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VfB-Sportdirektor Mislintat steht zu seinem Wort: „Keinen Scheiß erzählen, nur, dass irgendjemand ruhig ist“

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Von: Niklas Noack

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Sportdirektor Sven Mislintat
VfB-Sportdirektor Sven Mislintat steht zu seinem Wort. © IMAGO/Eduard Martin

Nach der 1:3-Pleite des VfB Stuttgart gegen Eintracht Frankfurt äußerte sich Sportdirektor Sven Mislintat zum Konflikt mit Vorstandsboss Alexander Wehrle, der zumindest vertagt ist.

Stuttgart - Der VfB Stuttgart bleibt in dieser Bundesligasaison weiter ohne Sieg. Am 7. Spieltag kassierten die Schwaben gegen Eintracht Frankfurt eine verdiente 1:3-Pleite. Die Stuttgarter blieben im Duell mit dem Champions-League-Teilnehmer über weite Strecken ohne Chance und stehen somit über die Länderspielpause auf einem Abstiegsplatz.

Auch abseits des Platzes zeigte sich der VfB in den vergangenen Tagen nicht von seiner besten Seite. Vorstandschef Alexander Wehrle präsentierte am Montag (12. September) bei einer pompösen Pressekonferenz die Neuzugänge Philipp Lahm, Sami Khedira und Christian Gentner. Die beiden erst genannten unterstützen den Vorstandsboss als Berater. Derweil arbeitet Gentner ab 1. Januar 2023 als Leiter der Lizenzspielerabteilung an der Seite von Mislintat.

VfB Stuttgart: Sven Mislintat machte nochmals deutlich, mit dem Prozess um die Verpflichtung von Lahm, Khedira und Gentner nicht einverstanden zu sein

Damit überzeugte der Vorstandsvorsitzende drei Ex-Profis mit klangvollem Namen vom VfB Stuttgart. Das Problem dabei: Sportdirektor Sven Mislinat war bei der Verpflichtung nicht eingeweiht, was ihn mächtig verärgerte. Zudem sorgte für Brisanz, dass der im kommenden Sommer auslaufende Vertrag Mislintats noch nicht verlängert wurde. Bei den Fans herrschte deshalb die Angst vor, dass der bei ihnen beliebte Sportdirektor vergrault werden könnte.

Vor allem in den sozialen Medien war das negative Echo so groß, dass der VfB eine Pressemitteilung veröffentlichte, in der Vorstandschef Wehrle den Fehler einräumte, Mislintat in die Verpflichtung von Lahm, Khedira und Gentner nicht eingeweiht zu haben. Der Sportdirektor nahm dies etwas zähneknirschend zur Kenntnis, wie sein Statement zeigte: „Wir hätten es als deutlich zielführender empfunden, von Anfang an in den Prozess zur Verpflichtung von Christian Gentner eingebunden worden zu sein.“

Nach der Pleite gegen Frankfurt machte Mislintat erneut deutlich, mit der Art und Weise nicht einverstanden gewesen zu sein. Und, dass er zu seinen klaren Worten in der Pressemitteilung stehe: „Ich werde da keinen Scheiß erzählen, nur, dass irgendjemand ruhig ist”, versicherte er. Zudem wiederholte er, der Konflikt mit Vorstandsboss Wehrle sei ausgeräumt.

Sven Mislintat kann sich auch die Rolle des Sportvorstands vorstellen

Ob er wirklich ausgeräumt ist, wird sich zeigen. Zumindest wurde er vertagt. Weil der VfB sich aufs Sportliche konzentrieren möchte, haben die Beteiligten die Gespräche um Mislintats Vertragsverlängerung auf die Winterpause ab Mitte November geschoben.

Dann steht auch die Hierarchie zur Debatte, da Mislintat die Rolle des Sportvorstands übernehmen könnte. Dazu sagte er: „Um ehrlich zu sein, ich habe noch nicht darüber nachgedacht. Wir hatten jetzt ein paar andere Dinge zu tun. Mir reicht auch die Verlängerung als Sportdirektor, wenn denn alles zusammenpasst und die Gespräche gut enden“. Aber auch die Funktion des Sportvorstands „kann für mich eine Lösung sein“, so Mislintat.

Den Verhandlungen dürfte es jedenfalls guttun, sollte der VfB bis dahin sportlich wieder in die Spur finden. Nach der Länderspielpause gastieren die Schwaben beim VfL Wolfsburg. Anschließend empfängt der VfB den 1. FC Union Berlin in der Mercedes-Benz Arena.

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