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VfB-Fans protestieren nach homophoben Aussagen: „WM in Katar ist ein Witz“

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Von: Nadja Pohr

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VfB-Fans halten ein Banner zur WM in Katar hoch
„Peitsche für Wehrle, Knast für Hitz? Die WM in Katar ist ein Witz“, stand auf einem Banner der VfB-Fans beim Bundesligaspiel gegen Hertha BSC. © IMAGO/Hansjürgen Britsch

Nach den homophoben Äußerungen des WM-Botschafters Khalid Salman, protestierten die Fans des VfB Stuttgart beim Bundesligaspiel gegen Hertha BSC mit Bannern gegen die WM in Katar.

Stuttgart - In wenigen Tagen, am 20. November, startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Das Gastgeberland erfährt von vielen Fans und Persönlichkeiten kräftigen Gegenwind. Dem Emirat werden unter anderem massive Verletzungen von Menschenrechten vorgeworfen. Auch die Themen Umwelt und Nachhaltigkeit sowie Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe bei der Vergabe der WM werden kritisiert.

Nun schockierte der WM-Botschafter Khalid Salman in einem ZDF-Interview mit neuen Aussagen. Er bezeichnete unter anderem Schwulsein als „geistigen Schaden“ und hat vor allem ein Problem damit, wenn Kinder Schwule sähen. Homosexualität ist in Katar verboten - es drohen bis zu fünf Jahre Gefängnis. Die Aussagen lassen den Protest bei den Fußball-Fans in Deutschland nur größer werden. Die Anhänger des VfB Stuttgart drückten ihre Ablehnung beim Last-Minute-Sieg gegen Hertha BSC mit Bannern aus.

„Die WM in Katar ist ein Witz“: VfB-Fans protestieren gegen Gastgeberland

Während der Partie am Dienstag (8. November) hielten die VfB-Fans in der Cannstatter Kurve der Mercedes-Benz Arena mehrere Banner zur WM in Katar hoch. „Wenn die Spitze des Eisbergs der Scheinheiligkeit in der Wüste steht“, „Es ist nicht eure Schuld, dass die WM ist, wo sie ist! Doch es ist eure Schuld, wenn ihr dort spielt“ sowie „Peitsche für Wehrle, Knast für Hitz? Die WM in Katar ist ein Witz“ war auf den Rängen zu lesen.

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VfB-Sportvorstand Alexander Wehrle und sein Vorgänger Thomas Hitzlsperger leben offen homosexuell. Hitzlsperger reist sogar als Experte in das Emirat. Die Anhänger des VfB wollten mit ihren Bannern somit wohl noch einmal verdeutlichen, wie gefährlich das Gastgeberland sei und positionieren sich einmal mehr gegen die WM. Bereits vor Monaten haben einigen Kneipen, auch in Stuttgart, verkündet, das Fußball-Spektakel zu boykottieren und kein Public Viewing anzubieten.

VfB-Boss Wehrle fordert Konsequenzen von der FIFA - Ex-Spieler Hildebrand denkt über WM-Boykott nach

Alexander Wehrle äußerte sich selbst ebenfalls kurz nach den homophoben Äußerungen von WM-Botschafter Salman. „Das hat, wie gesagt, nichts mit unserer Weltanschauung zu tun. Eine sexuelle Orientierung mit einer Geisteskrankheit gleichzusetzen, das ist weit weg von jeder Vorstellung, die wir hier in unserem kulturellen Kreis haben“, sagte der VfB-Boss zu Sky und fordert die FIFA auf: „Hier muss einfach Klartext gesprochen werden.“ Denn Katar habe klar signalisiert, dass jeder Fußballfan, egal mit welcher sexuellen Orientierung, ein „sicheres Erlebnis haben wird“.

Thomas Hitzlsperger sagte, dass er keine Angst habe, dass ihm in Katar etwas passieren könnte. „Aber ich kann verstehen, dass Menschen äußerst vorsichtig sind und auf die Reise verzichten.“ Ex-VfB-Spieler Timo Hildebrand denkt hingegen über einen Boykott der WM nach. Wenn er an die tragischen Vorfälle denke, „graust es“ ihn. „Es wird keine Euphorie entstehen und keine vollen Stadien geben. Diese WM wird nichts Besonderes“, sagte Hildebrand. „Ich liebe es, Fußball zu schauen. Aber ich verachte, was rund um die WM in Katar passiert. Auch wenn’s weh tut, müsste man auf den Konsum dieser WM verzichten.“

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