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VfB Stuttgart zum Verkauf gezwungen? Borna Sosa forciert seinen Abgang

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Von: Niklas Noack

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Der VfB Stuttgart ist finanziell angeschlagen. Eine Situation, die sich zuletzt durch die Personalwechsel weiter zuspitzte und den Klub über kurz oder lang zu Spielerverkäufen zwingen könnte.

Stuttgart - Dass die Schwaben sparen müssen, ist nichts Neues. Der Stadionumbau und die Corona-Krise haben den VfB Stuttgart in eine finanzielle Schieflage gebracht. Doch wie hält sich der große Traditionsverein in einer Saison über Wasser, in der mit dem dritten Abstieg innerhalb von sieben Jahren das sportliche Worst-Case-Szenario droht?

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VfB Stuttgart: Das alte Personal kostet den Klub Geld

Es ist ein Balanceakt. Aktuell liegt der Fokus der VfB-Bosse um Vorstandschef Alexander Wehrle vor allem darauf, mit aller Macht den Klassenerhalt zu sichern, wofür die sportliche Führung größtenteils ausgetauscht wurde: Ex-Coach Pellegrino Matarazzo, Ex-Interimstrainer Michael Wimmer und der bisherige Sportdirektor Sven Mislintat mussten ihren Hut nehmen. Personal, das zunächst weiterhin bezahlt wird oder zumindest eine Abfindung kostete.

Doch da beißen die Stuttgarter vorerst in den sauren Apfel, wie bei der Entscheidung, Fabian Wohlgemuth für mehrere hunderttausend Euro als neuen Sportdirektor vom SC Paderborn loszueisen. Auch das Engagement des erfahrenen Trainers Bruno Labbadia dürften sich die Schwaben einiges kosten lassen. So soll der 56-Jährige bei seiner bisher letzten Station, Hertha BSC Berlin, drei Millionen Euro verdient haben.

VfB-Boss Alexander Wehrle: „Wir sind handlungs- und wettbewerbsfähig“

Eine Summe, die Labbadia beim VfB sicherlich nicht bekommt. Dessen Vorgänger Matarazzo soll lediglich eine Million Euro jährlich kassiert haben. Immerhin: Stuttgart spart sich das Gehalt von Mislintat, das bei zwei Millionen Euro gelegen haben soll. Dennoch schätzt die Stuttgarter Zeitung, dass die Kosten für das ehemalige Personal im siebenstelligen Bereich liegen werden.

Von einem Zwang, Leistungsträger verkaufen zu müssen, will VfB-Chef Alexander Wehrle aber nichts wissen. Gegenüber der StZ pochte er darauf, man sei „handlungs- und wettbewerbsfähig“. Weiter sagte er: „Wir sind nicht gezwungen, im Winter Spieler zu verkaufen.“ Eine Aussage, die allerdings kaum überrascht, da Gegenteiliges den VfB in eine schwierige Verhandlungsposition bringen würde.

Borna Sosa vom VfB Stuttgart spielt bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar für Kroatien.
Borna Sosa vom VfB Stuttgart steht bei der WM in Katar im Rampenlicht. © Sebastian Frej/MB Media/IMAGO

VfB-Star Borna Sosa forciert Wechsel

Fakt ist außerdem: Ein Verkauf von Borna Sosa, der eine tragende Säule der Hinrunde war, wäre ein enormes Risiko, das man mitten in der Saison wohl kaum ohne Nöte einginge. Der Linksverteidiger, der aktuell mit Kroatien im WM-Viertelfinale steht, liebäugelt obendrein mit einem Wechsel. Vor kurzem sagte er gegenüber der französischen L’Equipe: „Natürlich will jeder Spieler vorankommen und seine Karriere weiterentwickeln. Ich bin mir sicher, dass es nach der WM auch bei mir so sein wird.“ Laut dem kicker hat der VfB schon einen möglichen Ersatz. Sollte Sosa gehen, haben die Schwaben demnach Maximilian Mittelstädt von Hertha BSC auf dem Zettel.

Ein weiterer Wechselkandidat ist Hiroki Ito, der mit Japan zur WM nach Katar fuhr und gegen Costa Rica immerhin 45 Minuten auf dem Feld stand. Wie die Stuttgarter Zeitung berichtet, soll die AS Rom Interesse am Japaner signalisiert haben. Auch der Abgang des Verteidigers wäre ein herber Verlust für die Schwaben und würde einen gleichwertigen Ersatz erfordern.

Entscheidungen, die mit viel Risiko verbunden sind und von VfB-Boss Wehrle sowie Neu-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth wohlüberlegt sein sollten. Denn ein Abstieg wäre letztlich am teuersten, das ist den Verantwortlichen an der Mercedesstraße bewusst.

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