Schlangenliebhaber aus Indien

Mann lässt sich 72 Stunden mit Gift-Schlangen einsperren, um zu beweisen, dass sie harmlos sind

Zwei Schlangen vor einem Mann, der sie beobachtet
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72 Stunden lang hielt es ein Mann aus Indien mit giftigen Schlangen aus (Symbolbild).
  • Berkan Cakir
    VonBerkan Cakir
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Schlangen sind freundliche Tiere - das behauptet zumindest ein Mann aus Indien, der sich, um das zu beweisen, drei Tage lang mit tödlichen Schlangen einsperrte.

Pune/Indien - Um den Menschen zu beweisen, dass Schlangen eigentlich recht freundliche, völlig ungefährliche Tiere sind, hatte ein Mann aus Indien eine ziemlich ungewöhnliche und darüber hinaus extrem waghalsige Idee. Neelim Kumar Khaire, ein 28-jähriger Rezeptionist eines Fünf-Sterne-Hotels in Pune, sperrte sich 72 Stunden lang mit 72 der kriechenden Reptilien in einen Raum.

Umgeben von den Tieren las Neelim Kumar Khaire drei Tage lang ein Buch, trank Kaffee, während er gemütlich auf einem Stuhl saß, schrieb Tagebuch, schlief und scheint sich - den Bildern nach zu urteilen, auf denen er entspannt lächelt - mit den Schlangen bestens verstanden zu haben.

Vor den hochgiftigen Giftschlangen muss sich keiner fürchten - behauptet Neelim Kumar Khaire

Allein bei der Vorstellung, mit so vielen Schlangen in einem Raum eingesperrt zu sein, stellen sich bei vielen Menschen die Nackenhaare auf. Die Angst vor Schlangen gehört zu den meistverbreiteten Phobien auf der Welt. Zum Teil ist die Furcht nicht unbegründet. Viele Schlangen sind hochgiftig und können mit einem Biss einen erwachsenen Menschen innerhalb kürzester Zeit töten. Giftschlangen lauern auch in Baden-Württemberg - allerdings haben sie nur ein sehr gering dosiertes Gift.

Aber selbst vor den hochgiftigen Giftschlangen muss sich keiner fürchten - behauptet Neelim Kumar Khaire. Aus diesem Grund sperrte sich der Reptilienliebhaber auch nicht mit den harmlosen Kriechtieren ein. 27 Monokelkobras, 24 Kettenvipern, neun indische Kobras, acht gelbgebänderte Kraite und vier gewöhnliche Schlangen - sprich: 68 der insgesamt 72 Schlangen, die dem 28-Jährigen Gesellschaft leisteten, waren so giftig, dass sie ihn mit einem Biss mit Leichtigkeit hätten töten können.

Nach 72 Stunden kam der Inder heil wieder heraus

Neelim Kumar Khaire überlebte. Nach 72 Stunden kam der Inder heil wieder aus dem hochgiftigen Schlangennest heraus. Er brach damit einen Weltrekord, den zuvor der Südafrikaner Peter Snyemaris hielt. In Johannesburg hielt es Snyemaris 50 Stunden in ähnlicher Situation aus. Khaire sagte dazu: „Ich dachte, dass ein Inder es verdient, diesen Weltrekord zu halten, da Indien im Ausland als das Land der Schlangen gilt.“

Aber der Weltrekord war nicht sein einziger Beweggrund. Reptilien seien seine ständigen Besucher gewesen in seiner Heimat. „Ich hasste es, diese wunderschönen Kreaturen zu töten. Die meisten von ihnen waren harmlos. Also fing ich an, sie einzufangen und sie in den Sahyadri Bergen wieder freizulassen“, so Neelim Kumar Khaire. 25.000 Schlangen habe er in seinem Leben gefangen und sei dabei „nur“ 6.000 Mal gebissen worden.

Eine neu entdeckte Schlange wurde nach Neelim Kumar Khaire benannt

Für Neelim Kumar Khaire erfüllte sich damit ein Lebensziel. „Ich will mit den Einnahmen einen Schlangen-Vertrauenspark und ein Forschungszentrum aufbauen.“ Außerdem sagte er: „Ich habe lange den Wunsch meiner Eltern, mich zu verheiraten, zurückgestellt, bis ich einen Weltrekord breche. Jetzt bin ich bereit.“

Die Geschichte von Neelim Kumar Khaire spielte sich bereits 1980 ab, wie iflscience.com berichtet. Khaire wurde laut dem Online-Portal später Mitglied bei der Indischen Gesellschaft für Herpetologie, einem Teilgebiet der Zoologie. Anschließend schrieb Khaire mehrere Bücher über Schlangen, um die Öffentlichkeit über die Tiere aufzuklären. Er erlangte so große Popularität, dass eine neu entdeckte Schlange nach ihm benannt wurde: Melanophidium khairei. Im Vergleich zu den Tieren, mit denen Khaire eingesperrt war, ist die schwarze Schlange aus Indien allerdings völlig ungiftig.

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