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Badstuber rechnet mit VfB ab: „Spieler haben nicht begriffen, dass es schon jetzt um den Nichtabstieg geht“

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Von: Nadja Pohr

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Holger Badstuber beim VfB Stuttgart
Bis 2021 war Holger Badstuber beim VfB Stuttgart unter Vertrag. Nun rechnet er auf seinem Internetblog mit seinem ehmaligen Verein ab. © IMAGO/Sportfoto Rudel/Archivfoto

Holger Badstuber war vier Jahre lang Profi beim VfB Stuttgart. Zur aktuell schwierigen Situation bei seinem Ex-Verein äußert sich der ehemalige Profi nun kritisch und rechnet auf seinem Blog mit den Schwaben ab.

Stuttgart - Groß waren die Freude und die Euphorie rund um den Club aus Bad Cannstatt, als der VfB Stuttgart sich in der vergangenen Bundesligasaison in der Nachspielzeit der Partie gegen den 1. FC Köln den Klassenerhalt sicherte. Doch nur wenige Monate später sieht die Situation bei den Schwaben bereits wieder ganz anders aus. Nach elf Spieltagen steht der Verein auf Platz 16 in der Tabelle. Trainer Pellegrino Matarazzo musste bereits gehen. Einen neuen Coach haben die Stuttgarter bisher noch nicht gefunden, stattdessen setzen sie bis zur WM-Pause voll auf Interimstrainer Michael Wimmer.

Ob sich die Führungsriege damit einen Gefallen tut? Fraglich. Denn mit der Entscheidung, bis auf Weiteres auf Wimmer zu setzen, geht die sportliche Führung ein Risiko ein und bringt sich selbst in eine kuriose Situation: In der Winterpause sollten nämlich auch die Vertragsverhandlungen von Sportdirektor Sven Mislintat starten. Die Krise beim VfB lässt auch Ex-Spieler Holger Badstuber nicht unberührt. Bis 2021 stand der 33-Jährige in Stuttgart unter Vertrag und rechnet auf seinem Blog nun mit den Schwaben ab.

Ex-VfB-Spieler Holger Badstuber: „Dem Team fehlt es an Stabilität, Erfahrung und einem festen Konstrukt“

„Als mein Vertrag beendet war, habe ich dem VfB das gewünscht, was ich mir zu meiner aktiven Zeit dort auch oft gewünscht hatte: Ruhe und einen sicheren Platz in der Bundesliga. Nichts Anderes verdienen Club und Fans. Jetzt, mit etwas Abstand, stelle ich fest, dass mein Wunsch bislang nicht Realität wurde“, beginnt Holger Badstuber sein Urteil zur aktuellen Situation. In der vergangenen Saison sei der Verein zwar mit einem „blauen Auge davongekommen“, doch die Entwicklung stagniere weiterhin, schreibt der ehemalige Innenverteidiger. „Dem Team fehlt es an Stabilität, Erfahrung und einem festen Konstrukt, durch das zumindest ein bisschen Konstanz aufgebracht werden könnte.“

Und auch mit der Mannschaft geht Badstuber hart ins Gericht. „Zudem habe ich nicht das Gefühl, dass die Spieler begriffen haben, dass es schon JETZT um den Nichtabstieg geht“, schreibt er. Gerade gegen Borussia Dortmund haben die Spieler Bereitschaft zum Kämpfen vermissen lassen. „Eigentlich müssten die Alarmglocken längst laut schrillen! Philipp und Sami wissen das“, kritisiert Badstuber. Seiner Meinung nach fehle momentan die nötige Abwehrstärke und vorne ein Torjäger. Der 33-Jährige kritisiert außerdem den jungen Kader, dessen größtes Risiko seine Unerfahrenheit sei. „Der VfB ist nun ein Durchgangsverein, da gerade die jüngere Generation versucht Spielzeit zu bekommen, um daraufhin weiterzuziehen. Die Folgen sind fehlende Identität und Identifikation mit diesem ehrwürdigen Traditionsverein“, lautet sein Fazit.

Badstuber empfiehlt der VfB-Mannschaft richtige Mischung aus Alt und Jung

Holger Badstuber erneuert zum Schluss seine Wünsche für seinen Ex-Club und empfielt darüber hinaus die Kaderplanung noch einmal zu überdenken. „Zu einer funktionierenden Mannschaft gehört die richtige Mischung aus Jung und Alt. Stimmt diese kontinuierlich, kommt auch Stabilität. Da sollte der Weg hinführen“, schreibt er. „Ich hoffe, dass sich der VfB Stück für Stück verbessert, zwei bis drei Spieler aus dem eigenen Stall durchboxt, Konstanz findet und irgendwann endlich wieder zu einer festen Größe in der Bundesliga wird. Wie es sich für einen grandiosen Verein wie Stuttgart gehört.“

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