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10-Jährige wird bei ihrer Mutter zur „Hebamme“, weil der Notarzt nicht rechtzeitig kommt

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Von: Niklas Noack

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Eine Mutter hält ein Baby auf ihrem Arm.
Im US-amerikanischen Jennings in Missouri half eine Zehnjährige ihrer Mutter bei der Geburt. (Symbolfoto) © Oscar Carrascosa Martinez/IMAGO

Die zehnjährige Miracle hilft ihrer Mutter bei der Geburt ihrer Schwester und agiert dabei erstaunlich ruhig. Im Netz wird das Mädchen vor allem gefeiert, dennoch kommt es auch zu einer Diskussion.

Jennings (USA) - Not macht erfinderisch. Das dürfte sich die zehnjährige Miracle aus dem US-amerikanischen Jennings in Missouri auch gedacht haben, als sie kurzerhand quasi als „Hebamme“ einspringen musste. Der Grund: Ihre schwangere Mutter bekam plötzlich Wehen und das erwartete Kind hatte nicht vor, länger zu warten. Eine Fahrt ins Krankenhaus kam nicht mehr infrage.

Stattdessen griff die Tochter, die erstaunlich ruhig blieb, nach dem Telefonhörer und wählte den Notruf. Laut dem Newsportal Today sagte sie dem Zuständigen der Notrufzentrale, Scott Stranghoener, folgenden Satz: „Hallo, ich glaube, bei meiner Mutter haben die Wehen eingesetzt.“

Tochter Miracle sagt zu ihrer gebärenden Mutter: „Setz dich nicht auf die Toilette“

Ab dem Zeitpunkt gab Stranghoener der Zehnjährigen Anweisungen, die sie an ihre Mutter weiterleitete. Diese lauteten unter anderem „Setz dich nicht auf die Toilette“ oder „Mama, sie sagten, leg dich auf den Rücken in die Mitte des Bettes oder auf den Boden“.

Doch die Mutter, Viola Fair, hatte Schwierigkeiten, den Anweisungen Folge zu leisten. So konnte sie sich zunächst nicht hinlegen. Daraufhin legte Tochter Miracle Handtücher und Decken unter den Körper ihrer Mama aus und redete beruhigend auf sie ein: „Es ist in Ordnung, Mama, es ist in Ordnung.“ Derweil sagte sie zu Stranghoener: „Ich glaube, ihre Fruchtblase ist geplatzt“, bevor sie euphorisch rief: „Sie kommt, sie kommt!“

Nun gelang es Miracle endlich, Fair vom Liegen zu überzeugen, ehe bereits der Kindskopf das Licht der Welt erblickte. Die Zehnjährige agierte weiter anhand des Notfallprotokolls und half somit ihrer Mutter entscheidend bei der Geburt. Dann wickelte sie ihre frisch geborene Schwester in ein sauberes Handtuch und achtete darauf, dass sich die Nabelschnur nicht um den Hals des Babys wickelte. Dann übernahmen die Sanitäter, die inzwischen eingetroffen waren. Das neugeborene Mädchen bekam den Namen Jayla. Sie kam am 22. Oktober auf die Welt - drei Wochen früher als ursprünglich geplant.

„Hast du ganz super gemacht, kleine Maus“

Im Netz wurde die zehnjährige Aushilfshebamme für ihren Mut gefeiert. „Tolles Mädchen, für mich ist es eine außergewöhnliche Geschichte“, schrieb eine Frau auf Facebook. Eine andere schrieb: „Hast du ganz super gemacht, kleine Maus, der Mama toll geholfen.“

Andererseits entbrannte eine Diskussion darüber, inwiefern Frauen ohne Probleme alleine ein Kind auf die Welt bringen könnten. So schrieb eine Frau: „Es braucht eigentlich niemanden zur Geburt, außer die Frau selbst. Das macht die Frau ganz instinktiv alleine. Leider lässt man sie nur in der heutigen Zeit oft nicht mehr.“ An mögliche Komplikationen denkt dabei manch einer wohl nicht. Für die zehnjährige Miracle wird es jedenfalls für immer ein besonderes Erlebnis in ihrem Leben bleiben. Das steht fest.

Rund um das Thema Geburten gibt es immer wieder außergewöhnliche Geschichten. Zuletzt berichtete BW24 über einen Fall, bei dem die Frau ihre Schwangerschaft erst bei der Geburt bemerkte.

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