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10 Dinge, die nur Kinder aus den 90ern kennen

Zwei Jungs ziehen Grimassen
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Hinausgehen und die Welt erkunden: Die Kindheit war in den 90ern noch eine andere.
  • Franziska Vystrcil
    VonFranziska Vystrcil
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Discman, Tamagotchi und Co.: Die 90er Jahre haben viele technische Neuerungen gebracht. Doch nicht nur deswegen war die Kindheit damals etwas Besonderes.

Stuttgart - Bei Wind und Wetter draußen spielen, mit dem Fahrrad durch den Wald düsen und erst nach Hause kommen, wenn die Straßenbeleuchtung angeht. Die Kindheit in den 90ern ist mit der heutigen nicht zu vergleichen. Handy, Tablet und Spielekonsole scheinen für die Kids heutzutage viel interessanter zu sein, als draußen die Welt zu entdecken. Mal ohne Smartphone aus dem Haus gehen? Für Kinder der 2000er undenkbar. Darum sind diese zehn Dinge wohl nur Kindern aus den 90ern bekannt.

Das erste digitale Haustier: Das Tamagotchi

Heute verbringen Kinder Stunden vor Playstation, Xbox und Co. In den 90ern hatte das noch ein weitaus kleineres Format: Das Tamagotchi ist mittlerweile fast schon Kult. Beinahe jedes Kind schien in den 90ern eines zu besitzen. Durch seine geringe Größe konnte man das virtuelle Haustier überall mit hinnehmen.

Füttern, streicheln, spielen: In das Tamagotchi wurde viel Zeit investiert.

In den Schulpausen wurde auf dem Pausenhof eifrig gefüttert, gestreichelt und mit ihm gespielt. Kümmerte man sich gut um seinen virtuellen Freund, entwickelte er sich weiter. Vernachlässigte man das Tamagotchi jedoch, „starb“ es. Zum Glück konnte man im letzteren Fall das Spiel von Neuem beginnen.

Spielen und essen im Zigarettenrauch

Eine Sache, die es heute nicht mehr gibt - und auf die wir auch gut verzichten können - ist das Rauchen in Innenräumen. In einem verqualmten Restaurant Schnitzel und Pommes essen, während sich die Männer am Stammtisch nebenan gefühlt die 20. Zigarette anstecken. Was damals völlig normal war, ist heute nicht mehr möglich.

Rauchen ist heute zum Glück in Gaststätten verboten. In den 90er Jahren war es hingegen noch normal, im Restaurant zu rauchen.

Denn im Juli 2007 beschloss die Bundesregierung ein neues Nichtraucherschutzgesetz. Darin hielt sie die Bundesländer an, Regeln für das Rauchen in Kneipen aufzustellen. Auch in Baden-Württemberg ist seither das Qualmen in Innenräumen verboten, wenn dort Speisen serviert werden. Doch auf den beißenden Qualm und den Gestank der Klamotten und Haare nach einem Restaurantbesuch kann man doch gerne verzichten. Häufig landen die Zigarettenstummel aber inzwischen auf der Straße. In Stuttgart hat eine Initiative weggeworfene Kippen gesammelt - in einem Bußgeld-Wert von 3,9 Millionen Euro.

Ohne ständige Kontrolle: Eine Kindheit ohne Handy

Mal nicht unentwegt erreichbar sein - das wünschen sich in Zeiten von Smartphone und Internet heute viele herbei, viele unterziehen sich sogar einem „Digital Detox“. In den 90ern kannte man solche Probleme noch nicht. Schon gar nicht als Kind. Heute nimmt der Handykonsum überhand. Forscher warnen etwa, dass der Handykonsum der Eltern negative Auswirkungen auf deren Kinder haben kann.

Einfach raus und die Welt erkunden: In den 90ern war dafür kein Smartphone nötig.

Ohne Handy war es noch um einiges entspannter: Raus gehen, sich mit Freunden treffen - ohne dass Mama ständig auf WhatsApp schreibt, wo man ist und was man tut. Eltern wussten vielleicht, mit wem man unterwegs war. Aber wo man war und was man anstellte, fanden sie erst bei der Rückkehr nach Hause heraus. In den 90er Jahren gab es noch die gute alte Telefonzelle. Nur so konnte man Mama und Papa Bescheid geben, dass man doch etwas später nach Hause kommt.

Nachbarn und Fremde ärgern: Telefonstreiche und Klingelputz

Entweder wurden die Telefonnummern spontan gewählt, oder man nahm sich mit seinen Freunden das gute alte Telefonbuch vor. Was gab es Lustigeres, als anderen mit Telefonstreichen auf die Nerven zu gehen? Nicht selten endeten solche Streiche allerdings mit Ärger. Spätestens, wenn die Eltern die Telefonrechnung bekamen.

Schadenfreude ist eben die schönste Freude.

Ebenfalls bei Kindern der 90er beliebt: Klingelputz! Besonders auf dem Nachhauseweg von der Schule sorgte das für einen gewissen Nervenkitzel. Zum Leidwesen der geplagten Nachbarn.

Der Cityroller - Ständiger Begleiter und schmerzhafter Knöchelbrecher

Mit dem Cityroller durch die Straßen düsen - meist endete das schmerzhaft. Vor allem, wenn der Metallrahmen gegen den Knöchel knallte, tat das ordentlich weh. Trotzdem war der Roller der stetige Begleiter in den 90ern. Zudem ließ er sich ganz einfach zusammenklappen. So konnte man ihn überall mit hinnehmen. Die Jugendlichen von heute fahren da auf ein ganz anderes Gefährt ab: Eine Alternative zum Moped erobert Deutschland.

Kinder aus den 90ern waren am liebsten mit dem Cityroller unterwegs.

Auf der Suche nach der passenden Musik: CD-Sammlungen

Heute ruft man innerhalb weniger Sekunden jedes beliebige Lied auf dem Smartphone auf. Durch Streamingdienste wie Spotify, Amazon Music und Co. hält man die gesamte Musikwelt in den Händen. In den 90ern gestaltete es sich weitaus schwieriger, wenn man ein bestimmtes Lied hören wollte. Dazu musste man erst einmal die passende CD finden. Bei manchen großen Sammlungen konnte das viel Zeit in Anspruch nehmen.

Die Qual der Wahl: Bis man den passenden Song und die dazugehörige CD gefunden hatte, konnte es dauern.

Vor mp3-Playern und Streaming-Diensten: Der Discman

Apropos CDs: Die konnten Kinder in den 90ern auch endlich unterwegs hören. Das sah damals allerdings noch etwas unhandlicher aus als heute. Mit dem batteriebetriebenen Discman und passenden Kopfhörern konnte man seiner Lieblings-CD überall lauschen. Technisch war das damals ein riesiger Fortschritt.

Mit dem Discman konnte man plötzlich überall seine Lieblings-CD hören.

Wenn im TV nichts mehr läuft: Sendeschluss im Fernsehen

Schneegestöber im Fernsehen - das schwarz-weiße Rauschen hat man heute im Fernsehen nur noch, wenn ein Kabel nicht richtig sitzt. Bis Mitte der 90er Jahre war das jedoch normal, denn da gab es noch den Sendeschluss. Häufig war statt des „Schneegestöbers“ auch ein Testbild zu sehen. Dann hieß es: Fernseher aus.

Mit dem Sendeschluss war auch das TV-Programm für den Tag beendet.

Heute laufen die Kanäle rund um die Uhr. Im KIKA wurde der Sendeschluss später durch die Nachtschleife von „Bernd das Brot“ ersetzt. Im Eurosport, bei Super RTL und anderen Sendern durch das Teleshopping.

Auf den Internetknopf am Handy gekommen - das wird teuer!

Kurz nicht aufgepasst, schon war es passiert - du hast den Internetknopf an deinem Nokia gedrückt. Eine Katastrophe! Anfang der 90er war zwar das Mobilfunknetz in Deutschland so weit ausgebaut, dass man endlich mit den Handys überall erreicht wird. Doch das war teuer: rund 100 DM Grundgebühr im Monat und 1,99 DM pro gesprochener Minute.

Heute finden man solche Handys, wie hier das „Nokia 9000 Communicator“ wohl nur noch im Museum.

Gigantischen waren auch die Internetpreise. Auch hier wurde minütlich abgerechnet. Kein Wunder, dass einem als Kind fast das Herz stehen blieb, wenn man auf den Internetknopf kam.

Vor Handy und Smartphone: Telefonzellen waren die einzige Verbindung nach Hause

Viele kennen heute noch die Telefonnummer der besten Freundin oder von Oma und Opa auswendig. Nicht nur, weil man sie von zu Hause oft wählte, sondern weil man sie im Notfall kennen musste.

Heute sieht man Telefonzellen nur noch selten.

Bevor jedermann ein Handy besaß, gab es nur die gute alte Telefonzelle, um zu Hause anzurufen. Und das nur mit genügend Kleingeld oder einer Telefonkarte. Heute haben die Telefonzellen von Telekom und Co. allerdings ausgedient und man sieht sie nur noch selten - höchstens als Tauschbörse für Bücher in großen Städten. Aber so erfüllen sie immerhin noch einen Zweck.

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