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VfB Stuttgart sieht zu oft Rot: Woran liegt das?

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Von: Niklas Noack

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Schiedsrichter Florian Badstübner gibt Josha Vagnoman vom VfB Stuttgart die Gelb-Rote Karte.
Josha Vagnoman (3.v.r.) bekommt die Gelb-Rote Karte. © Frank Hoermann / SVEN SIMON/IMAGO

Der VfB Stuttgart hat gegen den FC Schalke 04 bereits den dritten Platzverweis der Pflichtspielsaison kassiert. Wo liegt das Problem?

Stuttgart - Es war auf den ersten Blick ein harmloses Foul. Tobias Mohr tunnelte VfB-Verteidiger Josha Vagnoman, der daraufhin den Körper reinstellte und somit den Schalker zu Fall brachte. Mohr war allerdings auf dem direkten Wege zum Tor, weshalb Schiedsrichter Florian Badstübner die Gelb-Rote Karte zog.

In dieser Situation konnte man Vagnoman kaum einen Vorwurf machen, denn hätte er den S04-Angreifer nicht gestoppt, wäre es brandgefährlich geworden. Problematisch war aber seine erste Gelbe Karte, die den späteren Platzverweis erst möglich machte. Die kassierte der VfB-Profi bei einer Rudelbildung wegen Meckerns. Ob diese im Endeffekt berechtigt war oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist aber: Hätte er sich von der hitzigen Stimmung nicht anstecken lassen, wäre er nicht verwarnt worden.

VfB Stuttgart: Schwaben sehen zu oft Rot

Fehlende Cleverness bewies zudem Waldemar Anton im DFB-Pokalspiel gegen Dynamo Dresden. Der Verteidiger wurde in der 61. Minute dafür verwarnt, dass er nach einem Foul den Ball nicht herausrückte. Sechs Minuten später vereitelte Anton einen Dresdner Angriff, indem er Christian Conteh auflaufen ließ, und flog folgerichtig vom Platz.

Sorgten die Gelb-Roten Karten noch für Diskussionen, war die glatt Rote Karte für Luca Pfeiffer im Spiel beim 1. FC Köln unstrittig. Der Stuttgarter Stürmer kassierte einen Platzverweis, nachdem er gegen Timo Hübers viel zu spät kam und den Kölner brutal am Knöchel erwischte. Drei Platzverweise in den ersten sechs Pflichtspielen - wie lässt sich das erklären? Ist es wirklich nur fehlende Cleverness?

Im Köln-Spiel flog nicht nur Pfeiffer vom Platz, sondern auch Coach Pellegrino Matarazzo, der aus Wut gegen eine Bande getreten hatte und dafür Gelb-Rot sah. Ein Ausraster, der ihm fast peinlich war und für den er sich bei der Mannschaft sogar entschuldigte. „Hoffentlich passiert mir das nicht mehr“, gab sich Matarazzo kleinlaut. Doch von einem einmaligen Aussetzer sprach der Trainer nicht.

Welchen Einfluss hat VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo auf die Emotionen seiner Spieler?

Eine Woche später sagte er auf seine Gelb-Rote Karte angesprochen: „Ich glaube, dass ich in den letzten Wochen und Monaten immer schärfer gegenüber den Schiedsrichtern aufgetreten bin. Möglicherweise war es deshalb nur eine Frage der Zeit, bis es passiert.“

Übertrug er diese Schärfe auch auf seine Mannschaft? Die Flut an Platzverweisen lässt sich neben der fehlenden Cleverness jedenfalls teilweise mit übertriebenen Emotionen gegenüber Schiedsrichtern und Gegenspielern erklären, die der VfB Stuttgart schleunigst in den Griff bekommen sollte.

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