In der Länderspielpause

VfB Stuttgart im Abwärtsstrudel gefangen: Muss alles auf den Prüfstand?

Die Mannschaft des VfB Stuttgart samt Cheftrainer Pellegrino Matarazzo steht nach der Pleite gegen Arminia Bielefeld bedröppelt auf dem Rasen.
+
Die Kicker des VfB Stuttgart sind nach der 0:1-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld bedient.
  • David Frey
    VonDavid Frey
    schließen

Die sportliche Krise des VfB Stuttgart hat sich nach der 0:1-Schlappe gegen Arminia Bielefeld weiter verschärft. Für den schwäbischen Bundesligisten kommt die Länderspielpause womöglich zur genau richtigen Zeit, um die vergangenen Wochen aufzuarbeiten.

Stuttgart - Wie schafft es der VfB aus dem Formtief? Die Mannschaft von Cheftrainer Pellegrino Matarazzo hat wahrlich harte Wochen hinter sich und stürzte in der Tabelle nach dem jüngsten 0:1 gegen Arminia Bielefeld auf den 15. Platz ab. Damit liegen die Stuttgarter nur noch einen Punkt vor dem Abstiegs-Relegationsplatz, was die Stimmung bei den Verantwortlichen, aber vor allem bei den Fans, zunehmend kippen lässt.

So waren etwa in der Schlussphase bei der bitteren Pleite am Samstag deutliche Pfiffe von den Tribünen zu vernehmen und auch in VfB-Kreisen in den sozialen Netzwerken mehrt sich der Frust. Verständlich angesichts der Tatsache, dass der bislang letzte Sieg bereits mehr als einen Monat zurückliegt (3:1 am 2. Oktober im Baden-Württemberg-Duell gegen die TSG 1899 Hoffenheim, Anm.d.Red.).

Zwei hart erkämpften Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach und Union Berlin folgten das Aus in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen den 1. FC Köln und zwei Schlappen in der Bundesliga. Nun hat der VfB zumindest knapp zwei Wochen Zeit bis zum nächsten Pflichtspiel am 20. November gegen Borussia Dortmund*, die Wunden zu lecken.

Die „Jungen Wilden“ des VfB Stuttgart begeistern nicht mehr in der Bundesliga

Dabei gilt es für mehrere Fragen die passenden Antworten zu finden: Was kann Matarazzo mit seinem durch eine Verletzungsmisere gebeutelten Kader noch probieren, um die richtige Balance zu finden? Hat die Umstellung auf eine möglichst große defensive Stabilität den Freigeist in der Offensive genommen? Oder liegt es an viel substanzielleren Dingen im - wie lange Zeit anzunehmen war - sehr guten sportlichen Konstrukt des Klubs?

VfB-Chefcoach Pellegrino Matarazzo muss sich in der Länderspielpause einige Gedanken machen, wie er seine Mannschaft wieder ins Rollen bringt.

Es scheint fast schon eine Ewigkeit her zu sein, als die neuen „Jungen Wilden“ des VfB die Bundesliga verzückten. Viele Experten waren sich sicher, dass die Truppe aus Bad Cannstatt in dieser Saison nichts mit dem Abstieg zu tun haben wird. Nach gut einem Drittel der Saison ist dieser jedoch plötzlich näher als gewünscht.

VfB Stuttgart: Noch muss Pellegrino Matarazzo nicht als Sündenbock für die Misere hinhalten

Bevor Matarazzo Anfang 2020 beim VfB Stuttgart übernahm, gehörten Trainerdiskussionen und haufenweise Entlassungen zum leidigen Alltagsgeschäft im Klubzentrum an der Mercedesstraße. Noch halten sich die Fans im Netz damit zurück, sehen vor allem die Verletztensituation als Hauptgrund für die dürftige Leistungen auf dem Rasen. Absolute Leistungsträger wie Sasa Kalajdzic und Silas Katompa Mvumpa werden schmerzlich vermisst - ihre Rückkehr könnte den so dringend benötigten Aufschwung bringen.

Doch spätestens, wenn auch dies nichts mehr hilft, dürfte Matarazzo nicht mehr unantastbar sein und immer mehr in den Fokus der Diskussionen rücken. Dann wird man sehen, ob im Verein nach zwei tollen sportlichen Saisons möglicherweise noch mehr auf den Prüfstand muss. *tz ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare