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Wie sich VfB-Boss Alexander Wehrle ein Imperium aufgebaut hat

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Von: Niklas Noack

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Vorstandschef Alexander Wehrle hat den VfB Stuttgart kräftig umgekrempelt. Sollte der Erfolg ausbleiben, steht er im Zentrum der Kritik.

Stuttgart - Seit Vorstandschef Alexander Wehrle im April dieses Jahres den Posten von Thomas Hitzlsperger übernommen hat, hat sich einiges geändert. Man könnte sogar sagen, es hat ein neues Zeitalter beim VfB Stuttgart begonnen.

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VfB Stuttgart: Matarazzo, Mislintat und Wimmer sind Geschichte

Denn die sportliche Führung, die in den vergangenen Jahren weitestgehend erfolgreich zusammengearbeitet hatte, wurde zu einem großen Teil ausgetauscht. Pellegrino Matarazzo, der mit mehr als 1000 Tagen im Amt der dienstälteste VfB-Trainer seit langem war, ist Geschichte. Michael Wimmer, langjähriger Co-Trainer und später Interimscoach, traute man das Amt des Cheftrainers nicht zu, weshalb sich dieser aus Stuttgart verabschiedete - und sich jetzt nach einem neuen Job in erster Reihe umschaut.

Und Sportdirektor Sven Mislintat, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass der VfB Stuttgart zurück zu seiner Vereinsidentität fand? Der wurde entlassen, da er manch einem, vor allem eben Wehrle, zu mächtig gewesen sein soll.

Bruno Labbadia wird von vielen VfB-Fans kritisch beäugt

Dafür gibt es viele alte Bekannte, die nun ein weiteres Mal ihre Zelte an der Mercedesstraße aufgeschlagen haben. Darunter Bruno Labbadia, der bereits zwischen 2010 und 2013 das Amt des Cheftrainers innehatte und jetzt erneut den VfB Stuttgart vor dem dritten Abstieg innerhalb von sieben Jahren bewahren soll. Eine Neuverpflichtung, die bei vielen Fans nicht gut ankam, da sie den Eindruck haben, der VfB würde von seinem zuletzt eingeschlagenen Weg abkommen.

Wehrle sagte dazu gegenüber der Bild: „Am Ende zählen die sportlichen Ergebnisse. Es geht um seine Akribie und Leidenschaft, die er der Mannschaft vermitteln wird. Dann werden auch die Kommentare positiver sein. Bei einem Traditionsverein ist es immer so, dass Emotionen und Leidenschaft im Spiel sind. Es gibt auch viele im Verein, die sich auf Bruno freuen. Am Ende wollen wir alle die Klasse halten.“

Managertalent Fabian Wohlgemuth soll mit wenig Geld einen schlagkräftigen VfB formen

Wehrle und Labbadia haben offenbar ein besonderes Verhältnis zueinander. Sie kennen sich noch aus Labbadias erster VfB-Amtszeit, als Wehrle der Stuttgarter Geschäftsführung assistierte. Wie der SWR berichtete, wollte Wehrle Labbadia sogar mal zum 1. FC Köln lotsen.

Ebenfalls neu, aber ausnahmsweise ohne VfB-Vergangenheit, ist Fabian Wohlgemuth, der Mislintat als Sportdirektor beerbte. Der ehemalige Geschäftsführer Sport des SC Paderborn gilt als Managertalent und soll in Zukunft mit einem geringen Etat eine schlagkräftige Stuttgarter Mannschaft zusammenstellen. Zudem wird von ihm erwartet, dass er den Fokus wieder vermehrt auf die eigene Jugend legt, wofür er als langjähriger Leiter des NLZ des VfL Wolfsburg prädestiniert zu sein scheint.

Alexander Wehrle, Vorstandsvorsitzender beim VfB Stuttgart, telefoniert auf der Tribüne.
Chef Alexander Wehrle hat den VfB Stuttgart nach Belieben umgebaut. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

Ein Sportvorstand wird dem 43-Jährigen zunächst nicht vor die Nase gesetzt, doch einer, der zunächst die nötige Erfahrung für diesen Job sammeln soll, steht bereits in den Startlöchern: Ex-VfB-Profi Sami Khedira. Gemeinsam mit Philipp Lahm wurde er bei der Mitgliederversammlung im vergangenen September als Berater des Vorstands präsentiert.

Wie Sami Khedira beim VfB Stuttgart in die Rolle des Sportvorstands hineinwachsen könnte

Doch Khedira ist seitdem an der Mercedesstraße omnipräsent. Er besucht die Spiele des VfB, ist permanent beim Training und war bereits bei wichtigen Entscheidungen, wie der Matarazzo-Entlassung, involviert. Sein Kollege Lahm tritt im Vergleich kaum in Erscheinung, was den Entschluss nahelegt, dass Khedira für mehr bestimmt ist. Laut Bild könnte man sich beim VfB den ehemaligen Profi zumindest perspektivisch in der Rolle des Sportvorstands vorstellen.

Ab 1. Januar 2023 wird Khedira noch mit einem weiteren Ex-Stuttgart-Spieler, nämlich Christian Gentner, zusammenarbeiten. Der kehrt als Leiter der Lizenzspielerabteilung zu seinem Heimatverein zurück und komplettiert somit das neue Imperium des Vorstandschefs Alexander Wehrle. Der VfB-Boss hat den schwäbischen Traditionsverein einmal komplett umgekrempelt und seinen Stempel aufgedrückt. Sollte jetzt der Erfolg ausbleiben, fällt es in allererster Linie auf ihn zurück.

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