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VfB-Keeper Florian Müller nach schlimmem Patzer:„Wildeste Achterbahnfahrt meines Lebens“

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Von: Niklas Noack

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Florian Müller vom VfB Stuttgart steht gegen den 1. FC Köln im Tor.
VfB-Keeper Florian Müller erlebt gegen den 1. FC Köln ein Auf und Ab. © Pressefoto Rudel/Robin Rudel/IMAGO

Torhüter Florian Müller hat in seiner Zeit beim VfB Stuttgart bereits einiges erlebt. Jetzt spricht er über das Auf und Ab.

Stuttgart - Torhüter zu sein, sei „so ein unglaublich undankbarer Job“, mahnte ihn schon sein Vater, der ihm von der Position abriet. Doch wie die meisten Kinder hörte auch der junge Florian Müller nur bedingt auf die Eltern und entschied sich mit 12 Jahren endgültig, den schweren Weg als Tormann zu gehen.

An die warnenden Worte seines Vaters dürfte sich Müller am 15. Mai 2022 zurückerinnert haben. An diesem Tag hielt sein VfB Stuttgart durch den Last-Minute-Sieg gegen den 1. FC Köln die Klasse und alles andere, was zuvor passierte, ging im emotionalen Jubel samt Platzsturm unter. Zum Glück für Stuttgarts Schlussmann Müller, der sich beim Kölner Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 einen gewaltigen Lapsus erlaubte. So flutschte ihm der Ball nach einer Flanke von Florian Kainz durch die Hände, sodass Anthony Modeste die Kugel nur noch über die Linie bugsieren musste.

VfB Stuttgart: Florian Müller erinnert sich ans Saisonfinale gegen den 1. FC Köln

Im Interview mit Spox ließ Müller das Geschehene rund um die Köln-Partie Revue passieren: „Für mich wird dieser Tag auch für ewig bleiben. Ich werde nie mehr den Moment vergessen, als ich nach dem Spiel und dem Platzsturm irgendwann in die Kabine gelaufen bin und im Spielertunnel erstmal zusammengesackt bin. Da sind schon ein paar Tränen geflossen.“

Der Keeper brauchte erstmal einen Moment für sich, „weil da so eine brutale Last von mir abgefallen ist.“ Inzwischen nennt er das Gefühlschaos an diesem Tag „die wildeste Achterbahnfahrt“ seines Lebens: „Das ging ja schon vor dem Köln-Spiel los. Die ganze Vorgeschichte mit dem Punktgewinn bei den Bayern, wie die Saison generell für uns als Mannschaft, aber auch für mich persönlich gelaufen ist, dann mache ich diesen Patzer in der zweiten Halbzeit, wie gesagt, das war alles extrem zu viel.“

Sven Mislintat traut Florian Müller zu, Gregor Kobel von Borussia Dortmund nachzueifern

Es war ein Saisonfinale, das irgendwie zu Müllers Premierenspielzeit im Stuttgart-Dress passte. Der Keeper kam vom 1. FSV Mainz 05 und verpasste zunächst in großen Teilen die Vorbereitung beim VfB, weil er mit der Deutschen U21 bei den Olympischen Spielen am Start war. Dazu sagte er jetzt: „Für die Saison beim VfB war es nicht optimal, das ist die Wahrheit. Ich war lange nicht bei 100 Prozent und als ich dann nahe dran war, hat mich Corona erwischt.“

Auch im Anschluss wurde der Torhüter kritisiert. Häufig hieß es, er würde nicht die sogenannten Unhaltbaren parieren. Worte, bei denen Müller vermutlich wieder an den Rat seines Vaters dachte. Aber immerhin begann die neue Saison für den Torhüter besser. Im ersten Bundesligaspiel gegen RB Leipzig sicherte Müller dem VfB einen Punkt und Sportdirektor Sven Mislintat erklärte danach, er würde dem Torwart einen ähnlichen Werdegang wie Gregor Kobel (Borussia Dortmund) zutrauen.

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