Punkte könnten über Aufstieg entscheiden

VfB Stuttgart „enttäuscht“: Einspruch gegen Spiel in Wiesbaden bleibt erfolglos

Durch den Videobeweis hatte der VfB Stuttgart das Spiel gegen Wehen Wiesbaden noch verloren. Die Stuttgarter legten Einspruch beim DFB-Sportgericht ein - erfolglos.

  • Der VfB Stuttgart hatte am 17. Mai sein erstes Spiel nach der Corona-Pause gegen Wehen Wiesbaden wegen eines strittigen Elfmeters verloren
  • Der Elfmeter wurde nach Videobeweis gegeben, der VfB Stuttgart legte daraufhin beim DFB-Sportgericht Einspruch gegen das Spielergebnis ein.
  • Der DFB wies den Einspruch nun zurück, der Elfmeter sei eine „unanfechtbare Tatsachenentscheidung“ gewesen.

Stuttgart/Frankfurt(Main) - Das erste Spiel nach der Saisonunterbrechung durch das Coronavirus in Baden-Württemberg gegen Wehen Wiesbaden ging für den VfB Stuttgart denkbar schlecht aus. Nach der Corona-Pause verlor der VfB Stuttgart und das Netz reagiert hämisch. Das 1:2-Siegtor der Wiesbadener fiel erst in der 97. Spielminute, nachdem ein umstrittener Videobeweis zu einem Elfmeter gegen den VfB Stuttgart geführt hatte.

Die Verantwortlichen beim VfB Stuttgart legten daraufhin Einspruch gegen das Spielergebnis beim DFB-Sportgericht ein. Denn auch wenn es nach der Vertragsverlängerung mit VfB-Stuttgart-Trainer Pellegrino Matarazzo zuletzt einen Aufwärtstrend gab: Im engen Aufstiegskampf zählt am Ende jeder Punkt.

VfB Stuttgart legt Einspruch gegen Spiel in Wiesbaden ein - und scheitert

Der Grund für den Einspruch des VfB Stuttgart: Wiesbadens Phillip Tietz verwandelt den Elfmeter, der nach umstrittenem Videobeweis gegeben wurde.

Am Montag wies das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes den Einspruch des VfB Stuttgart zurück. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur teilte der DFB dieses Ergebnis im Anschluss an die mündliche Verhandlung mit. „Der Schiedsrichter hat ein strafbares Handspiel wahrgenommen und Elfmeter verhängt. Das war eine unanfechtbare Tatsachenentscheidung“, erklärte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, das Urteil.

Schiedsrichter Sascha Stegemann hatte nach einem mutmaßlichen Handspiel von VfB-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui beim Stand von 1:1 in der Nachspielzeit der Partie auf Elfmeter für Wiesbaden entschieden - nach Rücksprache mit Video-Assistent Robert Kampka. Wehen Wiesbaden verwandelte den Elfmeter und der VfB Stuttgart stand in der 97. Minute noch als Verlierer da.

Allerdings belegen Tonaufnahmen der beiden Schiedsrichter, dass Sascha Stegemann die Szene nicht endgültig aufschlüsseln konnte. „Auf den Ablauf und die Qualität des Dialoges zwischen Schiedsrichter und Video-Assistent kommt es nicht an. Der Video-Assistent ist für den Schiedsrichter ein zusätzliches Hilfsmittel bei der Vorbereitung seiner Entscheidung“, begründete Hans E. Lorenz.

VfB Stuttgart bleibt bei seiner Meinung und überlegt, Berufung einzulegen

Die Entscheidung des DFB-Sportgerichts gegen den VfB Stuttgart ist in einem Punkt allerdings verwirrend. Wie der Kicker nach dem Spiel gegen Wehen Wiesbaden berichtete, gab der DFB dem VfB Stuttgart in einem Punkt sogar recht. Demnach hätte der Videoschiedsrichter in der Situation mit VfB-Stürmer Hamadi Al Ghaddioui gar nicht eingreifen dürfen, der DFB bezeichnet den Vorgang als "nicht angebracht". Nach dieser Entscheidung lief allerdings alles regelkonform, weshalb der Einspruch des VfB Stuttgart nun abgelehnt wurde.

Durch die Entscheidung des DFB-Sportgerichts bleibt der VfB Stuttgart auf dem zweiten Platz der 2. Bundesliga. Allerdings hat der Hamburger SV auf dem dritten Platz nur zwei Punkte weniger. Wenn der VfB also verliert und Hamburg gleichzeitig gewinnt, rutschen die Stuttgarter auf den dritten Rang ab. Es hätte dem VfB Stuttgart also enorm geholfen, wenn das Spiel gegen Wehen Wiesbaden nicht als Niederlage gewertet worden wäre.

Entsprechend niedergeschlagen zeigte sich auch VfB-Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger: „Wir sind enttäuscht über die Entscheidung des Sportgerichts, weil wir nach wie vor der Meinung sind, dass die Elfmeterentscheidung und damit das Endergebnis des Spiels durch einen klaren Regelverstoß zustande gekommen ist.“ Ob der VfB Stuttgart Berufung gegen das Urteil einlegt, steht indes noch nicht fest.

Nächste Enttäuschung im Derby: VfB Stuttgart verliert Platz 2

Der VfB Stuttgart hat im Kampf um den Aufstieg erneut wichtige Punkte liegen lassen. Ausgerechnet im Derby gegen den Karlsruher SC unterlag der schwäbische Traditionsverein mit 2:1. VfB-Stuttgart-Trainer Pellegrino Matarazzo war über die Reaktion seiner Mannschaft danach verärgert.

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