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„Wir sind klarer Favorit der Liga“: VfB-Co-Trainerin Lisa Lang blickt auf Hinrunde voller Höhen und Tiefen

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Von: Nadja Pohr

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Co-Trainerin Lisa Lang und daneben Spielerinnen des VfB Stuttgart die einen Haufen bilden
Nach dem Sieg im letzten Hinrundenspiel sind bei den Spielerinnen der VfB-Frauenmannschaft die Dämme gebrochen, wie Co-Trainerin Lisa Lang (links) im Interview verrät. Es liegt eine aufregende erste Saisonhälfte hinter dem Team. © Fotomontage BW24/IMAGO/Pressefoto Baumann

Im Interview mit BW24 blickt die Co-Trainerin der VfB Stuttgart Frauen nach der Herbstmeisterschaft auf die Hinrunde zurück. Der Weg für die Damen war nicht leicht, umso größer ist nun aber die Freude.

Stuttgart - Im letzten Spiel der Hinrunde erkämpfte sich die Frauenmannschaft des VfB Stuttgart gegen den TSV Neckerau einen 2:1-Sieg und sicherte sich dadurch die Herbstmeisterschaft in der Oberliga Baden-Württemberg. So eine Spannung wünscht sich der ein oder andere Fußball-Fan sicherlich auch manchmal in der Herren-Bundesliga. „Es sind mit dem Schlusspfiff schon ein bisschen die Dämme gebrochen, denn für uns ist die Herbstmeisterschaft von großer Bedeutung“, sagt Co-Trainerin Lisa Lang im Interview mit unserer Redaktion.

Lang gehört dem Herzstück des VfB an. Sie ist nicht nur Teil des Trainerteams der Frauen, sondern auch Vereinsmanagerin im e. V. und damit „helfende Hand“ für das Präsidium um Claus Vogt. Jahrelang schnürte sie selbst die Fußballschuhe und weiß, dass der Frauenfußball in Deutschland in vielen Bereich noch ganz am Anfang steht. Für die Frauen des Vereins für Bewegungsspiele ist die Herbstmeisterschaft alles andere als selbstverständlich - der Weg dahin war lang und auch schwer.

VfB-Frauenmannschaft in ihrem Premierenjahr - „Klar ist ein gewisser Druck da“

Es herrschte laut Lisa Lang „pure Erleichterung“ nach dem wichtigen Sieg am vergangenen Sonntag. „Alle Auswechselspielerinnen und verletzten Spielerinnen sind aufs Spielfeld gerannt und haben da einen Haufen gebildet nach dem Tor. Man hat schon gemerkt, was das den Mädels bedeutet hat“, erzählt die Co-Trainerin. Immerhin müssen die VfB-Frauen einer Erwartungshaltung gerecht werden, die nicht ohne ist. Erst seit Juli ist die Mannschaft Teil der VfB Stuttgart AG und läuft mit den Vereinsfarben auf. Voller Stolz wurden dann im August die Trikotsponsoren vorgestellt - und auch hohe Ziele gesteckt. Nach den Vorstellungen von Vorstandschef Alexander Wehrle soll der Aufstieg in den professionellen Fußball innerhalb von drei Jahren geschafft werden.

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„Klar ist ein gewisser Druck da. Zum einen, weil man seinen eigenen Erwartungen als VfB-Spielerin gerecht werden will, aber auch dem Verein, um die gesteckten Ziele zu erreichen“, sagt Lisa Lang. Sie und ihr Trainerkollege Heiko Gerber wollen „ein Filter“ für den Stress sein. „Wir nehmen die Verantwortung und den Druck auf uns und versuchen, die Mannschaft davon freizumachen, damit sie sich auf das Fußballspielen konzentrieren kann.“

Verletzungspech ließ das Trainerteam der VfB-Frauen an sich selbst zweifeln

Dass das Premierenjahr auch Schwierigkeiten mit sich bringt, musste die Mannschaft gegen Ende der Hinrunde schmerzhaft erfahren. Das Verletzungspech schlug gleich mehrmals zu. Vier Spielerinnen zogen sich einen Kreuzbandriss zu, sie werden den VfB-Frauen auch in der Rückrunde noch nicht helfen können. Drei weitere sind inzwischen wieder genesen, darunter auch Kapitänin Svenja Merten, die sich mehrere Rippen gebrochen hatte.

Die Verletzungsserie ließ Heiko Gerber und Lisa Lang an sich selbst zweifeln: „Für uns im Trainerteam war die Frage: Hätten wir etwas anders machen können oder müssen?“ Man habe sich deshalb zusammengesetzt und versucht, zu hinterfragen, wie die Verletzungen zustande gekommen sind, erzählt Lang. Am Ende wurde jedoch kein gemeinsamer Nenner gefunden, es seien wahrscheinlich einfach viele Komponenten zusammengekommen. „Wir haben uns aber viele Gedanken dazu gemacht und hoffen, dass es in der Häufigkeit nicht mehr passiert.“

„Wir wollen auf jeden Fall aufsteigen“: VfB-Frauen legen Druck und Zweifel ab und zeigen sich kämpferisch

Jetzt haben die Spielerinnen des VfB in der Winterpause erst einmal Zeit zur Regeneration. Das Mannschaftstraining geht dann in der ersten Januarwoche wieder los. Und nachdem der erste Druck und die Zweifel vorerst abgelegt sind, blicken die Verantwortlichen kämpferisch in die Zukunft. „Wir sind der klare Favorit in der Liga, nicht nur aufgrund des Namens, sondern auch aufgrund der Qualität des Kaders“, sagt Co-Trainerin Lisa Lang. „Deshalb müssen wir so selbstbewusst sein und sagen: Wir wollen auf jeden Fall aufsteigen.“

Lisa Lang, Vereinsmanagerin beim VfB Stuttgart, und Präsident Claus Vogt besuchen ein Spiel des Frauenteams.
VfB-Vereinsmanagerin Lisa Lang spürt den Rückhalt der Vereinsführung, der Präsident Claus Vogt angehört. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

Von der Vereinsführung erlebt Lisa Lang ebenfalls spürbaren Rückhalt - auch wenn es in anderen Bereichen des VfB gerade eher unruhig ist. Die Managerin lobt Präsident Claus Vogt im Gespräch mit BW24 für dessen Umgang mit der angespannten Lage. Außerdem sei Alexander Wehrle ein wichtiger Unterstützer der Damen. „Er hat sich ja auch in Köln lange Zeit mit dem Frauenfußball beschäftigt und gute Erfahrungen gemacht. Er hat großes Interesse daran, dass es schnell erfolgreich wird“, berichtet sie. Die Weichen für eine erfolgreiche Rückrunde sind nun jedenfalls gestellt. Mit Spannung darf man verfolgen, was die Zukunft für die VfB-Frauen noch bringt.

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