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VfB-Verantwortliche geben der Mannschaft ein Alibi für vermeidbare Fehler – damit tun sie ihr keinen Gefallen

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Von: Niklas Noack

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Trotz des Trainerwechsels von Pellegrino Matarazzo zu Bruno Labbadia: Die Probleme des VfB Stuttgart bleiben dieselben. Ein Kommentar.

Stuttgart - Jeder Punkt im Abstiegskampf ist wichtig, sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia schon nach dem 1:1 am vergangenen Samstag (24. Januar) gegen den 1. FSV Mainz 05. Umgekehrt könnte man aber auch meinen: Jeder verlorene Zähler schmerzt in solch einer Situation besonders.

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VfB Stuttgart lässt gegen Mainz 05 und Hoffenheim unnötig Punkte liegen

Wie eben am Dienstagabend (24. Januar), als der VfB Stuttgart in der Nachspielzeit den 2:2-Last-Minute-Ausgleich gegen die TSG 1899 Hoffenheim schlucken musste und klar wurde: Unterm Strich hat der VfB in den vergangenen beiden Partien gegen zwei schwache Gegner – völlig unnötig – vier Punkte liegenlassen.

Dafür gibt es Gründe, die alles andere als neu sind. Unter denen schon Ex-Trainer Pellegrino Matarazzo litt – und die auch Labbadia, trotz Vereinfachung der Spielweise, bislang nicht in den Griff bekommt. Dazu gehört, dass es dem VfB im Mittelfeld vor allem in Sachen Kreativität an Qualität fehlt. Sind die Schwaben in Ballbesitz, spürt man oftmals die Ratlosigkeit mancher Profis, die nicht zu wissen scheinen, wie sie den Gang nach vorne antreten sollen.

Naouirou Ahamada springt beim Jubel an den Zaun und feiert mit den Fans.
Naouirou Ahamada springt beim Jubel an den Zaun und feiert mit den Fans. © IMAGO/Ralf Poller/Avanti

VfB-Youngster Naouirou Ahamada fliegt mit Gelb-Rot vom Platz

Ein Problem, das sich teilweise kaschieren lässt, wie der VfB in der zweiten Hälfte gegen die TSG bewies: mit einer gewissen Intensität und der individuellen Klasse eines Serhou Guirassy oder Wataru Endo. So gelang es dem VfB tatsächlich, die Partie im Kraichgau nach frühem Rückstand zu drehen.

Weshalb es für die Labbadia-Schützlinge dennoch nicht zum Sieg reichte, ist mit fehlender Cleverness und damit einem strukturellen Problem zu erklären. Wegen Meckerns und zu intensivem Jubel mit den Fans war Naouirou Ahamada regelkonform (Gelb-Rot) vom Platz geflogen und leitete somit die Wende ein. Auch ich finde, dass es sich dabei um eine alberne Bestrafung handelt und dadurch Emotionen unterdrückt werden, die den Fußball ausmachen.

Doch in der prekären Situation des Abstiegskampfs, gerade wenn die Partie noch lange nicht abgepfiffen ist, sollte der Fokus der Spieler nicht auf dem Jubel mit den Fans liegen, sondern vielmehr darauf, die Führung konzentriert über die Zeit zu bringen. Vor allem, weil der VfB gegen Hoffenheim nicht das erste Mal in dieser Saison auf den letzten Metern Punkte hergeschenkt hat. Und es auch nicht der erste unnötige Platzverweis war.

Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und Trainer Bruno Labbadia vom VfB Stuttgart laufen in die Mercedes-Benz Arena ein.
Haben mit altbekannten Problemen zu kämpfen: VfB-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth (l.) und Trainer Bruno Labbadia (Mitte). © Pressefoto Baumann/IMAGO/Montage/BW24

Dinge, die man, wie es Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und Labbadia kommunizieren, auf mangelnde Erfahrung schieben kann. Denn im Nachgang der Hoffenheim-Partie wurden die Verantwortlichen nicht müde, zu betonen, wie jung der Stuttgarter Kader ist. Meiner Meinung nach tun sie sich damit allerdings keinen Gefallen, sondern geben der Mannschaft vielmehr ein Alibi für vermeidbare Fehler, die sie sich im Abstiegskampf nicht ständig erlauben darf.

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