
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Nach ihrer Entlassung bei einer New Yorker Bank wurde eine ehemalige Angestellt so wütend, dass sie ihrem Ex-Arbeitgeber einen gehörigen Denkzettel verpasste. In weniger als 40 Minuten löschte sie Zehntausende Dokumente vom Firmen-Server.

New York - Jeder Mensch geht anders mit negativen Erfahrungen um. Eine Kündigung durch den eigenen Arbeitgeber dürfte allerdings kaum jemanden kaltlassen. Eine ehemalige Teilzeit-Angestellte einer New Yorker Bank geriet nach ihrer Kündigung nun jedoch derart in Rage, dass sie einen impulsiven Rachefeldzug startete. Wie die US-Justizbehörden berichten, loggte sich die frustrierte Dame zwei Tage nach ihrer Entlassung erneut in ihren Arbeitsaccount ein - und richtete verheerende Schäden auf dem Unternehmensserver an.

Über die Hintergründe ihrer Entlassung ist nichts bekannt, heißt es in dem Justiz-Bericht. Offenbar hatte sich bei der Frau aber bereits eine große Portion Wut angestaut. So soll sie innerhalb von nicht einmal 40 Minuten mehr als 20.000 Dokumente und 3.500 Verzeichnisse vom Server ihres Ex-Unternehmens gelöscht haben. Dabei soll sie blindwütig und ohne ein konkretes System vorgegangen sein.

Ex-Bankerin zeigt keine Reue: „Habe den Dateiserver gelöscht, lol“

21,3 Gigabyte Daten hat die Ex-Bankerin innerhalb ihres Rache-Aktes laut den Behörden vernichtet - darunter Kundendaten wie Hypotheken-Anträge als auch Dateien, die zur Sicherung des Systems vor Erpressungstrojanern dienten. Auch interne Dokumente wie Vorstandsprotokolle soll sie sich angesehen haben.

Anstatt Reue zu zeigen, prahlte die Ex-Mitarbeiterin offenbar noch in ihrem Umfeld mit ihrer Aktion. „Sie haben mir meinen Zugriff nicht entzogen, also habe ich den Dateiserver gelöscht, lol“, schrieb sie laut Ermittlern fünf Tage nach der Tat einem Freund per SMS. Doch wie konnte es überhaupt sein, dass die Frau zwei Tage nach ihrem Rausschmiss noch Zugriff auf ihren Unternehmens-Account hatte?

Ex-Mitarbeitern verursacht mehr als 10.000 Dollar Schaden

Obwohl die Bank nach eigenen Angaben einen IT-Dienstleister damit beauftragt hat, der Ex-Angestellten die Zugriffsrechte zu entziehen, soll es nicht dazu gekommen sein. Nun steht die Bank vor einem Scherbenhaufen: Mehr als 10.000 Dollar sind laut der Justiz nötig, um die Daten zurückzuholen. Mit ihrer Aktion hat sie nicht nur ihrem ehemaligen Arbeitgeber, sondern auch den Kunden der Bank geschadet, die sich nun auf Verzögerungen bei verschiedenen Genehmigungsverfahren einstellen müssen.

Ein ganz ähnlicher Fall ereignete sich im vergangenen Jahr auch in Baden-Württemberg: Dort löschte ein Mitarbeiter 570 Computer-Programme bei einer Firma in Ostfildern (Kreis Esslingen), weil sein Vertrag nicht verlängert wurde.

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