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ARD: TV-Legende rechnet mit Ex-Arbeitgeber ab - „Das versteht kein Mensch“

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Von: Nadja Pohr

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Ulrich Wickert
Ulrich Wickert arbeitete 50 Jahre lang für die ARD und präsentierte dort bis 2006 die „Tagesthemen“ - über die Jahre ist er dadurch zur TV-Legende geworden. © IMAGO/Holger John

Ulrich Wickert war 50 Jahre lang im Dienst der ARD, moderierte die „Tagesthemen“ und wurde dort zur TV-Legende. In einem Interview richtete er nun jedoch klare Worte an seinen Ex-Arbeitgeber, der in einer Krise steckt.

Stuttgart - Die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk nahm in den vergangenen Wochen stark zu. Auslöser dafür war unter anderem eine Serie an Vorwürfen gegen die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), Patricia Schlesinger. Sie steht nicht nur unter dem Verdacht, Vetternwirtschaft betrieben zu haben, sondern soll sich auch eine Reihe von Vorteilen gesichert haben, wie etwa einen teuren Dienstwagen oder Reisen. Hinzu kommen in der Debatte die stetig steigenden Rundfunkbeiträge, die bei vielen Deutschen auf Unverständnis stoßen.

Ulrich Wickert arbeitete 50 Jahre lang für die ARD und präsentierte dort bis 2006 die „Tagesthemen“ - über die Jahre ist er dadurch zur TV-Legende geworden. Am 2. Dezember feiert Wickert seinen 80. Geburtstag. In einem Interview mit Bild sprach der ehemalige Moderator nun über seinen alten Arbeitgeber. Die Krise, in der die Öffentlich-Rechtlichen mittlerweile stecken, habe er nicht kommen sehen. Dennoch übt er Kritik und findet klare Worte.

„Das versteht kein Mensch“: Ulrich Wickert rechnet mit Ex-Arbeitgeber ab

Zu der aufgekommenen Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk meint Ulrich Wickert: „Das, was im RBB passiert ist, hat das berühmte Fass zum Überlaufen gebracht. Ich bin der Meinung, das ist auch gut so. Es wird meines Erachtens aber immer noch nicht genügend darüber diskutiert.“ Seiner Meinung nach müsse sich nun auch endlich die Politik einschalten und den Mut haben, eine ganze Reihe von Dingen zu reduzieren. „Man muss sich ja nur mal angucken, dass das Elbphilharmonie Orchester vom NDR bezahlt wird, obwohl die Elbphilharmonie der Stadt Hamburg gehört. Das versteht doch kein Mensch“, äußert die TV-Legende.

Er fordert zudem von den Intendanten, im Programm der Öffentlich-Rechtlichen für eine größere Themenvielfalt zu sorgen. „Vor allem bei Dingen, die gefühlt automatisch laufen. Jeden Tag ein Krimi oder die Wiederholung eines Krimis muss doch nicht sein. Es fällt mir langsam schwer, mir das immer wieder angucken zu sollen“, kritisiert Wickert. Er wünsche sich mehr Leichtigkeit bei ARD und Co.. „Und warum der ‚Weltspiegel‘, der einmal pro Woche gesendet wird, ganze vier Redaktionen braucht, muss ich auch nicht verstehen“, ergänzt er.

User in sozialen Medien widersprechen Kritik von TV-Legende Ulrich Wickert - „Aber vorher fleißig mitgemacht“

In den sozialen Medien sind nicht alle User im Netz derselben Meinung wie Ulrich Wickert. Viele unterstellen ihm sogar eine Mitschuld an der Situation. „Hatte jahrelang mitgemischt und bestens verdient. Darauf können wir jetzt verzichten“ oder „Ja, aber vorher fleißig mitgemacht“, schreiben die Facebook-Nutzer. „Nachtreten ist eine schlechte Eigenschaft. Egal ob berechtigt oder nicht. Bin sehr enttäuscht von dem Mann“, äußert ein anderer.

Im Wesentlichen stimmen die User einem Punkt jedoch zu: Das Konzept des öffentlich-rechtlichen Rundfunks müsse sich ändern. Sowohl in seiner Struktur, als auch im Programm. „Eine grundlegende Reform ist dringend nötig“, kommentiert einer. Einige Nutzer kommentieren auch, die TV-Legende habe die Situation richtig eingeschätzt. „Er hat ja recht, aber es kommt alles zu spät“, schreibt eine Userin.

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