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„Unglaublich spannender Fund“: Archäologen graben mehr als 2500 Jahre altes Relikt aus

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Von: Tanja Kipke

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Bei eisiger Witterung legten Mitarbeiterinnen vom Büro für Ausgrabungen und Dokumentationen BfAD Heyse die Überreste einer prähistorischen Vorratskammer frei.
Bei eisiger Witterung legten Mitarbeiterinnen vom Büro für Ausgrabungen und Dokumentationen BfAD Heyse die Überreste einer prähistorischen Vorratskammer frei. © Christian Schuster/ Landkreis Würzburg (Merkur.de-Collage)

Archäologen legten in Unterfranken die Überreste von Siedlungen aus Zeiten 800 bis 600 vor Christus frei. Der Fund sorgt für große Freude im Landkreis Würzburg.

Gaukönigshofen – Sie gruben ein knappes Vierteljahr nach Spuren der Geschichte. Die Arbeit hat sich gelohnt. Archäologen haben in Gaukönigshofen (Landkreis Würzburg) mehr als 2500 Jahre alte Relikte ans Tageslicht befördert, berichtet Merkur.de. Überreste von Siedlungen aus zwei unterschiedlichen Zeitaltern wurden zutage gefördert. „Das ist ein unglaublich spannender Fund“, wird Landrat Thomas Eberth in einer Mitteilung des Landkreises zitiert. „Wir halten hier Jahrtausende alte Geschichte in Händen.“

Erst kürzlich fanden Archäologen in Neuburg an der Donau die älteste Steinmauer ihrer Art und den ältesten Steinbruch nördlich der Alpen. Sie sind etwa 3400 Jahre alt.

Archäologen-Fund in Bayern: 2500 Jahre alte Vorratskammer gibt Aufschluss

„Wir sind auf mehr als 40 Befunde gestoßen“, wird Ausgrabungsleiter Ulrich Müller bei einem Rundgang mit dem Landrat in einer Mitteilung zitiert. Ganz konkret stieß das Team auf Keramikscherben, Tierknochen, die auf Lebensmittel oder Lebensmittelabfälle hindeuten könnten, sowie einfache Steinwerkzeuge und zwei kleine Bronzefragmente. Die Anordnung der Funde lasse auf Vorratskammern schließen, die kegelförmig unter der Erde angelegt wurden. „Was sicherlich ebenfalls dort zu finden gewesen wäre, sind Funde aus Holz. Aber die sind nach dieser Zeit natürlich nicht mehr erhalten“, erklärt Müller.

„Wir haben einmal Siedlungsspuren aus der Mittleren Hallstattkultur gefunden, eine frühkeltische Zeit ungefähr von 800 bis 600 vor Christus.“ Damals hätten dort einfache Bauern gelebt, die Landwirtschaft betrieben haben, aber bereits in durchaus massiven Häusern aus Holz und Lehm wohnten. Die weiteren Siedlungsreste könne man auf das Frühmittelalter datieren, etwa das achte bis zehnte Jahrhundert, die Zeit der Karolinger. „Gaukönigshofen liegt für die damaligen Verhältnisse ungefähr eine Tagesreise von Würzburg entfernt. Das könnte damals also eine Durchgangsstation für einen Karolingischen Herrscher gewesen sein“, wird Müller weiter zitiert.

Ebenfalls in Franken gruben Archäologen einen 1400 Jahre alten Klappstuhl aus. Er befand sich im Grab einer Frau – mit weiteren Grabbeigaben.

Landrat will Fundstücke Schülern zugänglich machen

Wenn es die Witterung zulässt, können die Grabungen in Gaukönigshofen bald abgeschlossen werden. Die Funstücke werden dann nochmal genau begutachtet und archiviert. „Wir hätten die Funde natürlich nach der Würdigung durch den Denkmalschutz gerne wieder für eine Ausstellung zurück“, sagt der Landrat. Er könne sich durchaus vorstellen, die Tonscherben und eine geschichtliche Aufarbeitung dazu im späteren Schulbereich für die Schülerinnen und Schüler zugänglich zu machen. (tkip)

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