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VfB Stuttgart: War die Matarazzo-Entlassung zu diesem Zeitpunkt unnötig?

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Von: Niklas Noack

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Der Cheftrainer des VfB Stuttgart, Pellegrino Matarazzo, geht nach der 0:1-Heimniederlage gegen den 1. FC Union Berlin enttäuscht über den Rasen.
In Pellegrino Matarazzos Gesicht spiegelte sich nach der 0:1-Heimniederlage des VfB Stuttgart gegen den 1. FC Union Berlin die pure Enttäuschung. © IMAGO / Sven Simon

Nach neun sieglosen Bundesligapartien wurde Trainer Pellegrino Matarazzo beim VfB Stuttgart entlassen. Trotz der schlechten Bilanz stellen sich inzwischen viele die Frage: warum zu diesem Zeitpunkt?

Stuttgart - Michael Wimmer ist beim VfB Stuttgart in den Fokus gerückt. Sollten die Schwaben nicht doch noch einen Nachfolger für den freigestellten Pellegrino Matarazzo aus dem Hut zaubern, wird der bisherige Co-Trainer gegen den VfL Bochum (Samstag, 15. Oktober, 15.30 Uhr/Sky) als Interimscoach an der Seitenlinie stehen.

Keine ideale Situation, aber eine, die sich offenbar auf die Schnelle nicht ändern lässt. Vor allem, da Sportdirektor Sven Mislintat seinem Stil getreu eine möglichst nachhaltige Lösung für den Trainerposten finden will. Denn er möchte eine Kontinuität beibehalten und am liebsten wieder einen Coach für „tausend Tage, hundert Spiele und gerne noch mehr“ verpflichten.

VfB Stuttgart: Zsolt Löw und Domenico Tedesco haben abgesagt

Allerdings dürfte dem Sportdirektor bereits schmerzlichst bewusst geworden sein, dass der Trainermarkt kein Wunschkonzert ist. Zsolt Löw und Domenico Tedesco haben nach übereinstimmenden Medienberichten schon abgesagt. Wie die Bild vermeldete, soll der VfB außerdem an Bayerns Co-Trainer Dino Toppmöller interessiert sein, der aber vom Rekordmeister schwer loszueisen sein dürfte.

Sowieso ist der VfB derzeit in Augen vieler nicht die beste Anlaufstelle. Nicht nur, weil die Stuttgarter auf dem 17. Tabellenplatz rangieren, sondern auch, weil sich der schwäbische Traditionsverein mal wieder im Umbruch mit unklarem Ausgang befindet.

Zu viele Unklarheiten beim VfB Stuttgart erschweren die Trainersuche

Die Machtstruktur in Sachen sportlicher Kompetenz ist beim VfB nämlich im Wandel. Zuletzt war Mislintat der Mann, der den Weg vorgab und sich auch jetzt federführend um die Trainersuche kümmert. Allerdings ist völlig unklar, ob der Sportdirektor seinen 2023 auslaufenden Vertrag verlängert.

Zudem verpflichtete Vorstandsboss Alexander Wehrle mit Sami Khedira und Philipp Lahm zwei meinungsstarke Berater sowie Ex-VfB-Profi Christian Gentner als Leiter der Lizenzspielerabteilung, die den Verein breiter aufstellen sollen. Ungewiss ist bislang jedoch, inwiefern diese neue Struktur funktioniert.

Für manch einen möglichen Trainerkandidaten dürften diese offenen Fragen abschreckend wirken, weshalb den Stuttgartern bei der Suche eine Hängepartie droht. So ist es kaum verwunderlich, dass sich manch einer die berechtigte Frage stellt, ob die Matarazzo-Entlassung zu voreilig war.

VfB Stuttgart machte gegen Union Berlin einen Schritt nach vorne

Nach einem kicker-Bericht im Vorfeld der Pleite gegen Union Berlin hätte der Stuttgarter Ex-Trainer zumindest gegen den VfL Bochum eine weitere Chance bekommen sollen. Davon ausgehend wirkte die Entscheidung, doch nach der knappen 0:1-Niederlage gegen den Bundesliga-Spitzenreiter aus Berlin die Reißleine zu ziehen, etwas unglücklich. Auch, weil die Mannschaft im Duell mit den Köpenickern eine kämpferische Leistung bot und einen Schritt nach vorne machte.

Souverän und zu Mislintat passend wäre derweil gewesen, Matarazzo bis zur Winterpause in einem Monat Zeit zu geben. Bis dahin hätte sich VfB-Boss Wehrle außerdem um die Vertragsverlängerung des Sportdirektors kümmern können. Klarheit in der Personalie Mislintat wäre bei der Trainersuche sicherlich hilfreich gewesen.

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