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Interne Streitigkeiten beim VfB Stuttgart könnten zur Gefahr für die Partnerschaft mit Mercedes-Benz werden

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Von: Nadja Pohr

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Eine Fahne mit dem Mercedes-Benz Logo hängt im Stadion des VfB Stuttgart
Die Partnerschaft zwischen dem VfB Stuttgart und Mercedes-Benz soll unter keinem guten Stern stehen. Es wird spekuliert, dass sich der Autobauer bald zurückzieht. © IMAGO/Pressefoto Rudel/Robin Rudel

Die Gerüchte halten sich hartnäckig, dass sich Mercedes-Benz als Sponsor beim VfB Stuttgart verabschieden will. Auf Nachfrage von BW24 wird nur auf die langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft verwiesen. Einige Vorfälle lassen jedoch Raum für Spekulationen.

Stuttgart - Seit mehr als zehn Jahren sitzt das Mercedes-Benz-Logo in der Mitte des Brustrings auf den Trikots des VfB Stuttgart. Der Autobauer aus Stuttgart ist der wichtigste Sponsor und Investor bei den Schwaben. Auch darüber hinaus sind Mercedes-Benz und der VfB eng miteinander verwoben. In der Mercedesstraße lebt man quasi Tür an Tür mit dem Partner.

Doch es scheint, als würde es in der Nachbarschaft kriseln. Nach der Saison läuft der Sponsoring-Vertrag aus. Gerüchte halten sich hartnäckig, dass die Mercedes-Benz Group ihr Engagement bei den Stuttgartern beenden will. Unter anderem stellt sich die Frage, ob der VfB mittlerweile eine Nummer zu klein für das Weltunternehmen Mercedes geworden ist. Der Chef des Autoherstellers, Ola Källenius, kommunizierte im Mai die künftig voll auf Luxus ausgerichtete Strategie des Autobauers - dazu könnte der aktuell im Tabellenkeller sitzende VfB nicht mehr passen. Spekuliert wird auch, dass sich interne Streitigkeiten negativ auf die Beziehung zwischen dem VfB und Mercedes ausgewirkt hätten.

Partnerschaft zwischen Mercedes-Benz und dem VfB Stuttgart in Gefahr? - Wehrle und Vogt kämpfen

Bekanntlich kam es im vergangenen Jahr bei der Mitgliederversammlung des VfB zum großen Knall, als VfB-Präsident Claus Vogt mit großer Mehrheit wiedergewählt wurde. Kurz darauf kündigte der frühere Daimler-Personalvorstand und VfB-Aufsichtsrat Wilfried Porth seinen Rücktritt an. Auch, dass Bertram Sugg, Projektleiter im Geschäftsbereich Powertrain Solutions bei Bosch und seit 2017 Aufsichtsratsmitglied, im September aus seinem Amt als dessen stellvertretender Vorsitzender gedrängt wurde, missfiel den Investoren Mercedes und Jako, wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten. Laut Präsident Vogt sollen sich die zurückliegenden Streitigkeiten jedoch nicht auf die Zukunfts-Gespräche auswirken, wie er auf Nachfrage der StN erklärte.

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Sowohl Claus Vogt als auch der VfB-Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle müssen weiter darum kämpfen, Mercedes nicht zu verlieren. Aus dem Sponsoring mit dem Autobauer sollen immerhin jährlich 16 Millionen Euro fließen - Gelder, die der VfB nicht ohne Weiteres kompensieren könnte. Zwar sollen die Gespräche zwischen den beiden Parteien derzeit laufen, doch mit einem Abschluss sei aktuell (noch) nicht zu rechnen, heißt es. Die Zeit drängt also.

Auf Anfrage von BW24 betont die Mercedes-Benz Bank, man verbinde mit VfB Stuttgart eine „langjährige und vertrauensvolle Partnerschaft.“ Zu Spekulationen würde man sich zudem grundsätzlich nicht äußern. „Mit all unseren Sponsoring-Partnern befinden wir uns im regelmäßigen Austausch zu unseren Engagements – so auch mit dem VfB“, heißt es vom Unternehmen.

Mercedes-Benz, Mislintat und Trainerfrage - VfB-Boss Wehrle hat viel zu tun

Die Mercedes-Benz Arena, die gerade mitten im Umbau steckt, ist beim VfB Stuttgart also nicht die einzige Großbaustelle. Neben den Verhandlungen mit Sponsor Mercedes hat Vorstandschef Wehrle vorerst noch Klärungsbedarf hinsichtlich der Zukunft des Sportdirektors Sven Mislintat und in der Trainerfrage. Der VfB-Boss gibt sich jedoch gelassen und betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dabei „keinen zeitlichen Druck“ zu verspüren. In den kommenden Tagen wolle er sich erst mit Mislintat und dann mit Interimstrainer Michael Wimmer beschäftigen. Spätestens bis zum Trainingsstart am 12. Dezember sollen die Personalfragen beantwortet sein.

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