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VfB Stuttgart: Matarazzo ist am unausgewogenen Kader gescheitert, den Mislintat zu verantworten hat

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Von: Niklas Noack

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Pellegrino Matarazzo ist als Trainer des VfB Stuttgart gescheitert, wofür Sportdirektor Sven Mislintat mitverantwortlich ist.
Pellegrino Matarazzo (l.) ist als Trainer des VfB Stuttgart gescheitert, wofür Sportdirektor Sven Mislintat mitverantwortlich ist. © Montage/BW24/Sportfoto Rudel/Imago

Trainer Pellegrino Matarazzo ist beim VfB Stuttgart am unausgewogenen Kader gescheitert. Ein Kommentar.

Stuttgart - Es lag in der Luft. Auch Pellegrino Matarazzo wusste, dass seine Zeit beim VfB Stuttgart zu Ende ist und wünschte seiner Mannschaft schon unmittelbar nach der Pleite gegen Union Berlin „viel Erfolg“ für das anstehende Bochum-Match.

Doch seine Worte auf der Pressekonferenz klangen nicht nur nach Abschied. Vielmehr schwang auch eine Zufriedenheit mit. Matarazzo strahlte aus, mit sich selbst im Reinen zu sein, alles versucht zu haben und dementsprechend in Würde das Feld räumen zu können.

VfB Stuttgart: Sven Mislintat trägt die übergeordnete Verantwortung

Aber ja, Matarazzo ist beim VfB gescheitert. Weil es ihm nicht gelungen ist, die junge Mannschaft weiterzuentwickeln. Allerdings trägt dafür Sportdirektor Sven Mislintat, bislang der engste Vertraute Matarazzos, die übergeordnete Verantwortung. Denn er hat seinem ehemaligen Coach in diesem Sommer einmal mehr einen unausgewogenen Kader zur Verfügung gestellt, dem es in Teilen an Erfahrung fehlt.

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Vor allem im Mittelfeld. Hardliner Mislintat, der kompromisslos die Philosophie „jung und wild“ verfolgt, ließ vor der vergangenen Saison den damaligen Kapitän und Matarazzo-Schlüsselspieler Gonzalo Castro gehen. In der zurückliegenden Transferperiode verkaufte er zudem Orel Mangala, der trotz seiner jungen 24 Jahren bereits 58 Zweitliga- und 72 Bundesligaeinsätze auf dem Buckel hatte. Eine Erfahrung, die dem VfB spürbar fehlte.

Der Matarazzo-Nachfolger steht beim VfB Stuttgart vor einer Herausforderung

Mislintat hatte die im Nachhinein naive Vorstellung, dass Youngster wie Naouirou Ahamada, Enzo Millot oder Lilian Egloff die Lücke im Mittelfeld nahtlos schließen könnten. Eine Fehlannahme, die Matarazzo durchaus bewusst war, wie er auch in Gesprächen zwischen den Zeilen immer mal wieder durchklingen ließ. So gibt zwar Egloff dem VfB einen kreativen Mehrwert, den kein anderer Spieler im Kader leisten kann, doch ein Dauerbrenner ist der unerfahrene 20-Jährige eben längst nicht. Auch, weil er bekanntlich überdurchschnittlich verletzungsanfällig ist.

Die gute Nachricht für den VfB ist aber, dass sich solch ein Kaderloch kaschieren lässt. Vielleicht nicht mit dem schönsten Fußball, aber dafür mit Disziplin und Cleverness. Dies der Mannschaft einzuimpfen, vor dieser Herausforderung steht jetzt Matarazzos Nachfolger.

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