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VfB-Boss Wehrle rechtfertigt sich für radikalen Personalwechsel: „Alles dem Ziel Klassenerhalt unterordnen“

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Von: Niklas Noack

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Mit Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und Trainer Bruno Labbadia hat Vorstandschef Alexander Wehrle das neue Gesicht des VfB Stuttgart vorgestellt. Dabei musste er sich auch für zuletzt getroffene Entscheidungen rechtfertigen.

Stuttgart - Die Uhr beim VfB Stuttgart hat fünf vor zwölf geschlagen, das machte Vorstandschef Alexander Wehrle bei der Pressekonferenz am Montag (12. Dezember) mehr als deutlich. Denn ein erneuter Absturz in die zweite Liga sei vor allem wegen der Corona-Krise weder mit dem Abstieg 2016 noch mit dem 2019 vergleichbar und würde für den aktuellen Tabellensechzehnten mehr als 40 Millionen Euro Umsatzverlust bedeuten, gab Wehrle zu Protokoll.

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VfB Stuttgart: Dem Klassenerhalt wird alles untergeordnet

Das ist das Horrorszenario, das Wehrle in den Katakomben der Scharrena skizzierte und womit er auch den radikalen personellen Schnitt rechtfertigte. Immerhin wurden in seiner jungen Amtszeit nicht nur Trainer Pellegrino Matarazzo und Sportdirektor Sven Mislintat vor die Tür gesetzt, auch Interimscoach Michael Wimmer traute Wehrle trotz vier Siegen aus sieben Spielen den Job als Cheftrainer offenbar nicht zu. Stattdessen soll jetzt mit Bruno Labbadia ein erfahrener Trainer den Karren aus dem Abstiegssumpf ziehen.

„Es gilt jetzt, alles dem Ziel Klassenerhalt unterzuordnen“, sagte Wehrle und meinte damit indirekt auch den Weg, den Ex-Vorstandschef Thomas Hitzlsperger und Mislintat eingeschlagen hatten: Mit einer jungen Mannschaft voller Offensivgeist, die Fehler machen darf, sich Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Ein Weg, den Mislintat als „Jung-und-wild-2.0“-Philosophie bezeichnete. An diesem Weg wolle Wehrle im Kern zwar weiterhin festhalten, er verwies jedoch darauf, dass dieser Weg zuletzt nur zu einem Klassenerhalt auf den allerletzten Drücker gereicht habe und man aktuell auf dem 16. Platz stehe.

VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle stellt bei der Pressekonferenz Fabian Wohlgemuth als Sportdirektor und Coach Bruno Labbadia vor.
VfB-Vorstandschef Alexander Wehrle (l.) stellt bei der Pressekonferenz Fabian Wohlgemuth als Sportdirektor und Coach Bruno Labbadia vor. © Michael Weber IMAGEPOWER/IMAGO

Alexander Wehrle glaubt an eine VfB-Zukunft mit Bruno Labbadia und Fabian Wohlgemuth

Trotzdem sprach Wehrle selbst davon, der VfB solle in Zukunft mit offensivem sowie leidenschaftlichem Fußball begeistern und jungen Spielern eine Chance geben. Weiter ins Detail, wie er sich den Cannstatter Klub über die Saison 2022/23 hinaus vorstellt und worin sich dieser vielleicht sogar zum bisherigen Weg unterscheiden könnte, ging er nicht. Allerdings sei er davon überzeugt, mit Wohlgemuth und Labbadia die zwei richtigen „Herren“ dafür gefunden zu haben.

Mit diesem Ausblick konnte Wehrle die Fans, die nach dem Aus von Matarazzo und Mislintat teilweise in eine Identitätskrise geschlittert waren, nicht überzeugen. Was auch daran liegt, dass Neu-Coach Labbadia eher der Ruf eines Feuerwehrmannes statt dem eines Entwicklers vorauseilt.

Doch davon lässt sich der Vorstandschef nicht aus der Ruhe bringen. Vielmehr sieht er den sportlichen Misserfolg als Grund für die Unzufriedenheit und glaubt daran, dass sich diese mit guten Ergebnissen legen werde. Ihm sei bewusst, wie wichtig die „Identifikation der Menschen“ sei und ist sich sicher, mit dem Weg, „der auch zum Erfolg führen muss“, das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen.

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