Festtage zelebrieren

Astronaut Ewald: Feiern im All für Crew wichtig - „wird im Weltall sehr gepflegt“

Das sieht wirklich verrückt aus: Astronauten feiern eine Pizza-Party auf der ISS.
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Das sieht wirklich verrückt aus: Astronauten feiern eine Pizza-Party auf der ISS (Archiv).

Um den Zusammenhalt von Astronauten zu stärken, ist laut Raumfahrer Reinhold Ewald das gemeinsame Feiern noch wichtiger als früher. Durch Termine wie Weihnachten und Silvester wachse die Crew zusammen.

Köln (dpa) - Das gemeinsame Feiern von Weihnachten und Silvester auf der Internationalen Raumstation ISS ist nach Einschätzung des deutschen Raumfahrers Reinhold Ewald (64) heute noch wichtiger als früher. «Als noch die russische Sojus das bevorzugte Taxi zur ISS war, haben die Teams gemeinsam in Moskau trainiert. So lernte man sich gut kennen», sagte Ewald der Deutschen Presse-Agentur. Mit den neuen US-Raumschiffen wie etwa der Dragon-Kapsel von Tesla-Chef Elon Musk habe sich vieles wieder in die USA verlagert. «Damit ging ein Stück Gemeinschaft verloren, die früher auf der Erde begründet wurde.»

Heute sei das Zusammenwachsen der Crew schwieriger. «Deshalb betont man Termine wie Weihnachten oder Silvester, um die Gelegenheit nachzuholen. Das wird im Weltall sehr gepflegt.» Zudem werde der Crew an solchen traditionellen Familienfesttagen auch ihre Stellung als «Schicksalsgemeinschaft» deutlich. «Zu unseren Zeiten kannte man die Crew vor sich und die Crew nach sich vom Training. Man war vertraut und konnte auf ein gemeinsames Erlebnis zurückgreifen», sagte Ewald.

Ewald war Anfang 1997 mit einer Sojus-Kapsel zur russischen Raumstation «Mir» geflogen und hatte dort einen Monat lang geforscht. «Eigentlich sollte ich Ende 1996 fliegen. Dann hätte ich Weihnachten und Silvester und auch meinen 40. Geburtstag im All gefeiert. Alles war vorbereitet, dann verschob sich der Flug. Die eigens hergestellten Aufkleber für die Mission mussten wir einstampfen.»

Derzeit arbeitet der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf der ISS, dem Nachfolger der 2001 verschrotteten «Mir». «Er hat den Vorteil, dass er über ganz gutes Wissen aus Moskau verfügt», sagte Ewald. Maurer habe dort viel trainiert und auch Russisch gelernt.

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