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VfB Stuttgart zockt bei Trainersuche und sorgt für kuriose Situation

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Von: Niklas Noack

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Sportdirektor Sven Mislintat vom VfB Stuttgart sitzt am Rande des Trainingsplatztes.
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat wirkt wie immer gelassen. © Pressefoto Rudel/Herbert Rudel/IMAGO

Wer trainiert künftig den VfB Stuttgart? Die Schwaben gehen bei der Suche nach einem Matarazzo-Nachfolger ins Risiko und sorgen für eine kuriose Situation.

Stuttgart - Das Fußballgeschäft ist schnelllebig und hält dementsprechend nur noch wenige Überraschungen bereit. Aber die Kursänderung des VfB Stuttgart in Sachen Trainersuche kam durchaus unerwartet. Kommunizierte Sportdirektor Sven Mislintat nach der Entlassung von Pellegrino Matarazzo noch, dass es sich bei Michael Wimmer um eine Interimslösung handelt, ruderte er nach den Siegen gegen den VfL Bochum (4:1) und Arminia Bielefeld (6:0) zurück.

„Wenn wir weiter gewinnen, warum soll ich das ausschließen?“, sagte Mislintat nach dem Erfolg gegen die Arminia und verkündetet infolge der VfB-Klatsche (0:5) bei Borussia Dortmund: „Michael Wimmer bleibt bis zur WM-Pause VfB-Trainer!“ Zudem stellte er dem Interimscoach in Aussicht, auch darüber hinaus als Chef weiterarbeiten zu dürfen. Wie der kicker berichtet, sollte Wimmer dafür aus den vier ausstehenden Partien vor der Winterpause mindestens zwei Siege einfahren. In Anbetracht der Gegner, die FC Augsburg, Borussia Mönchengladbach, Hertha BSC und Bayer 04 Leverkusen heißen, ist dies eine machbare Aufgabe.

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VfB Stuttgart: Bosse sind sich bei der Matarazzo-Nachfolge offenbar unsicher

Doch was ist mit den anderen beiden Trainerkandidaten, die laut Mislintat „richtig Bock“ auf den VfB haben? Nach übereinstimmenden Medienberichten soll es sich dabei um Jess Thorup (vereinslos) und Alfred Schreuder (Ajax Amsterdam) handeln. Thorup war sogar schon vergangene Woche Montag (17. Oktober) in Stuttgart und sollte in Gesprächen überzeugt haben, wie unter anderem die Bild berichtete. Doch ganz sicher waren sich die VfB-Bosse offenbar nicht, ansonsten würde der Trainer, der zuletzt den FC Kopenhagen coachte, wohl schon längst an der Seitenlinie der Schwaben stehen.

Stattdessen zockt der VfB und nimmt das Risiko wissentlich in Kauf, dass ein Konkurrent einen der Kandidaten wegschnappen könnte. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Schwaben Alfred Schreuder bevorzugen, der aber bei Ajax unter Vertrag steht und schwer loszueisen ist. 1,5 Millionen Euro soll Amsterdam für den Coach verlangen.

Alfred Schreuder dementiert Interesse am VfB Stuttgart

Schreuder selbst dementierte vor wenigen Tagen allerdings, Interesse am Trainerjob beim VfB zu haben. Außerdem behauptete er, es hätte keine Anfrage aus Stuttgart gegeben. Nach Informationen des kicker, steht Schreuder jedoch unverändert auf der Liste der Schwaben, die hinsichtlich einer Verpflichtung weiterhin optimistisch sein sollen.

Wer künftig auf dem Trainerstuhl sitzen wird, ist aber nicht die einzige offene Baustelle bei den Stuttgartern. Auch die Zukunft Mislintats, dessen Vertrag im Sommer 2023 ausläuft, ist unklar. Ob der Sportdirektor im Amt bleibt, soll ebenfalls erst in der Winterpause entschieden werden. Eine durchaus kuriose Situation, wenn man bedenkt, dass Mislintat im gleichen Zeitraum mit einem künftigen Coach verhandeln könnte.

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