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Verhandlungen beim VfB Stuttgart stocken - Sportdirektor Mislintat will keine Macht verlieren

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Von: Nadja Pohr

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VfB-Sportdirektor Sven Mislintat
Scheitert die Vertragsverlängerung von Sven Mislintat an seinen Forderungen? Bislang sind die Verhandlungen ergebnislos geblieben. © IMAGO/Hansjürgen Britsch

Die Vertragsverhandlungen zwischen Sven Mislintat und VfB-Vorstand Alexander Wehrle haben begonnen. Bisher ist eine Einigung jedoch (noch) nicht in Sicht. Der VfB rüstet sich deshalb offenbar für einen möglichen Abschied des Sportdirektors - und hat zwei mögliche Nachfolger im Auge.

Stuttgart - Seit Wochen werden die Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung von VfB-Sportdirektor Sven Mislintat unter Fans und im Umfeld des VfB Stuttgart mit Spannung erwartet und mitunter heiß diskutiert. Immer wieder kochen Gerüchte hoch, wonach der 50-Jährige, mittlerweile letzter Verbliebener des einstigen Erfolgs-Trios um den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Thomas Hitzlsperger und Ex-Coach Pellegrino Matarazzo, die Schwaben verlassen werde.

Vor allem die Verpflichtungen der 2014er-Weltmeister Philipp Lahm und Sami Khedira als sportliche Berater des Vorstands sowie Christian Gentners, der ab Januar 2023 die neu geschaffene Rolle des Leiters der Lizenzspielerabteilung übernehmen wird, befeuerten die Spekulationen. Der Grund: Mislintat wurde bei der Entscheidung Wehrles, sich mit den drei Ex-VfB-Profis zusätzliche Sport-Kompetenz in die Führungsriege zu holen, offenbar übergangen. Immer wieder wurden die Vertragsverhandlungen zuletzt außerdem auch mit Blick auf die ruhigere, weil bundesligafreie Zeit während der WM in Katar verschoben.

Die VfB-Fans würden sich jedenfalls einen Verbleib Mislintats wünschen. 12.000 Anhänger haben in einer Petition dafür unterschrieben und diese dem Vorstandsvorsitzenden Alexander Wehrle überreicht. Am Donnerstag (24. November) gab es zwischen Wehrle und Mislintat nun offenbar das erste Gespräch - bisher jedoch ohne Ergebnis.

Vertragsverhandlungen zwischen VfB-Sportdirektor Mislintat und Vorstands-Chef Wehrle stocken

Es scheint, als gingen die Vertragsverhandlungen zwischen Sven Mislintat und Alexander Wehrle ohnehin nur stockend voran. Beide Seiten könnten sich grundsätzlich zwar eine weitere Zusammenarbeit beim VfB Stuttgart vorstellen, allerdings nicht unter den aktuellen Bedingungen. Mislintat möchte seine Macht im Verein nicht verlieren und die gleichen Konditionen wie bei der letzten Verhandlung haben. Aktuell beinhaltet sein Vertrag beispielsweise eine Klausel, die ihm die Befugnisse eines Sportvorstands zusichern. Das heißt: Sollte etwa eine Entscheidung im Sportbereich ohne seine Zustimmung und ohne seine Unterschrift erfolgen, kann er seinen Vertrag umgehend kündigen - inklusive Lohnfortzahlung bis Vertragsende, wie die Bild berichtet.

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Diese Kompetenzen will ihm VfB-Chef Wehrle wohl jedoch nicht mehr einräumen. Ein Kompromiss scheint wiederum für Mislintat keine Option zu sein. Sollten sich die beiden Verantwortlichen nicht einig werden, kursieren im Umfeld der Mercedesstraße für den Fall eines Mislintat-Abschieds bereits die Namen zweier Kandidaten, die man sich beim VfB offenbar als Nachfolge-Kandidaten vorstellen kann. Der Blick der Stuttgarter richtet sich dabei wohl vor allem in die 2. Bundesliga. Wie der kicker berichtet, sollen Rachid Azzouzi von Greuther Fürth und Marcus Mann von Hannover 96 im Gespräch um die Nachfolge von Mislintat sein. Beide haben bei ihren Klubs in der Vergangenheit gezeigt, dass sie aus geringen finanziellen Mitteln viel herausholen können. Fürths Azzouzi besitzt jedoch noch einen Vertrag bis 2026. Der Kontrakt von Marcus Mann endet hingegen im Sommer 2023.

„Das Drama nimmt seinen Lauf“: VfB-Fans kritisieren mögliche Nachfolger für Mislintat

Die Fans des VfB Stuttgart sehen in Azzouzi und Mann jedoch keine geeigneten Nachfolger. Mislintat sei die beste Personalie für den Verein, heißt es im Netz. „Oh Mann, das darf echt nicht wahr sein. Das Drama nimmt seinen Lauf“, schreibt ein Anhänger zu Berichten über die möglichen Nachfolger. „Egal wer kommt, besser wird es nicht werden“, kommentiert ein anderer.

Der Bericht des kicker bereitet manchen Fans große Sorgen. Stehen die Zeichen beim Sportdirektor vielleicht tatsächlich auf Abschied? Es wird sogar eine Taktik vermutet, denn es könne kein Zufall sein, dass plötzlich zwei Kandidaten für Mislintat im Gespräch seien. Vielleicht wolle man ihn so unter Druck setzen, vermuten manche Nutzer in den sozialen Netzwerken. „Schade nur, wenn man sich solcher Mittel bedienen muss“, schreibt ein Anhänger etwa auf Twitter. Die Situation beim VfB bleibt also weiter angespannt.

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