Meeresspiegel steigt enorm an

Klimawandel in der Antarktis: Gletscher von gigantischer Größe schmilzt - Forscher kennen jetzt Ursache

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
    schließen

Der Thwaites-Gletscher in der Antarktis ist einer der größten der Welt. Doch er schmilzt extrem schnell. Wissenschaftler fanden jetzt heraus warum.

  • Einer der größten Gletscher der Erde schmilzt immer schneller ab.
  • Der Thwaites im Westen der Antarktis ist so groß wie Florida.
  • Forscher fanden jetzt heraus, was neben dem Klimawandel der Grund für das rapide Abtauen ist.

Antarktis - Schon seit Jahren macht Forschern das rapide Abschmelzen der Gletscher weltweit Sorgen. Eines der größten Exemplare befindet sich im Westen der Antarktis. Der Thwaites-Gletscher ist mit seinen 190.000 Quadratkilometern ungefähr so groß wie Florida oder Groß Britannien. Er dient außerdem als Gradmesser für die Klimaerwärmung. Schon seit längerem ist bekannt, dass auch er stetig an Masse verliert. Bisher war aber nicht bekannt, was genau das Abschmelzen verursacht. Wissenschaftler entdeckten jetzt den Grund.

Abschmelzen des Thwaites-Gletschers könnte Meeresspiegel enorm ansteigen lassen

Sollte der Thwaites-Gletscher komplett abschmelzen und sollten dadurch die enormen Wassermassen, die in ihm gespeichert sind, die Weltmeere fluten, wäre das katastrophal für viele küstennahe Städte und Siedlungen, schreibt watson.de. Bereits in den vergangenen 30 Jahren hat sich das Abtauen des Gletschers fast verdoppelt. Vier Prozent des Meeresspiegelanstiegs gehen schon jetzt auf ihn zurück. Sollte er einmal komplett verschwunden sein, hätte das zufolge, dass der Meeresspiegel um 65 Zentimeter ansteigen würde.

Solch ein Anstieg hätte fatale Folgen, vor allem für die ärmeren Länder der Erde. Klimaforscher Mojib Latif sagte in einem Interview mit der taz dazu: „Viele Länder in Asien oder Afrika haben, anders als die Industrieländer, oft nicht die Mittel, sich anzupassen. Da ist die Verletzlichkeit der Bevölkerung größer, da entscheidet ein halber Meter mehr oder weniger dann tatsächlich über Sein oder Nicht-Sein.“

Thwaites-Gletscher in der Antarktis: Grund für das rasche Abschmelzen inzwischen bekannt

Forscher der International Thwaites Glacier Collaboration (ITGC) haben nun herausgefunden, was den Volumenverlust des Eisschilds verursacht. Unter den Eismassen sollen sich große Hohlräume befinden, in die wärmeres Meerwasser einströmt. Das heißt, der Gletscher schmilzt von unten. Das ist besonders deshalb problematisch, weil der Mensch nicht direkt etwas dagegen tun kann. Die Hohlräume befinden sich in einer Tiefe von bis zu 800 Metern. Außerdem können die Wissenschaftler des ITGC nicht genau sagen, wie stark der Meeresspiegel in der Westarktis deshalb ansteigt. Der Aerogeophysiker Tom Jordan sagte CNN dazu: „Es gibt so viele unbekannte Faktoren hinsichtlich des Verständnisses der Eisschildprozesse und der Reaktion der Gletscher im Laufe der Zeit.“

Luftaufnahme des Thwaites-Gletschers im Westen der Antarktis.

Auch wenn der Mensch diese Kanäle „an einem so entfernten Ort" nicht blockieren kann, so Jordan, könne man doch etwas gegen die Ursache tun. Die einfachste Lösung wäre es, „den Klimawandel aufzuhalten“, sagte der Wissenschaftler. Weitere Untersuchungen an dem Gletscher sollen zudem helfen, Politikern die Konsequenzen des Abschmelzens noch besser zu verdeutlichen. Auch in den USA sind die Folgen des Klimawandels unweigerlich zu spüren. Ein Meteorologe spricht über ein außergewöhnliches Wetter-Phänomen, das künftig vermehrt auch in Deutschland für Zerstörung sorgen könnte. (tel)

Wissenschaftler haben vor kurzem in der Antarktis ein großes Methan-Leck* entdeckt. Das gefährliche Gas strömt aus einem Loch im Meeresboden aus. Auch eine Hitzewelle in Sibirien bereitet den Forschern Sorge. Dazu wüten dort schwere Waldbrände. Auch immer mehr Tierarten sind bedroht: Ein sensationeller Fund in Menorca* macht Artenschützern jetzt Hoffnung. Doch für 2070 haben Forscher düstere Prognosen. *Merkur und tz.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © dpa/Johann Klages

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare